Quelle: Pixabay,, bearbeitet von Christiane
Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Corlys Lesewelt.
Ich beteilige mich gerne an dem Projekt, nun schon in der 5. Etüden-Ausgabe des Jahres.
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Schnapper nannten wir Jungen ihn frech.
Oft kam der gehbehinderte alte Mann kurz vor Sonnenuntergang ins Lokal, um Automat zu spielen. Zudem war es in der Wirtsstube warm.
Meist aber waren wir Jungs schon da und versuchten verzweifelt, den Geldautomat auszutricksen.
Der Alte musste sich derweil gedulden, saß zwei Tische hintenan und wartete.
Wir wollten den Mann etwas ärgern: Wir taten so, als würden wir gerade gewinnen. Stattdessen liesen wir nur unser eingeworfenes Geld heraus, die Münzen flogen nur so. Einen Freudestanz vollführten wir dazu.
Der alte Mann wurde ganz unruhig, weil Geldausschüttung bedeutete, daß der nächste Spieler kaum mehr etwas gewinnen würde.
Er bezahlte daher und ging.
Diese Geschichte kommt mir immer wieder mal in den Sinn, werde ich doch jetzt selbst alt. Noch habe ich kein derartiges Leiden wie der alte Geldautomatenspieler.
Und bin auch nicht einsam! Habe also andere Möglichkeiten noch.
Noch.



