Author: kopfundgestalt

Im Alamo

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr), und Irgendwas ist immer.

Sonnenhut
haltlos
massieren.

*

Edward, auch Ludwig genannt, trug seit kurzem einen gepflegten Sonnenhut und einen Spitzbart. Einen Adler-Spitzbart, wie er betonte.
Auf seine Freiheit war er mächtig stolz.

2023 reiste er wieder in seine alte Heimat. Und wollte es gleich im „Alamo“ scheppern lassen, seiner einstigen Stammkneipe. Nur dort schmeckten ihm die Biere. In der Fremde hatte er die Lust darauf verloren.
Haltlos wollte er seine Wiederkunft dort feiern.

Erna stand immer noch hinter den Tresen. Früher hatte er ihr mal kollegial die Schulter, vom vielen Bierzapfen ganz steif, massiert. Das war einfach ein Freundschaftsdienst, nicht falsch verstehen, denn man saß ja sooo oft zusammen, im Alamo.

Das Hallo in der Kneipe war dann auch riesengroß, denn auch Hubert war da und Ernst. Beide ganz schön gealtert, aber das zählte jetzt nicht.

„Wo ist denn Rudolf“, fragte er und legte dabei bedächtig seinen Sonnenhut am Tresen ab.
Erna krähte: „Zeh!“
Wie, „Zeh“, verstehe nicht?! Dass Rudolf ab und an gehumpelt hatte, da konnte er sich erinnern. Er selbst hatte ja auch Hühneraugen an den grossen Zeh.
Hubert in der Ecke tönte: „Zeh schreibt man auch mit C.“

Jetzt verstand Edward, der auch Ludwig hies. Und Rudolfs Freund „Jacques“, der Schwerenöter? „Auch Zeh,“ meinte Hubert.

Irgendwie gefiel es Edward, der auch Ludwig hies, in der Kneipe jetzt nicht mehr. Zwei seiner engsten Kumpel fort – und das Bier schmeckte auch irgendwie schal.
Ne, sooo gefiel es ihm nicht. Das war nicht seins! Ne! Sooo nicht!

„Muss heim, Leute! Schön wars!
Erna, halt Dich tapfer.“
Und weg war er.

Ungemeine Vielfalt

Am 4.4.2021 bin ich mehrmals am Tag ausgerückt, um auf einer nahegelegenen Wiese und einem Kirschbaum zu fotografieren.

Von der vorgefundenen Fülle kann man nur Ausschnitte zeigen:

Dieser winzigen Blattwespe kam ich noch etwas näher…
Was die mit ihren schicken Beinen da auf den Kirschblüten trieb, weiss ich nicht.
Offenbar nagte sie den Stengel an. (m Hintergrund vermute ich einen Rapsglanzkäfer).

Die Kirschblüte hat bis zu 30 Staubblätter. Diese bestehen aus einem dünnen, langen weißen Staubfaden,an dessem Ende der gelbe Staubbeutel sitzt.

Desweiteren beobachtete ich an der Kirsche zwei Sandbienenarten, die etwas grösser waren, aber immer noch klein zu nennen.

Die genaue Art kann ich nur vermuten…
Eine Düstersandbiene

Eine besondere Form der Demütigung/A special form of humiliation

 

English below:

Eine Geschichte, wie sie aktueller nicht sein kann:

Der katholische Pfarrer meiner Kindheit war eine wahre Schreckensgestalt!
Mir riss er einmal aus Wut während des Religionsunterrichts das Ohr ein!
Als meine brave Mutter sich daraufhin in einem Brief an ihn wandte (das fiel ihr sicherlich alles andere als leicht, da sie gläubig erzogen war ), suchte er sie sofort wutschnaubend auf, zwang sie, vor ihm niederzuknien und um Verzeihung für ihren Brief zu bitten!
Sie tat es, was blieb ihr übrig. Meine Mutter war ja schliesslich durch ihre Mutter, die zweimal täglich zur Kirche ging, geprägt.

Nachdem mein Vater über den Besuch des Pfarrers erfahren hatte, verbat sie ihm, um Vergeltung nachzusuchen.
Wenn du da hingehst, sind wir geschiedene Leut!“.
Mein Vater musste auf Rache verzichten, was ihm sicher sehr, sehr schwer fiel.

Von der Demütigung meiner braven Mutter durch den Pfarrer erfuhr ich erst viele Jahre später, als Erwachsener.  Ich weiß noch, wie da schäumende Wut in mir aufstieg. Doch ich war hilflos, denn der Pfarrer war längst gestorben.

The village pastor of my childhood was a tyrant, a true horror figure!
He once tore my ear out of anger over anything during religion lessons!
When my brave mother then moderately complained in a letter to him (the complaining was certainly anything but easy to her), he sought out her furious, forced her to kneel before him and ask for forgiveness for her letter!
She did that, of course, what was left to her. My mother was influenced by her deeply religious mother who went to church twice a day.

My mother now forbade my father, after he had learned about the pastor’s visit, to seek retribution.
“If you go there, we are divorced people!”.
My father had to renounce revenge, which was certainly very, very difficult for him.

From the humiliation of my brave mother by the pastor, I learned late as an adult. I still remember how foaming rage rose in me. But I was helpless, because the pastor had died long ago.

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