a drawing saved my life”.
Dies war der Titel einer Ausstellung in Nürnberg, die ich vor gut einem Dutzend Jahren besucht hatte.
Der Künstler schien mit der Überschrift gemeint zu haben, daß er mit jeder seiner Zeichnungen, die er am Abend eines Tages anfertigte, seinen Tag – auf besondere Weise – wiedergab, und ihn, den Tag, so in einem künstlerischen Ergebnis “sicherte”.
Der Titel dieser Ausstellung erinnerte mich aber fatal an eine Begebenheit in meinem Leben, die ich auch so hätte umschreiben können.
Vor 17 Jahren war ich in einer Situation, die mich völlig verzweifeln lies: 15 Monate fast unausgesetzter schwerer Depression und Angst lagen hinter mir. Ich wusste mir keinen Ausweg mehr. Nichts hatte geholfen.
An einem Abend begann ich, nach sehr langer Zeit, angeregt durch einen wohlmeinenden Ratschlag, wieder eine Portraitzeichnung. Mir war absolut nicht danach, aber was hatte ich zu verlieren? Nur eines fürchtete ich: Wenn diese Zeichnung fürchterlich schiefgehen würde, was dann?
Aber die vielleicht 90 Minuten dieser Arbeit trugen schöne Früchte!
Am nächsten Morgen war überraschend die “Dunkelheit” weg. Ich spürte deutlich die Potenz ihrer Rückkehr (ein ganz eigenartiges Gefühl übrigens), also passte ich die nächsten Tage sehr auf, daß ich nicht in irgendwelche Gedankenspiralen abrutschte. 4 Tage nach der Zeichnung spürte ich auch diese Potenz nicht mehr, ich war frei.



