Category: Kreatives sonst

Solidarität und Respekt

Solidarität ist ein mir wichtiger Begriff.
Ich handele oft  unterstützend, wenn ich wahrnehme, daß meine Hilfe zu etwas beitragen oder etwas befördern könnte.

Vielleicht kommt diese Haltung von meiner Mutter. Sie half den Schwachen so wie es ihre eigene Mutter offenbar auch hielt. Oder sie kommt von einem mich sehr beeindruckenden Buch, in dem der Autor Beispiele psychologischer Induktion anführte, also etwa ein beiläufiges förderndes Gespräch eines Erwachsenen mit einem verunsicherten Kind.

Egal woher diese meine Haltung kommt, sie zeigt sich fast durchgehend:
Ich unterstütze wertvolle Blogs seit Jahren durch meine Kommentare, weil ich denke, sie verdienten mehr Publikum.
Ich kommentiere regelmässig auf dem Youtube-Kanal eines befreundeten Musikers.
Ich kaufe oft CDs von Künstlern, um ihre Arbeit zu würdigen.
Im Schach, meinem wichtigsten Hobby vielleicht, bin ich bereit, andere in ihrem Verständnis des Spiels zu unterstützen. Ich lobe ihre Leistungen. Ich mache ihnen Hoffnungen.
Im Job lasse ich andere meist nicht ohne Hilfe.

Weitere Beispiele will ich nicht anführen.

Ich stelle fest, daß andere offenbar nicht so “geradlinig” empfinden:
Gute Initiativen werden nicht unterstützt. Im Klingelbeutel einer Busreise findet sich manchmal kaum was zum Erklingen.

Meine befördernde Haltung wird nicht immer belohnt, manchmal sogar nicht wahrgenommen. Manchmal werde ich ausgenützt. Da bin ich allerdings aufmerksam genug, um mich ohne Gram abzuwenden und neuen Dingen zuzuwenden.
Die Bereitschaft, zu unterstützen und zu befördern, hat deswegen nie nachgelassen.

Wieso ich das alles schreibe? Weil mich das definiert. Mich charakterisiert.
Ich bin kein Gutmensch, aber einer mit bestimmten deutlichen Facetten.

 

Schwer Erklärliches

Irgendwann vermutlich ganz zum Ende des letzten Jahrtausends entwickelte sich bei mir eine nicht ansteckende Neuroderminitis in der rechten Handfläche.
Auslöser war eine Blase in der Handmitte durch intensives Arbeiten mit einem Gartengerät.
Die Blase heilte ganz merkwürdig ab. Es blieb eine verkrustete Stelle zurück.
Durch nervöses Zupfen daran wurde diese Stelle allmählich grösser, bis dann schliesslich die ganze Handfläche betroffen war.

Diverse Salben halfen nicht, auch Handschuhe. Zudem riss die Haut immer wieder spontan auf.
Ich hatte vor allem Probleme, meine Hand zu zeigen.Sie war so hässlich für mich! Ich entwickelte ein massives Vermeidungsverhalten. Nur nicht die Hand zeigen.

Alsbald bekam ich das Gleiche auch an der linken Hand, auch wieder nach Abheilung einer Blase.

Mindestens 5 Jahre quälte mich das.
Auf einer Kur deswegen traf ich in einer Freizeitaktivität eine Frau, die ein hängendes Augenlid hatte. Ich begriff, daß das ein ernsteres Problem war als meines, doch half mir das nur kurzfristig.

Vor 12 Jahren nun starb mein Bruder.
Ich war so beschäftigt mit seiner entsetzlichen Krankheit und dem drohenden Verlust, daß ich für 1, 2 Tage meine gequälten Hände nicht mehr beachtet haben muß. Obwohl ich sie eigentlich immer wieder gesalbt hatte.
Eines Morgens schaute ich meine Hände an und beide waren plötzlich geheilt!( Nur in der linken war noch eine kleinere Stelle, die ich durch intensives Salben nach einem Monat auch weg hatte.)

Eine Spontanheilung also! All die (massiven) Anstrengungen zuvor hatten nichts bewegt!
Für mich ein unglaubliches Wunder!

Jahre später dann bekam ich durch Nachlassen der Pflege meiner Hände rechts erneut eine grosse, rissige und rote Fläche. Und auch da war ich wieder vollkommen betrübt und verbarg meine Hand, wo ich immer nur konnte.

Irgendwann (!) war ich dann soweit, etwa an der Kasse des Supermarkts, meine Hand einfach vorzuzeigen, um das Wechselgeld zu empfangen. Kaum mehr Scheu. Ich wollte nichts mehr verstecken.Ich hatte genug davon.
Wohl 15 Jahre hatte ich dazu gebraucht!!

Durch eine weitere Spontanheilung ist meine rechte Hand dann etwa vor mehr als einem Jahr wieder frei geworden. Einen letzten Rest beseitigte ich durch geduldige Pflege.

Ich weiß jetzt, daß ein etwaiges Zurückkommen der Krankheit nicht mehr dazu führen wird, daß ich mich verstecken werde.
Dieses Verstecken war, so sehe ich es jetzt … die eigentliche Krankheit!