
Ich schreibe hier wieder mal über Schach, aber das Folgende hat ganz allgemeine Lebensbedeutung:
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Im März wurde das Schach-Kanditatenturnier in Berlin ausgetragen.
8 Topspieler traten doppelrundig an, um den Herausforderer für Weltmeister Magnus Carlsen zu ermitteln.
Ich fuhr nicht hin, obwohl ich ein glühender Anhänger des Exweltmeisters Vladimir Kramnik bin, der mit 42 seine praktisch letzte Chance suchte, sich gegen Leute z. Teil fast der Hälfte seines Alters erneut für eine WM zu qualifizieren.
Es kam, wie ich befürchtete: Vladimir Kramnik wurde nur Fünfter und ein 25-Jähriger namens Caruana qualifizierte sich.
Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, begriff ich, was wohl das eigentliche Anliegen von Kramnik war:
Er wollte nochmal mit allen Kräften tiefes und unternehmungslustiges Schach spielen! The last Hurrah.
Er spielte immer die längsten Partien und ging möglichen Punkteteilungen, was für den 1. Platz sicher eine vernünftige Strategie hätte sein können, aus dem Weg. Das kostete gewaltig Kraft und da die Stellungen immer höchst komplex gestaltet waren, ging ihm wohl ab und an die Puste aus.
Es war tatsächlich ein “Last Hurrah”, noch einmal gegen die Weltbesten auszuloten, was Schach an Schwierigkeiten und er an Erfindungsreichtum zu bieten hat.
Andere, weit Jüngere, kämpfen nun um den Schachthron.









