Nach einer Foto-Vorlage aus “Jüdische Portraits” von Herlinde Koebl.

Mich hat das Buch von Koelbl “Jüdische Portraits” , das in den frühen Neunzigern erschien, sehr inspiriert.
Koelbl ging es darum, zu zeigen, auf welch unterschiedliche Weise jüdische Mitbürger die Zeit in den 20ern, 30ern und danach innerlich verarbeiteten. Mir gefiel die meist kämpferische Haltung manch Portraitierter. Ihre Resilienz neudeutsch.
Damals, in den frühen 90ern, interessierte mich zum zweiten auch sehr das Älterwerden. Ich fand in Koelbls Buch wunderbare Fotoportraits von Alten, die mich sehr einnahmen und die ich ab und an zeichnerisch umsetzte. So hier das Portrait von Stefan Heym.
Das Buch markierte zum dritten auch eine zaghafte persönliche Öffnung hin zu Geschichte. Zuvor war ich sicher apolitisch und wusste wenig bis garnichts von geschichtlichen Zusammenhängen. Aber es dauerte auch dann trotzdem noch geraume Zeit, bis ich mich intensiver mit Geschichte und Politik auseinandersetzte.





