Category: Kreatives sonst

Der Strom der Buchstaben

Dieses Gemälde misst erstaunliche 330 x 425 cm. Es entstand Ende der 50er Jahre.
Es stammt von Simon Hantaï und wurde im Harenberg-Kalender von 2002 besprochen.

Es ist übervoll mit philosophischen, literarischen, biblischen oder mystischen Schriften.
Solche Maße habe ich nur bei Gerhard Richter oder Pawel Nikolajewitsch Filonow gesehen.

Bei Filonow, da erinnere ich mich, war jeder Quadratzentimeter ein kleines Universum.,
bei Simon Hantaï vermute ich dasselbe.

Ob Hantaï seine in Schrift gegossenen Überlegungen seriell aufgetragen hat oder bestimmte Themenbereiche nur in bestimmte Ecken, weiß ich nicht.
Jedenfalls ist die Schrift jetzt zum Teil verwaschen.
Man erkennt auch nicht, zu welchen Lebensumständen dies und das verfasst wurde. Ohne die Kenntnis davon sind solche meist kurzen Sätze sicherlich eher rätselhaft.

Tears

Am 20. Januar 2024 besuchte ich die Akomfrah-Ausstellung in der Schirn Frankfurt.

Drei Räume mit Videoleinwänden.

Ich hatte mich zuvor informiert.

Die Melange an choreographierten Bildern zog mächtig in den Bann.

Dieses Foto oben tauchte ab und an auf. Es zeigt einen Sklaven im Jahre 1850 !

In den Bildern ging es um Kolonialismus, aber auch, so sah ich den zweiten Raum, um das, was Menschen so alles anstellen. Mit ihresgleichen, mit Fauna und Flora.

Im 3. Raum, einer Arbeit von 2023, lies Akomfrah davon ab. Nun ging es um die Wunder der Erde.

Es war ja alles gezeigt worden. Jetzt hatte Schönheit ihren Platz, aber keine aus Werbeschriften, sondern natürliche, der Erde innewohnende.

Obwohl ich an diesem Tag sehr sehr müde war, vielleicht auch gerade deshalb, haftete mir diese Ausstellung lange im Gedächtnis.