Category: Wissenschaftliches

Gefühlsqualitäten

Durch einen Freund sties ich auf folgenden Artikel.

Lars Chittka schreibt hier von Versuchen, die bei Insekten eine gemeinhin nicht vermutete Intelligenz vermuten lassen, ähnlich der wie bei Raben. Es geht um eventuelle Schmerz- und Lustempfindungen.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch an einen Artikel von Martin Hubert über das Huhn.
Dort zeigte der Autor auf, daß das Huhn keinesfalls dumm ist, sondern diverse Verhaltensweisen an den Tag legt, die man so kaum gedacht hätte.

Sei es wie es sei: Der Artikel von Lars Chittka ist bemerkenswert und kann zumindest, was Tierhaltung und Tiernutzung betrifft, neue Verhaltenscodices und Richtlinien hervorrufen.

Tagesgedanken XXII

Dieser Tage war ich auf einer Versammlung einer Schmetterlingsgruppe.
Ich war als Gast dieser Gruppe anwesend.

Gebündeltes Wissen und Erfahrung.
Dennoch konnte ich hie und da gut folgen.
Ein Thema war die deutliche Diskrepanz in der Farbgebung zwischen Raupen und den dazugehörigen Nachtfaltern.
Die Raupen waren oft bunt, die Nachtfalter eher nichtssagend..
Was für uns bunt ist, ist für tierische Angreifer wohl eher abschreckend.
Als letzten Schutz haben diese Raupen oft Ausstülpungen wie Äste, die Stachel suggerieren.

Beim Hinausgehen meinte ich zu einer Teilnehmerin, daß man, wenn man immer spezieller in seinem Wissen wird, es mit niemanden mehr teilen kann. ( Das wusste ich vom Schach her. Die Feinheiten dieses Spiels kann man dann nur noch mit Experten, die irgendwo weit weg wohnen, teilen. Das ist der Preis.)
Sie meinte, daß sie, um dem zu wehren, sehr breit aufgestellt sei.

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Ich erwähnte vorhin Schach. Erst vor vier Tagen erzählte ich einem Ornithologen von einer Situation im Schach in der Bundesliga. Ich hatte eine Partie verloren, Dr. Fahnenschmidt trat ans Brett hinzu und ich fragte ihn, den Nationalspieler, über die Qualität eines Zugs, den ich eigentlich hätte spielen wollen. Er antwortete nicht mit einer langen Erklärung, sondern machte eine etwas fahrige Geste, die heissen konnte, daß es da noch schneller gegangen wäre ( mit meinem Verlust).
Diese Geste half mir nicht. Erst eine gute Zeit später kam ich darauf, was er wohl mit sder spezifischen Handbewegung ausdrücken wollte. Es gab keine direkte Zugfolge, kein 1-2-3, die es zu bemerken galt, sondern eine allgemeine Verkümmerung meiner Situation wäre eingetreten. Und damit auf kurz oder lang auch ein Verlust.

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Beim Fotografieren der Mordfliege (ich berichtete) bin ich heftig gestürzt, aber wie durch ein Wunder blieb Mann und Kamera heil.
Als wäre mir das nicht eine Mahnung gewesen, bin ich 10 Tage später noch heftiger auf einer Treppe gestürzt. Beim Fallen dachte ich, während ich schrie, an alle möglichen Konsequenzen, wirklich an alle, aber ausser einem etwas lädierten Knie und dem Zerschlagen einer großen Keramikkugel ist nichts passiert.
Ich sollte das nicht ein drittes Mal probieren!

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Tagesgedanken XXI

Ausgelöst durch 3, 4, 5 Artikel jüngst von HJ Schlichting zum Sehen zog ich erneut ein Buch hervor, das ich wohl vor 10 Jahren gelesen hatte:

Simon Ings – Das Auge.

Das Buch ist von 2007, die Übersetzung von 2008, auf Studien wird bis 2004 zurückgegriffen.

Es beschäftigten sich im Lauf der Menschheitsgeschichte enorm viele Gelehrte mit allen möglichen Aspekten des Sehens/der Sehwahrnehmung im Tierreich und beim Menschen.
Ings geht bei seiner Schau nicht chronologisch vor, sondern beleuchtet immer wieder Teilaspekte – von denen es allerdings ungeahnt viele gibt 🙂

Eine Inhaltsangabe wird hier nicht erfolgen: Nur soviel, das Buch macht mir enormen Spaß!

Ich lese es gerade sogar zum dritten Mal, da ich einige Aspekte überlesen oder mir doch nicht gemerkt hatte.
Ings hat eine bemerkenswerte Tendenz, in seinem Text gelegentlich generalisierende Aussagen einzuflechten. Etwa folgende:

Die meisten Tiere führen ein Leben von unvorstellbarer Regelmäßigkeit und die Evolution hat sie dafür mit Augen ausgestattet, die sie vor Unterbrechungen ihres gewohnten Programms warnen sollen.

Oder folgende:

Feldbegehung ist die ruhmloseste, armseligste Tätigkeit in der Archäologie. Bei diesem Trauermarsch, den Kopf gebeugt,…

Mir gefällt diese lakonische Art. Es spricht ja auch immer viel Erfahrung daraus.

Zur Dominanz des Sehsinns

Eine Frau, die im Phaeno/Wolfsburg auf vier Videos gleichzeitig ihre Lippen bewegt.

Ich habe ihre Augen verpixelt, weil ich nicht weiß, ob ich mein Foto unverstellt zeigen kann.

Wahrzunehmen ist beim Betrachten des ersten Videos oben links die Lautfolge fa-fa-fa, dem zweiten daneben zugeordnet erscheint ba-ba-ba, das dritte Video links unten hat eine andere, ähnliche Lautfolge, das vierte daneben wiederum auch.

De facto tönt aber der Lautsprecher nur ba-ba-ba.
Das merkt man erst, wenn man nicht hinschaut.

Wie ist das möglich?