Category: Etüden

Quassler

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Quelle: Pixabay, Bearbeitung von Christiane

Einer Einladung von Christiane  folgend, nehme ich wieder mal mit einer Miniatur an den Etüden teil. 🙂

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Du! Du redest wieder wie ein Roman!
Kannst Du Dich nicht mal aus dem Drang, deine Auffassungen in der Runde mitzuteilen, entlassen?

Variabel wäre doch mal, den anderen mehr zuzuhören. Auf Ergänzungen zum Gehörten und Schilderung von Erfahrungen, die nur am Rande damit zu tun haben, verzichten?

Ja! Ja….

Nun, gehört habe ich das wohl, aber bei nächster Gelegenheit wohl vergessen.

Extraetüden – Fortentwicklung

Ich nehme wieder an Christianes Extraetüden teil.

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Ich verlasse für einmal den Canon der Geschichten und Erzählungen und reflektiere hier mal über Gelesenes.

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Mir fiel vor einigen Tagen wieder Andreas Wagners ausgezeichnetes Sachbuch von 2015 ein – “Arrival of the fittest”.
Das folgende ist also eine Art Essay über Wagners Buch.

Es geht darum:
“Wie kommt Neues in die Welt? Wie funktioniert Evolution eigentlich wohl, auf welchen verschiedenen Ebenen kann sie passieren?”

Die Aussichten für das Leben auf der Erde wären nach Ansicht vieler Experten trüb gewesen, wenn nur Trial and Error , Versuch und Irrtum, das Überleben der Tüchtigsten also, für die Fortentwicklung der Arten gesorgt hätten.
Daß sich Arten in der gezeigten Rasanz weiterentwickelt hatten, dafür hätten zwei Milliarden Jahre nicht ausgereicht.
Welche Möglichkeiten haben dann da wohl geholfen? Was käme in Frage?

Wenn man sich nur das Thema “Stoffwechsel” anschaut:
Wenn in der nächsten Generation einer Art eine Abweichung einer biologisch-chemischen “Maschine” wie einem Stoffwechsel eintritt, muß der neue Stoffwechsel ja noch so arbeiten wie derjenige zuvor. Sonst wären die Aussichten schlecht, der Organismus wäre in den meisten Fällen unabwendbar verloren.

Reiner Zufall  im Mischen der Bausteine des Stoffwechsels würde die Möglichkeit des Funktionierens drastisch verengen, ja unmöglich machen. Das wäre de facto wie Lotterie.

Wagner spricht von einem besonderen virtuellen Regelwerk, d.h. multidimensionale “Bio-Datenbanken”, in denen ein Stoffwechsel sozusagen ab und an wandert und wie durch ein Wunder die richtige Abzweigung wählt, um sich weiterzuentwickeln, d.h. etwa einen Baustein abzugeben und einen anderen “einzukaufen”, der Neues kann und dennoch die alte, lebenswichtige Funktion gewährleistet.
Wie Wagner zeigt, sind durchaus ein hoher Prozentsatz an Bausteinen in einem Stoffwechsel austauschbar und dennoch bliebe die lebenswichtige Funktion dieses Stoffwechsels erhalten. Etwas Neues an Leistung käme dabei durch einen neuen Baustein hinzu. Es brächte die Art im günstigsten Fall weiter – oder sie stirbt, weil sie durch die Erweiterung nicht “tüchtig” ist: “Survival of the fittest”.

Wie diese zielgerichtete Wanderung in der ungeheuer dimensionierten virtuellen “Biodatenbank” vor sich geht, durch was sie angetrieben wird, das ist wiederum eine spannende, noch ungelöste Frage.

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Ich hoffe, Euch hat diese Mikrobesprechung gefallen!

Die Wandlung – abc.etüden

Gerne nehme ich wieder an Christianes ABC.etüden teil.

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Meine Geschichte ist wieder kurz und knackig, in der Kürze liegt die Würze.

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Seine Aussichten waren schlecht: Schon 15 Monate litt er unter Depression.
Wer konnte ihm da noch helfen?
Er wünschte sich dringlich einen Froschkönig oder eine Froschkönigin, jemand, der ihm den Weg heraus weisen konnte!

An einem besonders trüben Tag nahm er sich abends seinen Zeichenblock , den hatte er schon lange nicht mehr benutzt, so stumpf fühlte er sich durchgängig.
Ein Portrait wie früher wollte er zeichnen, wohlwissend, daß er eigentlich nur kläglich scheitern konnte.
Doch das Portrait gelang. Fast kamen ihm Tränen, das hatte er nicht geglaubt!

Am nächsten Morgen war das Blatt wundersam gewendet. Zwar spürte er noch einen Sog, doch auch der war nach 4 Tagen verschwunden.
Er hatte sich wieder.

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Steckenbleiben – abc.etüden

Ich nehme wieder an Christianes ABC.etüden teil.2019_2324_1_300

Meine Geschichte soll wieder kurz und knackig sein, in der Kürze liegt die Würze.

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Meine Grossmutter,  eine tief gläubige, arbeitsame und Entbehrungen gewohnte Frau erwartete ihr 5tes von 11 Kindern … die Zahl 5 ist hierbei fiktiv, die 11 nicht.

Sie war im Unterdorf in Abweichung ihrer täglichen Routine arbeiten, als sie merkte, dass die Wehen einsetzten.

Sie versuchte sofort nachhause zu gelangen, das waren mindestens 800 m.

Zu ihrem Schreck merkte sie, dass sich gerade die Eisenbahnschranke schloss. Das konnten gut 10 Minuten oder mehr sein, die sie hätte warten müssen.

In ihrer Not kroch sie durch ein weites Rohr unterhalb des Bahndamms.

Es schien sich zu verengen, sie steckte jämmerlich fest. Sie schien unabwendbar verloren.

Durch unmenschliche Kraftanstrengung schaffte sie doch noch den Durchbruch und kam nachhause.

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Diese Geschichte schien mir symptomatisch für meine Grossmutter zu sein.  Aufopferung und Güte war ihr Lebensinhalt.