Category: Kreatives sonst

“Last Nite…

a drawing saved my life”.

Dies war der Titel einer Ausstellung in Nürnberg, die ich vor gut einem Dutzend Jahren besucht hatte.
Der Künstler schien mit der Überschrift gemeint zu haben, daß er mit jeder seiner Zeichnungen, die er am Abend eines Tages anfertigte, seinen Tag  – auf besondere Weise – wiedergab,  und ihn, den Tag, so in einem künstlerischen Ergebnis “sicherte”.

Der Titel dieser Ausstellung erinnerte mich aber fatal an eine Begebenheit in meinem Leben, die ich auch so hätte umschreiben können.
Vor 17 Jahren war ich in einer Situation, die mich völlig verzweifeln lies: 15 Monate fast unausgesetzter schwerer Depression und Angst lagen hinter mir. Ich wusste mir keinen Ausweg mehr. Nichts hatte geholfen.
An einem Abend begann ich, nach sehr langer Zeit, angeregt durch einen wohlmeinenden Ratschlag, wieder eine Portraitzeichnung. Mir war absolut nicht danach, aber was hatte ich zu verlieren? Nur eines fürchtete ich: Wenn diese Zeichnung fürchterlich schiefgehen würde, was dann?
Aber die vielleicht 90 Minuten dieser Arbeit trugen schöne Früchte!

Am nächsten Morgen war überraschend die “Dunkelheit” weg. Ich spürte deutlich die Potenz ihrer Rückkehr (ein ganz eigenartiges Gefühl übrigens), also passte ich die nächsten Tage sehr auf, daß ich nicht in irgendwelche Gedankenspiralen abrutschte. 4 Tage nach der Zeichnung spürte ich auch diese Potenz nicht mehr, ich war frei.

 

 

 

Ladis Schwartz

Die folgende Zeichnung zeigt den Bildhauer Ladis Schwartz.
Ich habe Anfang der 90er entweder portraitiert oder “surrealistische” Zeichnungen gemacht.

Ladis

Die Vorlage zu diesem Portrait findet sich in dem hervorragenden Foto- und Interviewbuch von Herlinde Koelbl , “Jüdische Portraits”.

Mir hatte das Buch, das ich vor fast 25 Jahren gekauft habe, viel gegeben.

Schwartz in der Wikipedia

Tomas Saraceno im Lenbachhaus

Unlängst war ich auf einen Tagestrip in München.
In den knapp 6 Stunden waren wir u.a. in zwei Museen.
Das Lenbachhaus ist seit jeher eine gute Adresse und so schauten wir uns dort eine der aktuellen Ausstellungen
“Mentales Gelb. Sonnenhöchststand. Die Sammlung KiCo”
an
Von den zeitgenössischen Künstlern in dieser qualitativ sehr überzeugenden Ausstellung fiel mir Tomas Saraceno auf. In einem grösseren Glaskubus fand sich ein geometrisches Gebilde, schwarze, hauchfeine Linien, die schwebende Ebenen, fast wie dreidimensionale Projektionen, bildeten.
Ich konnte mir partout nicht erklären, wie dieses doch so feinsinnig wirkende Objekt, Spären gleich, konstruiert worden war.
Erst an der Wandtafel fand ich des Rätsels Lösung: Daß es Spinnen waren, die diese Kunstwerke vollführt hatten und daß diese planmässig durch das gelegentliche Drehen des Kubus in ihrem Tun irritiert wurden, sodaß man im Ergebnis nicht an Spinnennetze erinnert wurde.
Die Netze wirkten wie Wanderungen durch den Raum des Kubus.

Ich habe den Kubus nicht fotografiert. Einen Link zu einem ähnlichen Objekt von Saraceno habe ich beigefügt:

Sphären