Studie

Nach einer Foto-Vorlage aus “Jüdische Portraits” von Herlinde Koebl.

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Mich hat das Buch von Koelbl “Jüdische Portraits” , das in den frühen Neunzigern erschien, sehr inspiriert.
Koelbl ging es darum, zu zeigen, auf welch unterschiedliche Weise jüdische Mitbürger die Zeit in den 20ern, 30ern und danach innerlich verarbeiteten. Mir gefiel die meist kämpferische Haltung manch Portraitierter. Ihre Resilienz neudeutsch.

Damals, in den frühen 90ern, interessierte mich zum zweiten auch sehr das Älterwerden. Ich fand in Koelbls Buch wunderbare Fotoportraits von Alten, die mich sehr einnahmen und die ich ab und an zeichnerisch umsetzte. So hier das Portrait von Stefan Heym.

Das Buch markierte zum dritten auch eine zaghafte persönliche Öffnung hin zu Geschichte. Zuvor war ich sicher apolitisch und wusste wenig bis garnichts von geschichtlichen Zusammenhängen. Aber es dauerte auch dann trotzdem noch geraume Zeit, bis ich mich intensiver mit Geschichte und Politik auseinandersetzte.

25 thoughts on “Studie

  1. Herlinde Koelbls fotografische Porträts bewundere ich seit langem. Du hast hier Licht und Schatten des Fotos sehr eindrucksvoll in eine Zeichnung überführt.
    Stefan Heym habe ich immer als außerordentlich wach und klug erlebt – hier wirkt er müde. Kaum zu glauben, dass er nach dieser Aufnahme noch die Energie für eine politische Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter der PDS aufgebracht hat.

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    1. Danke Ule!
      Ja, Koelbls Portraitbuch bewahre ich immer noch wie einen Schatz.
      Vielleicht lies sich Heym bewusst so fotografieren, ich denke, sonst hätte er der Veröffentlichung nicht zugestimmt.
      Er ging ja durch viele Kämpfe in seinem Leben.

      Für mich ist auch der Zeitpunkt von Koelbs Buch von Interesse?! Darüber würde ich gerne mehr wissen..,

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      1. Ich weiß ja nicht, welchen ihrer Fotobände du besitzt … in meinem großartigen Band ‘Mein Blick’ sind auch zahlreiche Porträts enthalten, aber das von Stefan Heym fehlt. Die Fotografien darin stammen aus ganz verschiedenen Jahren, beginnend mit 1978. Vor etwa fünf Jahren gab es im Schloss Oberhausen eine Fotoausstellung, durch die sie selbst bei der Eröffnung uns BesucherInnen führte. Das war sehr spannend, und man bekam auch von ihrer Persönlichkeit einen ganz guten Eindruck. Ich habe viel fotografiert damals, aber mich leider nie um Veröffentlichungsrechte bemüht. So bleibt mir nur der private Genuss.
        Wahrscheinlich kann man einzelne Fotos für nähere Angaben doch auch googeln, oder nicht?

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        1. Ja, die Fotos waren in “Jüdische Portraits”.
          Dann gab es einen Band “Starke Frauen” von ihr, der mich nicht so interessierte.

          In Schloß Oberhausen gab es auch mal eine Ausstellung “Ipousteguy”.
          Obwohl ich damals Kopfweh hatte, war das eine GANZ fulminate Ausstellung.

          Solche Leute wie Koelbl mal live zu erleben, kann besonders sein.

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          1. Ja, an Ipoustéguy erinnere ich mich noch gut, ich habe damals den Aufbau der Ausstellung mit einer Schulklasse verfolgt (Riesenobjekte teilweise, die aus einem LKW nach Möglichkeit ohne Beschädigung entladen werden mussten), und die Kinder haben I. in der Zeit auch interviewt (ich musste übersetzen 😉).
            Die Ausstellung war klasse, finde ich auch.

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