Tagesgedanken XXXV

Über das Zuhören.

Es wird nicht richtig zugehört. Und es wird in Aussagen etwas hineininterpretiert, was gar nicht Bestandteil des Gesagten war. Nicht mal als unterbewusste Message.
Es gibt wahrlich so manche Tücken in der Kommunikation, trotz gelegentlich starker Bemühungen, es richtig zu machen.
Es gibt Versäumnisse, und man drückt etwas nicht aus.
Man steht nicht Rede und Antwort für das Gesagte, ist nicht zu erreichen.
Man kennt seine eigenen Motivationen und Hintergründe nicht, auch nicht die des Gegenüber.
Man reisst etwas aus dem Zusammenhang und baut darauf seine Kommunikation auf.

Menschlich, allzumenschlich, so könnte man das Tohuwabohu menschlicher Kommunikation bezeichnen. Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!

29 thoughts on “Tagesgedanken XXXV

  1. Es wird, wie Herr Thun so treffend beschrieben hat, mit verschiedenen Ohren gehört, hier liegt einer der Gründe für Missverständnisse. Nachfragen hilft! Und es wird nicht nur nicht richtig zugehört, sondern auch nicht richtig gelesen. Kommunikation ist wohl eins der schwierigsten Felder im menschlichen Miteinander. Für Gruppen habe ich sehr gute Erfahrung mit der Methode des ‘Couceling’ gemacht.

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  2. We are not completely satisfied with the way we communicate so we try to do better. But knowing that we are human and we make mistakes, we try not to get too upset when communications goes wrong.
    Those are great observations and questions – and they go with your sculpture beautifully. 🙂

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  3. Ein leidiges Thema, lieber Gerhard! Wir spielten als Jugendliche in fröhlicher Runde ein interessantes Spiel: Der erste Spieler flüsterte seinem Nachbarn einen Satz ins Ohr, dieser flüsterte das Gehörte seinem Nachbarn weiter, usf.. Grosses Gelächter, welche Botschaft beim letzten Spieler ankam, im Vergleich zum ursprünglichen Satz, der jetzt allen bekannt gemacht wurde. Eigentlich sollte es in der Schule das Lehrfach “Kommunikation” geben! Das wäre heutzutage nötiger denn je. Elisa

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  4. Kommunikation ist schwer, nicht zuletzt, weil wir zunächst naiverweise denken, sofern mein Gegenüber und ich dieselbe Sprache beherrschen, sei der Vorgang banal. Die vielen Ratgeber und Modelle zur Kommunikation zeigen längst, dass dem nicht so ist. Fällt in der Kommunikation auch noch die “Begleitmusik” – Mimik, Gestik etc. – weg, wird’s noch schwerer. Siehe Internet/Soziale Netzwerke. Und wenn dann auch noch der Erregungsmotor im Dauer- und Turbogang läuft, befeuert von unserer hochgejazzten Medienwelt, wird’s ganz schwer. Da hilft nur: mindestens einen, lieber zwei bis drei Gänge runterschalten. Sich einfach ausklinken aus dem Dröhnen der Welt und kleine Brötchen backen. Schmecken übrigens auch besser 🙂

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    1. Kommunikationsvorgänge sind nie “banal” und danke ob des Begriffs “Erregungsmotor “: Wenn man befindet: Jetzt hat der mich schon wieder falsch verstanden, dann wäre es tatsächlich besser, auch ein Offline-Gespräch zu beenden und es auf ein weiteres Mal zu verschieben. 🙂

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  5. Wie im Kleinen so im Großen, wie im Privaten, so in öffentlichen Talk-Shows oder in der Politik. Wer schaut sich das von wem ab? Jedenfalls ist das Zuhören seltener geworden. Jeder will nur seinen/ihren eigenen Standpunkt verteidigen.
    Wer aber nicht zuhören und nicht kommunizieren will, hat auch keinen sicheren Standpunkt mehr und fürchtet, ihn zu verlieren.
    Da könnten wir helfen, indem wir selbst fest stehen, aus Überzeugung.

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  6. “Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!”
    Ich denke “ja”, @Gerhard, wir sollten uns damit “infriedenbegeben”, weil es so ist, wie es ist. Aber nur unter der Voraussetzung das wir immer noch erkennen können, wo und wann wir nicht bereit sind, diesen Burg”frieden” für jeden Preis aufrecht zu erhalten.

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  7. Ja, natürlich passiert es auch im wirklichen Leben. Ich meinte nur, da hilft der Kontext, eher wieder rauszukommen. Man kennt sich, man sieht sich, man kann miteinander sprechen. Vorausgesetzt natürlich, beide Seiten machen sich die Mühe, Missverständnisse zu beheben.

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        1. War unlängst bei einer Friseuse, die gerade zwei Knaben die Haare schnitt. Mit der jungen Mutter unterhielt sie sich wie ein Wasserfall – und zwar in einem unglaublichen Tempo, das man als Nicht-Einheimischer unmöglich verstehen konnte. Wohlgemerkt, ich war ein Einheimischer, aber dachte mir: Ein Fremder wäre da verloren.

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    1. Passiert häufiger online als offline, denke ich auch, aber wer online nicht zuhört oder Aussagen verdreht und manipuliert – glaubst du wirklich, dass der (oder die) das nicht auch offline tut?
      Abendgrüße 🍵🍪

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      1. Ich habe gerade, bei einer Abklärung einer gemeinsamen Fahrt mit einigen Freunden, gemerkt, was alles falsch verstanden wird. Und das Falsche wird dann auch noch multipliziert und weitergetragen.
        Dabei spreche ich nicht mal von Manipulation und Verdrehung, was online sicher häufiger stattfindet.

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