Schabernack

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von BerlinAutor.
Ich beteilige mich gerne an dem Projekt, nun schon in der vierten Etüden-Ausgabe des Jahres, diesmal mit einer kleinen Kette humoriger Geschichten:

*

Ich bin für meinen Schalk bekannt, doch für Job, dem befreundeten Keramiker aus den Niederlanden, war mein Schabernack nun denn doch etwas zuviel:
Breit lächelnd sagte ich: “Kannst Du mir diese zwei Stücke auch noch überlassen“?
Kurz zuvor hatte ich schon zwei Keramiken von ihm gekauft, nun hatte ich zwei weitere gesehen, für die ich mich auch interessierte.
Wieso hatte ich meinen Wunsch genau so formuliert??! Weil es ungewöhnlich ist, gleich noch etwas zu kaufen. Und ich mich gerne als etwas verschrobenen Sammler darstellen wollte. Das mache ich gerne, mich selbst auf die Schippe zu nehmen.

Jedenfalls erhob sich bei Job gleich Widerspruch:
“Oh, oh oh! Ich kann Sie Dir etwas billiger geben”.

Viel später wurde mir klar, daß “überlassen” für den Niederländer Job bedeutet hatte, daß ich sie umsonst wollte. Das war natürlich nicht mein Ansinnen. Der Schabernack hat also “backgefired”, mich sozusagen in schlechtem Licht darstellen lassen. Selber schuld, wenn man solche Spässe macht.

*

Mit Helmut saß ich im Cafe’.
“Schau mal die, die sieht ja aus wie die Venus von Milo!!”.
Sofort erhob sich Widerspruch in mir. “Bloß weil sie ein wenig breit gebaut ist”?!
Naja, solchen harschen Schabernack kannte ich ja von Helmut immer mal wieder!

Nun ist das 20 Jahre her, ich weiß das, als wäre es gestern gewesen!
Wir sind immer noch Freunde.

Helmut ist mittlerweile sehr in die Breite gegangen. Nun sieht er ähnlich aus wie damals die Frau vor dem Cafe’.
Der Anstand gebietet es, ihm das zu sagen. Doch mir schwirrt das von damals im Kopf herum. Wie schnell sich das Blatt wenden kann!

*

Der angeklebte Bauer.

Wenn Schachfreund D. seine Partie mit Weiß eröffnete, schob er seinen D-Bauern 2 Schritte vor. Immer!!
Das war immer so und würde auch so bleiben.

Beim jüngsten Turnier setzte er sich breit ans Brett und zog, als der Schiedsrichter die Partien frei gab, mit Elan seinen Bauern!

Hui! Alle Figuren fielen vom Brett!! Er erhob sich entsetzt, was war passiert?

Jemand hatte seinen D-Bauern angeklebt und als er ihn ziehen wollte, riss er das ganze Brett mit!
Was für ein Schabernack!

*

18 thoughts on “Schabernack

  1. Oh, Du warst aber fleißig 🙂
    Die dritte Geschichte mag ich auch am liebsten, obwohl ich denke, daß es für einen ernsthaften Schachspieler wirklich ein krasser Schabernack ist, der ihn ziemlich wütend werden läßt. Oder könnte da einer mitlachen?

    Liked by 1 person

        1. Aus Sicherheitsdenken macht man oft diesselben Züge zu Anfang. Man variiert meist nicht ohne Not. Es sei denn, man kennt von Haus aus viele Varianten und fühlt sich gelangweilt, nur die sicheren Varianten “abzuspulen”.

          Like

  2. An die Geschichte mit dem Töpfer kann ich mich noch gut erinnern. Dass Leute, die selbst im Glashaus sitzen, mit Steinen schmeißen, kommt immer wieder vor.
    Aber das verdutzte Gesicht von dem Herrn, dem sie den Bauern angeklebt haben, das war sicher Gold wert 😁
    Liebe Grüße, danke für deine Mühe mit dem 3 in 1
    Christiane 😁🍷👍

    Liked by 1 person

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s