Category: Etüden

Generationenfolge

Dank Christiane geht es auch 2021 mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeidler.
Folgende Worte sind in einem bis zu 300 Worte starken Text zu verwenden:

Zetermordio
weichmütig
backen.

*

Hans Oma war eine sehr weichmütige Frau. Generös, aufopfernd, immer ausgleichend. Sie war … die Liebe selbst!

Der Grossvater von Hans dagegen war bekannt dafür, daß er öfters Zetermordio schrie. Er soll einmal so stark getobt haben, daß man um das ganze Zimmer Angst haben musste. Und wahrscheinlich auch um ihn selbst.

Kein Wunder fast, daß seine Tochter Renate nach ihm gebacken wurde. Auch sie war zeitlebens jähzornig bis zum Geht nicht mehr.

Und kein Wunder dann auch, daß in der nächsten Generation Wut ein sehr ambivalentes Gefühl wurde. Renates Sohn Hans hatte immer Probleme damit, er verzog sich bei Ansätzen von Streit mit seiner Partnerin. Für Hans war Streit höchst bedrohlich, er konnte nicht bei einer Auseinandersetzung bleiben, wurde kribbelig oder ganz stumpf.

Seinen Opa hatte Hans nie kennengelernt, wusste nichts von ihm. Und das was er wusste, bezog er nicht auf sich.


Käskuchen

Dieser Beitrag bei Christiane ist Teil der Aventüde des heutigen Tags.

*

Käsekuchen mag ich schon immer. Woher die Affinität zu ihm kommt, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls ist er mir immer lieber als Apfelkuchen oder Streuselkuchen, die in unserer Region stark beliebt sind.

Das Etikett Käskuchen mag für viele Kuchen gelten, etwa auch für den flachen Mattekuchen oder Ploatsch (ich hoffe, ich habe ihn phonetisch gut wiedergegeben). Letzteren bekommt man oft in riesigen Schnitten, sodaß man getrost Kuchenteller dafür vergessen kann.

Es gibt sicher auch Käsekuchen mit Alkohol, aber ob man Gin dazu nehmen kann? Jedenfalls habe ich manchmal auch etwas Weinbrand hinzugenommen, wenn ich ihn selbst backte.

Krümeling trockenen Käskuchen mag ich nicht, er stopft so schnell. Am liebsten ist mir eine richtig saftige Varante.

Jedenfalls ist es schön, daß solche Rezepte für mich nie aus der Mode kommen oder irgendwann nicht mehr schmecken. Das kann ich getrost für meinen Käsekuchen behaupten.

Mopsen

Quelle: Pixabay

Dank Christiane geht die Erfolgsstory der Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Mutiger leben.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen

*

Fips hat es gemopst, mein Schokolädchen. Fabelhaft, wie er aufs Sofa gehüpft sein muß und dann auf der Anrichte daneben das Stück abgriff.
Meiner Frau war das im Grunde lieb, denn ich als Schmutzfink neige leider immer wieder mal dazu, meine Schokohände irgendwo abzureiben.
Da ist Fips besser!

48 Worte


Ausgegrenzt…

Kopfweh

Dank Christiane geht es immerfort mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Werner.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Landvermesser
undankbar
aussetzen

*

Knut traf Richard, den Landvermesser an seinem Gartenzaun.

Richard, wie gehts?

Gut, Knut. Und wie ist es bei Dir?

„Auch so.
Nur… nur meine Frau klagt über zu wenig Kontakte, es ist nicht mehr so wie früher.“

Richard: Du meinst wegen dem C-Ding jetzt?!

Ja, das trifft sie hart.“

Richard: „Aber wieso?“

Seit kurzem muß sie beim wöchentlichen Pilates aussetzen. Das hat sie immer gerne gemacht, das war einfach für ihren Körper gut und heilsam . Aber die Frauen dort , die sie alle mag und kennt, wollen im Herbst und Winter ohne Lappen trainieren.

Richard: Dann soll sie es halt bleiben lassen!

„Aber da kommt auch schon das Nächste. Ihr Literaturkreis, der in immer dem gleichen Raum stattfindet und zu dem jedes Halbjahr neue Leutchen hinzustossen können, will sich auch ganz frei austauschen…immerhin ist meine Frau ja schon im vorgerückten Alter!

Richard: Also… Ich würde an Stelle deiner Frau öfters mal die Gasse hier entlang gehen. Die Erna ist doch oft in ihrem Garten und die Trude putzt immer den Gehsteig, regelmässig.

„Aber das ist doch nicht dasselbe, Richard!! Erna ist ausserdem doch fast senil.“

Richard: Ich weiß auch wirklich nicht, was deine Frau will, Du kannst eben Pilates nicht haben ohne Gekeuche. Sie ist da einfach undankbar! Wegen ihr kann man doch nicht die Regeln neu schreiben. Soll sie sich die suchen, die auf ihrer Linie sind….Aber finde die mal!

„Was soll ich jetzt dazu sagen, Richard?!
Ganz schön hart! Eine schöne Ausgrenzung finde ich das!“

Richard: “Mitschwingen oder es bleiben lassen!! Sie grenzt sich selber aus!“.

Knut drehte um und ging wortlos nachhause. Den Gartenzaun sucht er so schnell nicht wieder auf.
Statt auf Verständnis, wie er gehofft hatte, traf er auf Unverständnis.

285 Worte