
Über das Zuhören.
Es wird nicht richtig zugehört. Und es wird in Aussagen etwas hineininterpretiert, was gar nicht Bestandteil des Gesagten war. Nicht mal als unterbewusste Message.
Es gibt wahrlich so manche Tücken in der Kommunikation, trotz gelegentlich starker Bemühungen, es richtig zu machen.
Es gibt Versäumnisse, und man drückt etwas nicht aus.
Man steht nicht Rede und Antwort für das Gesagte, ist nicht zu erreichen.
Man kennt seine eigenen Motivationen und Hintergründe nicht, auch nicht die des Gegenüber.
Man reisst etwas aus dem Zusammenhang und baut darauf seine Kommunikation auf.
Menschlich, allzumenschlich, so könnte man das Tohuwabohu menschlicher Kommunikation bezeichnen. Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!

Es wird, wie Herr Thun so treffend beschrieben hat, mit verschiedenen Ohren gehört, hier liegt einer der Gründe für Missverständnisse. Nachfragen hilft! Und es wird nicht nur nicht richtig zugehört, sondern auch nicht richtig gelesen. Kommunikation ist wohl eins der schwierigsten Felder im menschlichen Miteinander. Für Gruppen habe ich sehr gute Erfahrung mit der Methode des ‘Couceling’ gemacht.
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Counseling?!
Ich kenne Encountergruppen, da galt es, ganz ehrlich auszudrücken, was man fühlt. War leider auch nicht konfliktfrei, weil da so mancher übers Ziel hinausschoß.
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Schau mal hier: https://eschwege-institut.de/wir-ueber-uns/was-wir-tun/themen/the-way-of-council/ – ich habe es leider falsch geschrieben, sorry.
Kurz und knapp und vom Herzen aus gehören zu den Grundregeln. Wie gesagt, ich habe das in meiner Ausbildung gelernt und praktiziere es seitdem in Gruppen, nicht nur, wenn ich arbeite, die Erfolge waren und sind immer wieder verblüffend, da Jede=r bei sich bleibt.
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We are not completely satisfied with the way we communicate so we try to do better. But knowing that we are human and we make mistakes, we try not to get too upset when communications goes wrong.
Those are great observations and questions – and they go with your sculpture beautifully. 🙂
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Ein leidiges Thema, lieber Gerhard! Wir spielten als Jugendliche in fröhlicher Runde ein interessantes Spiel: Der erste Spieler flüsterte seinem Nachbarn einen Satz ins Ohr, dieser flüsterte das Gehörte seinem Nachbarn weiter, usf.. Grosses Gelächter, welche Botschaft beim letzten Spieler ankam, im Vergleich zum ursprünglichen Satz, der jetzt allen bekannt gemacht wurde. Eigentlich sollte es in der Schule das Lehrfach “Kommunikation” geben! Das wäre heutzutage nötiger denn je. Elisa
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GUTES Beispiel, Elisa.
GENAU so hatte ich es erlebt diese Tage…
Ja, so ein Schulfach wäre vonnöten, dringend.
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Kommunikation ist schwer, nicht zuletzt, weil wir zunächst naiverweise denken, sofern mein Gegenüber und ich dieselbe Sprache beherrschen, sei der Vorgang banal. Die vielen Ratgeber und Modelle zur Kommunikation zeigen längst, dass dem nicht so ist. Fällt in der Kommunikation auch noch die “Begleitmusik” – Mimik, Gestik etc. – weg, wird’s noch schwerer. Siehe Internet/Soziale Netzwerke. Und wenn dann auch noch der Erregungsmotor im Dauer- und Turbogang läuft, befeuert von unserer hochgejazzten Medienwelt, wird’s ganz schwer. Da hilft nur: mindestens einen, lieber zwei bis drei Gänge runterschalten. Sich einfach ausklinken aus dem Dröhnen der Welt und kleine Brötchen backen. Schmecken übrigens auch besser 🙂
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Kommunikationsvorgänge sind nie “banal” und danke ob des Begriffs “Erregungsmotor “: Wenn man befindet: Jetzt hat der mich schon wieder falsch verstanden, dann wäre es tatsächlich besser, auch ein Offline-Gespräch zu beenden und es auf ein weiteres Mal zu verschieben. 🙂
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Wie im Kleinen so im Großen, wie im Privaten, so in öffentlichen Talk-Shows oder in der Politik. Wer schaut sich das von wem ab? Jedenfalls ist das Zuhören seltener geworden. Jeder will nur seinen/ihren eigenen Standpunkt verteidigen.
Wer aber nicht zuhören und nicht kommunizieren will, hat auch keinen sicheren Standpunkt mehr und fürchtet, ihn zu verlieren.
Da könnten wir helfen, indem wir selbst fest stehen, aus Überzeugung.
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Danke für das Mitteilen dieser Einsichten, Frau Benseler.
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Gern.😊
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“Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!”
Ich denke “ja”, @Gerhard, wir sollten uns damit “infriedenbegeben”, weil es so ist, wie es ist. Aber nur unter der Voraussetzung das wir immer noch erkennen können, wo und wann wir nicht bereit sind, diesen Burg”frieden” für jeden Preis aufrecht zu erhalten.
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Danke dafür, Menachem! 🙂
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Ja, natürlich passiert es auch im wirklichen Leben. Ich meinte nur, da hilft der Kontext, eher wieder rauszukommen. Man kennt sich, man sieht sich, man kann miteinander sprechen. Vorausgesetzt natürlich, beide Seiten machen sich die Mühe, Missverständnisse zu beheben.
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Danke für die Ergänzung! Hoffen wir, daß es meist gelingt.
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Nein, man kann sich nicht damit zufrieden geben. Aber die Alternative ist anstrengend.
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Was wäre die Alternative?
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Nein, man kann sich damit nicht zufrieden geben. Aber die Alternative ist anstrengend 😉
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Sie hört mir tatsächlich kaum noch zu, sie redet einfach weiter. Ob es das Alter ist?
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Von wem redest Du, Sonja?
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Von einer Freundin, da kam mir der Anfang deines Beitrags grade recht…
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Von einer Freundin, und da kam mir der Anfang deines Beitrags gerade recht…
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Von einer Freundin, und dazu kam mir der Anfang deines Beitrags grade recht.
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War unlängst bei einer Friseuse, die gerade zwei Knaben die Haare schnitt. Mit der jungen Mutter unterhielt sie sich wie ein Wasserfall – und zwar in einem unglaublichen Tempo, das man als Nicht-Einheimischer unmöglich verstehen konnte. Wohlgemerkt, ich war ein Einheimischer, aber dachte mir: Ein Fremder wäre da verloren.
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Du beschreibst eigentlich vor allem den Internet-Austausch. Der reale Austausch wird durch den Lebens-Kontext einigermaßen abgesichert.
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Nein, Gerda, ich meinte ganz speziell den “realen” Austausch. Auch da passieren haarsträubende Missverständnisse.
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Passiert häufiger online als offline, denke ich auch, aber wer online nicht zuhört oder Aussagen verdreht und manipuliert – glaubst du wirklich, dass der (oder die) das nicht auch offline tut?
Abendgrüße 🍵🍪
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Ich habe gerade, bei einer Abklärung einer gemeinsamen Fahrt mit einigen Freunden, gemerkt, was alles falsch verstanden wird. Und das Falsche wird dann auch noch multipliziert und weitergetragen.
Dabei spreche ich nicht mal von Manipulation und Verdrehung, was online sicher häufiger stattfindet.
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