Selfportrait

1989, mit Hilfe eines Spiegels gezeichnet, daher wohl die wachen und großen Augen.
Und der ernste Blick.

In jenen Tagen verstand ich unter Kunst vor allem Akribie.

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Als mein Zeichenlehrer in der Schule, auf mich aufmerksam geworden, von mir eigene Arbeiten sehen wollte, konnte ich nichts vorweisen. Ich zeichnete zuhause nicht.
Dennoch gestaltete ich eine Schülerzeitschrift mit.

19 thoughts on “Selfportrait

  1. Ja, echt toll, allein wie Dir gelungen ist, Deinen Blick so zu zeichnen, dass das Konzentrierte darin so stark zum Ausdruck kommt.
    Akribie ist zumindest ein wertvoller Zwischenschritt, wie ich finde. Gerade diese Fähigkeiten, die man sich aneignet und dann wieder – weil sie quasi in Fleisch und Blut übergegangen sind – loslässt, sind doch in späteren Jahren hilfreiche Begleiter, weil sie eine Sache souverän mitlenken können, ohne zwangsläufig in den Vordergrund treten zu müssen. Oder wie ist das für Dich?

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    1. Engagiert mitgedacht 🙂
      Ja, wenn es so ist, daß man irgendwann davon loslassen kann, dann ist Akribie in Ordnung.
      Ich war sehr lange an Akribie gebunden. Meine Akte, die ich zeichnete, waren immer höchst realistisch.
      Sagen wir so: In der Kunst (wie im Sport) ist ZÄHIGKEIT kein Nachteil. Ein genaues Portrait braucht Geduld und auch Schmerztoleranz.
      Eine Freundin von mir sagte einst zu Buchstaben, die ich entwarf, das sei keine Kunst. Ich feilte endlos am Schwung des “C” etwa, aber das beeindruckte sie nicht. Für sie war Kunst das Hingehuschte, das schnell und sicher Hingeworfene, was dennoch einen Kern des Beobachteten enthielt.

      Manchmal denke ich, ich bin “ängstlich”. Oder wie man auch sagt: Ein Zwangscharakter.
      Soweit meine Einlassung zu der Person namens Gerhard 🙂

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      1. Ich habe eine merkwürdige Abneigung dem Begriff “Kunst” gegenüber. Was bringe ich damit in Verbindung? Etwas Schales und Abgestandenes, etwas das zerredet und zerfleddert wurde oder wird. Vielleicht ist es manchmal der selbst erzeugte Druck, mit dem, was unter “Kunst” läuft, auch etwas anfangen zu können oder überhaupt “Kunst” zu erkennen, von der “Un-Kunst” unterscheiden zu können. Vielleicht fehlt mir weniger der Draht dazu, als vielmehr das notwendige Wissen für ein ausreichendes Verständnis. So manches, was als Kunst läuft, finde ich schlicht langweilig und öde. Da helfen auch die schönen Interpretationen nicht.

        Womöglich liegt es daran, dass mich diese ganze Einteilerei nervt, was denn nun Kunst sei und was nicht. Warum nicht endlos am Schwung des “C” feilen? Ist nicht dieses Tun an sich auch Kunst? Wenn ich genug Einfluss und einen wichtigen Namen hätte, könnte ich das behaupten. Die Fantasie, das auch zu begründen, könnte ich aufbringen. Und schon säßest Du in einem Glaskasten und die Menschen schauten dIr anerkennend beim Feilen am “C” zu. Wieder und wieder. Sorry, aber genau so kommt es mir – als Außenstehende, sorry – manchmal vor. Ich habe im übrigen nichts gegen das Dahingehuschte. Auch dann nicht, wenn ich den Kern des Beobachteten darin gar nicht erkennen kann. Solange es mich in irgendeiner Weise anregt, erfreue/ ärgere/ whatever ich mich und/ oder ergründe … da kann es sich gerne um Kunst handeln, muss es aber nicht!

        Ängstlich usw. yep, damit kenne ich mich aus. 😉

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      2. Das war viel!
        Ich habe auch eine Aversion gegen den Begriff Kunst. Ein Blogartikel von mir dazu wird bald kommen.

        So wenig weisst Du nicht über das Kreative, schau Dir Deine Posts an.
        “Wenn ich genug Einfluss und einen wichtigen Namen hätte, könnte ich das behaupten.”
        Richtig.

        Und…Angst! Auch da kenne ich mich aus.

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  2. Ich finde Dein Detailreiches Selbstportrait sehr gut! Man sieht, Du warst hochkonzentriert! Es ging Dir um die Genauigkeit! Hättest Du weiter gemacht, vielleicht wäre mehr Leichtigkeit entstanden. Schade, dass Du nicht weitergemacht hast! Knüpfe doch einfach wieder an! Es ist schade, dieses Potential ruhen zu lassen!

    LG Babsi

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  3. Tolle Zeichnung! Schade, dass du das nicht weiter betrieben hast. Hat dich das Lob des Zeichenlehrers nicht motiviert?
    Ich hab in meinen Teenyjahren auch gerne gemalt und gezeichnet, auch VHS-Kurse besucht – ich war auf einem innovativen Gymnasium mit “Kunst-Zweig” – also Kunst als Hauptfach. Leider haben meine Werke meinen eigenen Ansprüchen schon bald nicht mehr genügt, also hab’ ich es gelassen.

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    1. Das Lob des Zeichenlehrers hatte schon gut getan, aber nach meinem heutigen Verständnis war ich viel zu unruhig und konnte kaum STILL an meinen Talenten feilen. Und es gab vor allem Schach, in dem ich recht bald grössere Erfolge hatte. Da ging die ganze künstlerische Energie hin!
      Von Deinem Kunstengagement als Teenie und Deinem Schachspielen weiß ich übrigens 🙂

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  4. Deine Seite hat sich zu einem sehr schönen und buntem blog entwickelt, Gerhard. Und würde mir jemand sagen, hey, schau mal auf den Gerhard bei Claudia Klinger und auf den Gerhard hier bei Kopf und Gestalt würde ich antworten, man,- “reiner Zufall”, die haben beide nur den gleichen Vornamen. Nicht wertend gemeint, sondern nur so unterschiedlich anders in meiner Wahrnehmung. Womit ich auch meine zu erkennen, wie unscharf Kommentare eine Persönlichkeit zeichnen. Ich jedenfalls mag beide Gerhard`s 🙂

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