Category: Gesellschaftliches

Das Science-Center in Frankfurt

Nach den Science-Centern, die wir in Bremen 2020 und Wolfsburg 2023 besuchten, schauten wir uns dasjenige in Frankfurt an. Es heißt dort Experiminta.

In einem gleichen sich alle 3 Sciencecenter: Sie sind mit Kindern überfüllt, die tobend und schreiend durch die Räume laufen und gehörig Lärm dabei machen 🙂

Dennoch waren wir mindestens 3 Stunden darin, bis 17:30, dann schliesst nämlich die Schau.

Das Universum in Bremen und das Phaeno in Wolfsburg hatten mehr Raum und Möglichkeiten, da eigens dafür ein Bau angelegt war. Das Experiminta leidet ein wenig unter dem zur Verfügung stehenden Platz in einem älteren Gebäude.

Nichtsdestotrotz hatten wir einigen Spaß, mit Flaschenzügen, mit Spiralfedern, mit Gravitationsveranschaulichungen der Himmelskörper, mit mathematischen Problemen und solchen aus der Informatik. Manches leuchtete aus dem Schulunterricht nach und wer damals aufgepasst hatte, hatte des öfteren ein Verständnis der Phänomene.
Auch im Experiminta schafften wir es nicht, alle Darbietungen entsprechend zu würdigen. Im Phaeno waren wir seinerzeit an DREI Tagen als Besucher anwesend, solch eine Fülle an Experimenten wartet auf den Besucher.

Man konnte sich auch einfach an den Phänomenen sinnlich erfreuen.

Tagesgedanken XXXVIII

Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiß, aber unter welchem Stein liegen sie?

Ein Satz von Kafka in seinem Tagebuch.

So, wie es aussah, lag unter keinem Stein etwas. Aber hatte er alle geprüft?!
Der Gedanke, Kraft seines Geistes all die Untiefen in sich meistern zu können, ist verlockend, aber zum Scheitern verurteilt. So viele hatten schon ähnliches versucht.

Am besten ist: Man hat keine Probleme.

*

Freut mich und macht mich traurig, denn ich habe nichts.

Ein Gedanke von Kafka, der eine Einladung von Robert Musil zu einem Literaturmagazin bekam.

Der Gedanke, nicht zu genügen , ist mir aus meiner eigenen Kindheit bekannt. Als mein Kunstlehrer häusliche Arbeiten von mir sehen wollte, überfiel mich ähnliches Grauen.

Die Schöne von Marienbad

In Marienbad bin ich einer Plastik begegnet, die mich sehr interessiert hat:

Die Nackte, die überrascht wird. So interpretierte ich den Akt.

Da ich selbst Akt zeichne, aber auch schon in Ton Akte geformt hatte, weiß ich um die Schwierigkeit, einen Akt rundherum adäquat darzustellen.
Aus jedem Winkel muss die Figur stimmen.

Hier, bei dieser Skulptur scheint das wirklich der Fall zu sein. Nur der Kopf schien mir – zunächst – etwas zu groß. Jetzt bin ich mir nicht mehr ganz sicher.
Anzumerken ist bei den folgenden Fotos, daß die Skulptur noch nicht gereinigt worden ist. Das tut aber m.E. nichts zur Sache.

Dies ist eine Traumposition. Jeder Muskel scheint angesprochen. Es ergeben sich diverse Verkürzungen, die stimmen sollten.

Die Figur liegt auf dem rechten Gesäßbacken, der dadurch verformt wird. Der Übergang des linken Oberschenkels in die Gesäßpartie hinein ist durch eine entsprechende leichte Krümmung angezeichnet.

Auch von vorne passt alles. Zeichnerisch ist eine solche Position natürlich wunderbar, da viele Verkürzungen auftreten und zu gewichten ist, daß Knie und Unterschenkel näher zum Betrachter sind als der Rest des Körpers.

Ich finde, daß der Hersteller dieser Skulptur eine besonders prickelnde Position gewählt hat. Prickelnd deswegen, weil es hier keinerlei “langweilige” Ansicht gibt, egal wo man gerade steht. In jeder Ansicht gibt es Besonderheiten. Das ist bei manchem Aktzeichnen nicht der Fall, weswegen manche Zeichner des öfteren ihre Position wechseln, um eine ausdrucksstärkere Ansicht zu bekommen.

Späte Liebe

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Abendbrot
heimatlos
auszeichnen.

Die Worte sind von Heide mit ihrem Blog “Puzzle“.

*

Die letzte Liebe. Die ist für manche nur die Musik. Musik zeichnet ja aus, dass sie bis zum Schluss verwöhnen kann.

Für andere ist es ein Haustier. Frau Steeger von “Klimbim” wünschte sich genau das (und nichts anderes). Das Tier um sich zu haben, beim ersten Morgenstrahl und auch nach dem Abendbrot, was für ein Segen!

Wiederum andere haben ehrgeizigere Ziele: Sie wollen das Feuer der Liebe auch jenseits der 70 noch einmal erleben. Da fällt mir z.b. Henry Miller ein, der glaubte, das noch einmal erleben zu dürfen. Und kläglich scheiterte. ..nur den Liebeskummer spüren, sich heimatlos empfinden musste, sozusagen das Negativ zum ersehnten Ziel.

Was Henry Miller erlebte, ist so selten nicht. So mancher glaubt noch auf den letzten Metern ins wohlig Aufregende eintauchen zu können. Man hört es allenthalben im Bekanntenkreis. Mit dem fast immer gleichen Ausgang, wie mir scheint. Miller würde trotzdem sagen: Recht getan. Wieso nicht das Höchste anstreben? Wieso zwei Stufen runtersteigen, von ganz alleine, ohne Not?

So verschieden sind eben die Leute gestrickt – entweder schnappen sie mit dem fast letzten Atemzug nach dem Braten wie bei Breughel, oder sie bescheiden sich von vorneherein.

Ich habe eher Sympathie mit Frau Steeger. Sie hatte ihre Parts, nun war was anderes dran. Das Hecheln war nicht ihres.

Aber Henry Miller war schon ein ganz Besonderer: Hatte er etwas Berauschendes erlebt, versuchte er es sofort mit Sprache nachzuerleben…und scheinbar gelang ihm das. Die Luft wollte er so schnell nicht aus dem Ballon entweichen lassen! Sie sollte ihn noch weiter füttern, ihn dann gesättigt fühlen lassen.

Dieses Ansinnen, etwas Bezauberndes nicht einfach mit dem Wind ziehen zu lassen, das gefiel mir sehr vor 30 Jahren.

Wo also genau stehe ich? Ich bin eher vorsichtig, habe zudem andere Freuden, die mir kaum einer nehmen kann.. und das ist doch das Wichtigste!

300 Worte