Category: Etüden

Die Mutter und der Rabe

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden, jetzt 4. Text zum neuen Jahr:

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Die Mutter kommandierte sie ständig herum. Sie war auf der Hut, nie konnte sie es ihr recht machen.
Selbst ihre Toilettengänge hatte sie im Auge: „Komm endlich raus, Du faules Stück!“.

Der jüngeren Schwester passierte das nie. Sie genoß in allem den Vorzug. Warum und wieso, das blieb immer im Dunkeln.

Die Mutter fuhr gerne in Skiurlaub. Ihre Tochter brachte sie beim Bauern unter, der einen recht mickrigen Hof sein eigen nannte.

Der Mutter tat der Urlaub gut, aber wieder zuhause setzte das alte Lied ein.

Als die Mutter sehr alt wurde und Pflege benötigte, weigerte sich überraschend die jüngere, immer bevorzugte Schwester. Das „faule Stück“ musste also die Pflege übernehmen und tat es vorbildlich.

Eine Aufwertung erhielt sie auch hier nie. Das war nicht drin, das wusste sie.

 

Fünfzig Male

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Beim Schorsch verbringe ich immer meinen Skiurlaub.
Eigentlich fahre ich kein Ski mehr, aber die Landschaft dort ist so schön.

Das Essen ist leider mickrig geworden in letzter Zeit.
ICH kann das beurteilen, bin ich doch schon zum 47ten Mal bei ihm. Zum 47ten mal!
Schorsch macht keinerlei Anstalten, besseres Essen auf den Tisch zu stellen.
Meinen Ausspruch abends beim Bier: “Früher war vieles besser”, hatte er nicht wirklich verstanden.
Ich war mürrisch und grantig!  Wirklich sauer!
Meine Frau sagte am Telefon:
“Du bleibst doch jetzt nicht fern, jetzt, wo du die 50 fast voll hast!”

Da sie mich gerne kommandierte, und ihre “Ratschläge” eigentlich immer richtig waren, ging ich drauf ein.

“Aber wenn Schorsch dann den 50ten vergisst?!?”

“Nun lass das mal meine Sorge sein!”, meinte sie.

“Ja dann… dann ist ja alles geregelt.”
So kann es weitergehen.

 

Die Not des Busfahrers

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Sommers fahre ich gerne in ein Gebiet, wo man winters seinen Skiurlaub verlebt.

Die Angebote zu dieser Zeit sind dann eher mickrig, aber dafür ist alles recht ruhig.

Eines Tages, beim Stehen vor dem Hotel, mit meiner geliebten Pfeife, sah ich einen Bus rückwärts den Berg hochfahren.
„Heh, wieso machst Du das?“ rief ich dem Busfahrer zu.
„Mein Chef hat mich kommandiert, es so zu tun. Weil man oben nicht drehen kann“.

Nach einer Weile kommt der Busfahrer zurück, wieder verkehrt herum!

Ich war völlig baff!

Er meinte nur: „Man konnte oben doch drehen“.

 

 

 

Der Ton macht die Musik

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Das Buch war eindeutig mickrig!
Besser war das vorhergehende leider auch nicht.
Überhaupt der ganze verdammte Stoß!

Meine Frau hatte ich vor meinem Skiurlaub gebeten, mir eine Reihe ihrer Lieblingsbücher mitzugeben. Ich kommandierte dabei herum, nach all der Hektik im Büro der letzen Woche…

So hatte sie mir also meinen Ton heimgezahlt!
Der leere Inhalt der Bücher schallte gleichsam in meinen Ohren nach. So wie die ihren wohl geklingelt hatten.

Schön blöd das alles gelaufen!