Month: January 2022

Kleiner Akt

Am 18. Dezember hatte ich eine sehr kleine Arbeit vorgestellt:

Nude sitting

Jetzt ist diese Reste-Arbeit aus Ton glasiert und gebrannt:

Mit Majollicafarben bemalt.

Weitere Objekte aus dem vorgestrigen Ofen folgen. 🙂

Hain kommt heim

Eine Hainschwebfliege mitten im Januar!
Als sie meine Gegenwart bemerkte, machte sie einfach einen Satz um einige Efeu-BlÀtter weiter nach links.

*

Am 18.1. war es fĂŒr etwa 20 Minuten sonnig gewesen. Diese Zeit nutzte ich aus, bevor es wieder zu regnen anfing.

Meine Kamera schĂŒtzend, trat ich den Nachhauseweg an. Aber das Eintreffen der Hainschwebfliege war trefflich auf den Chip gebannt 🙂

Eingesammelt

Wieder steht fĂŒr zwei Wochen Christianes EtĂŒdenaufruf an.

In max 300 Wörtern soll man eine kleine Geschichte erzÀhlen, die drei vorgegebene Worte enthalten.
Stachelbeermond gab diese 3 Worte vor:

Wackelpudding
unverdrossen
knistern.

Meine Geschichtchen zeige ich diesmal im Block 🙂

*

Endlose Verstrickungen

Hans schaute wieder mal bei den Ernsts vorbei.
Eigentlich war die Frau des Hauses drauf und dran, in die Stadt zu fahren. Aber Hans gehörte ja zu ihren Freunden, also bat sie ihn rein.

Bei einer Tasse Tee ging es zunÀchst um Familienangelegenheiten, aber bald ging Hans auf etwas los, das ihm sehr in der Seele brannte.

Er brachte unverdrossen Argumente zu einem in der Gesellschaft allgegenwĂ€rtigen Thema vor. Offenbar schienen seine Argumente ihn selbst nicht zu ĂŒberzeugen – wie ein Wackelpudding brachte er neue und neue Argumente vor, es wurde immer weniger nachvollziehbar, was er da auf den Tisch ausbreitete. Wie im Skat.

Bei der Hausdame knisterte es mittlerweile. Ihre Geduld war sehr am Bröckeln, noch war Zeit, in die Stadt zu fahren. Aber sie wollte Hans nicht verabschieden, das gebot ihr der Anstand.

Nun ging es schon in die dritte Stunde. Der Hausherr hatte sich nur kurz dazugesetzt, hatte dann aber die Hecke zu schneiden.

Hans war noch nicht am Ende, er hatte dies und jenes noch gehört, von „hohen Tieren“, denen musste man doch Glauben schenken! Die mussten es doch wissen!

In der vierten Stunde gelang es der Hausdame, doch Hans zu verabschieden. Sie wusste selbst nicht mehr wie – so durcheinander war sie. Sie war vollkommen unten durch.

Ihren Mann fand sie nicht an der Hecke draussen, sondern in seinem Bett. Selig schlummerte er.

„Na warte, mich so allein zu lassen!!“, schĂ€umte sie innerlich!

*

Das vegane Monster

Unverdrossen drehten wir unsere Runden auf dem Schaumainkaifest in Frankfurt.
So viele BĂŒhnen, es gab mehr als genug unterschiedliche Musik: Soul, Funk, Rock, Liedermacher.

Irgendwann gingen wir auch in die GĂ€rten einiger Museen, in denen es sicher auch interessante Musik gab und etwas weniger Trubel.
HĂ€ngengeblieben sind wir dort im „Jazzgarten“. Eine junge Band begann gerade zu spielen.

Ich saß bald wie ein Wackelpudding am Biertisch, so spannend war deren Musik. Aber ich wollte nicht alles, was ich bei mir hatte, bei meiner Begleitung lassen.Schliesslich wollten wir ja zu zweit das Konzert geniessen und auch ein Biechen trinken.

Zwei junge Frauen sassen uns gegenĂŒber auf der Bierbank.

Eine von ihnen lies sich unablĂ€ssig ĂŒber Fleischesser aus. Es hörte nicht auf. Meine Nerven knisterten, ich wurde langsam böse.

Ich hĂ€tte die Dame gern gefragt, wieviel Musiker denn auf der BĂŒhne, vor der sie ja auch saß, sind.

„Sind es 2, 3, 5 oder 8 Musiker“.
Ich bin sicher, sie wusste es nicht!

*

Dick bedeutet nicht unrund.

Hans drehte unverdrossen seine Runden.
Irma hatte ihn verlassen, weil er dicker und dicker wurde. Nun leistete er quasi Abbitte und ging tÀglich seine Runden im Stadtpark.
Seinen Humor hatte Hans keinesfalls verloren. Das wÀre sonst nicht er!

Eine Dame mit Hund kam nun des Wegs und machte eine Bemerkung wegen ihres Winzlings, der dem mĂ€chtigen Hans nun piepsenderweise gegenĂŒberstand.

Hans wÀre nicht Hans, da musste er lachen wie ein Wackelpudding. Und sein Bauch schaukelte rauf und runter, er musste ihn regelrecht halten dabei.

Bei der Dame knisterte es unverhohlen. Genau das elektrisierte sie – dieser Frohsinn, diese unbĂ€ndige Leichtigkeit – trotz der Schwere des Leibs. Das Wackeln desselben erinnerte sie an ein sonniges Sich-wiegen auf einer Schaukel.

“Wollen sie mit mir eine Tasse Tee trinken, ich wohne gleich um die Ecke”, meinte sie.

*

Die große Zeit

Sein Spitzname war „Pud“, was auf englisch etwa „Wackelpudding“ heißt.

Er war eine Stimmungskanone, elektrisiert und elektrisierend. Es knisterte nur so von Ideen, die in seinem Umfeld aufkamen.
Selten verpasste ich ein Happening auf der Riverboat, einem Kahn, auf dem eine Grupope um ihn sich zu treffen pflegte, um neue Impulse im kulturellen Bereichen auszuhecken. Wie die Gruppe hies, weiss ich nicht mehr.

Meist war ich von A nach B unterwegs, um mal schnell dort vorbei zu schauen und Abenteuer zu schnuppern.

Es wurde fast zu einer Routine und wenig war nötig, um dabei zu sein.

Doch der Zeiger der Uhr ging mittlerweile unverdrossen weiter.

Eines Tags war der Kahn leer, unbevölkert, ich hörte, Pud wÀre in eine andere Stadt gezogen.

Wenn ich wieder mal von A nach B unterwegs war und as war hÀufig, hielt ich dort an und schnupperte die AtmosphÀre von einst. Es war fast wie gestern. Ich hörte Pud agieren, seine Verve und Energie war da und auch all die anderen, die so umtriebig waren. Und die jetzt alle unauffindbar schienen.

*

Schlemmen ohne Ende

Bei Brueghel, dem Älteren, musste man, um ins Schlaraffenland zu kommen, sich zunĂ€chst durch einen großen Teig fressen.
Als Kind stellte ich mir hier einen Berg Emmentaler vor. Wackelpudding war ja in meiner Kindheit nicht bekannt.

Das Schlaraffenland von Brueghel war ja dergestalt, daß einem die gebratenen Tauben in den Mund flogen. Oder der Wein direkt in den Mund tropfte.
Wie wĂ€re so ein Leben, in dem einem instantan alle WĂŒnsche erfĂŒllt wĂ€ren? Es sollte doch vielmehr knistern können, ob man erfolgreich sein kann oder nicht. Dieses SpannungsgefĂŒhl wĂ€re nicht mehr da.
Auch unverdrossen Ziele verfolgen, wĂŒrde nicht mehr passieren.
Der Mensch wĂŒrde vollkommen erschlaffen.
Was bewegte dem Meister, genau das zum Thema auf seinem Bild zu machen?

Einerseits sicher UnmĂ€ĂŸigkeit und TrĂ€gheit aufs Korn zu nehmen, aber auch das oft Schlichte des Verlangens im Menschen darzustellen.

*

Senf

In meiner Kindheit gab es diverse SĂŒssigkeiten beim KrĂ€mer zu kaufen: Kleine Wackelpuddinge gab es noch nicht, sondern Zuckerstangen und Zuckereier.
Wir kannten damals auch nur drei Eissorten: Vanille, Schoko und Erdbeer.
Ich trĂ€umte als Kind von ganz exotischen Eissorten: Etwa von Senfeis. Wie wĂŒrde so etwas schmecken? Das wĂ€re ein knisterndes VergnĂŒgen gewesen.

Unverdrossen hatte man solche TrĂ€ume, von ungeheuren Dingen. Das Fliegen gehörte dazu, einfach ĂŒbers Land schweben und von oben all das bunte und ĂŒberbunte Treiben zu bebachten.

Rippen

Rippenstrukturen


Ich habe meine kleine Panasonic bei jedem Spaziergang dabei, denn man weiß nie, was einem begegnet.

Ich bin froh, daß ich seit dem 31.12. jeden Tag ausser einem unterwegs war, egal wie das Wetter im Einzelnen war.
Nach ein paar Tagen hat man sich an die Routine gewöhnt und mag sie kaum mehr missen.

Das mit dem tĂ€glichen Spazierengehen ist eine der WĂŒnsche fĂŒr 2022 gewesen. Bisher habe ich das also wunderbar umgesetzt.