Category: Zeichnung

Zeichnen

Im Aktzeichnen habe ich seit jeher eine realistische Linie verfolgt.
Zufrieden bin ich damit nicht. Ich habe mich allerdings auch nie ernsthaft bemüht, das zu ändern.
Die Ausrede ist: Ich möchte ein ordentliches Resultat von einem Zeichnenabend mit nachhause nehmen. Aber: Wozu? Solch ein Abend sollte doch m.E. einladen, mal ganz anders an das Thema ranzugehen als sonst. Doch meine Mitzeichner haben auch alle ihren ureigenen Stil und keiner weicht davon ab.

Hier eine typische 8-10 Minutenzeichnung von mir:

Mannakt

 

Selfportrait

1989, mit Hilfe eines Spiegels gezeichnet, daher wohl die wachen und großen Augen.
Und der ernste Blick.

In jenen Tagen verstand ich unter Kunst vor allem Akribie.

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Als mein Zeichenlehrer in der Schule, auf mich aufmerksam geworden, von mir eigene Arbeiten sehen wollte, konnte ich nichts vorweisen. Ich zeichnete zuhause nicht.
Dennoch gestaltete ich eine Schülerzeitschrift mit.

Grafisches blind ausgeführt

Spätabends im Garten überkam mich die Idee (angeregt durch Susanne Haun’s Blindportraitzeichnungen), auf einem kleinen quadratischen Block blind und unfigürlich Linien zu zeichnen, ganz nach Gefühl und innerer Führung – und dann auf der gleichen Fläche ebenfalls blind mit einem dickeren Stift eine zweite Signatur einzuschreiben.
Ich war gespannt, was entstehen sollte.
Hier die Ergebnisse:

Dies ist natürlich ein etwas anderer Ansatz natürlich als Susannes Idee, aber er war zudem auch angefeuert durch Improvisatorisches und Konzeptuelles in der Musik.