42 thoughts on “Eine katholische Kindheit

  1. Am schlimmsten dran sind jene, die vom Pfarrer körperlich missbraucht wurden. Mich haben vor allem seine Heiligen-Geschichten, die Hauptthema des Religionsunterrichts waren, geformt und vom echten Leben ferngehalten. Ich hatte eine Mutter, die dafür sorgte, dass wir außerhalb des obligatorischen Religionsunterrichts nicht unter seine Fuchtel gerieten. Als Kind war ich sehr traurig, dass ich nicht zu den Gruppenstunden gehen durfte und auch die Messe nur Sonntags erlaubt war. Heute kann ich meine Mutter sehr gut verstehen…

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  2. Positiv betrachtet, sieht man, wie heilsam Kunst sein kann und ist. Einerseits ist es ein eindrucksvolles Kunstwerk andererseits sicher ein Schritt der Befreiung. Auch wenn sich eingegrabene Denk- und Verhaltensweisen nicht so ohne weiteres verändern lassen so ist doch deren Erkenntnis ein großer Schritt

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    1. Es ist ein Schmerzensschrei, der raus musste.
      Therapeutisch war das Objekt leider nicht, wie auch etwa die üblichen Wutschläge auf Matratzen, die man aus Therapien kennt, wenig dauerhaftes bewirken.
      Aber viele haben hier bekannt, daß sie die Message mit Leib und Seele auch kennen.

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  3. Religion inkl. der sie “verkündenden” Personen: eine ernste Lachnummer. Auch wenn ich es wiederhole, aber hier kann man es deutlich machen: als Geburtliche sind wir ergänzungsbedürftig, weil wir in unserem Ursprungsraum von etwas und in etwas sorgendem umgeben waren. Mit der überwiegend nicht einfachen Geburt verlassen wir ihn zwangsweise und zu früh, sehen uns nach diesem ersten Raum -ein Leben lang- zurück und suchen -wo auch immer- Ersatz. Religion ist dann ein gut erfundener “Sehnsuchtsstiller”. Denn wie anders konnten und können die Repräsentanten “Macht” über Menschen erringen? Deshalb trennen sich auch viele nur sehr schwer von Religion. Sie ist für viele oft die letzte “Hoffnung” auf Ergänzung. Unglaubliche!! “himmlische” Versprechen und “höllische” Verstoßungs-Ängste sind die zwei Wirkmechanismen: Zuckebrot und Peitsche.
    Eine Bucheempfehlung: Tilmann Moser: Gottesvergiftung.

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    1. Den Ursprungsraum entbehren wir sicherlich in der einen oder anderen Form. In welche Formen sich der Verlust ergiessen mag und ob es da eine deswegen verordnete giessform gibt, kann ich nicht wissen.
      Das Buch schaue ich mir an. Danke!

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      1. “Gottesvergiftung” ist die wuterfüllte Auseinandersetzung mit der religiösen Erziehung und einem bedrohlichen Gottesbild des Autors sowie einer psychoanalytischen Untersuchung der Struktur der Kirchenlieder und Choräle, die speziell dem Gefühl der Geborgenheit in Gott gelten.

        Erschienen im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1976.

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          1. Genau, weil eben u.a. Kirchenlieder und Choräle die gesuchte Geborgenheit ( das Ergänzungsverlangen) des (auch erwachsenen) Kindes von diesem “cleveren” Gotteslob “angeboten” werden. Süchtig wie wir ursprünglich danach sind, verfallen unsere Ohren diesem “zarten Schmelz”. Ähnlich auch Nationalhymnen oder manche Beethovens Symphonien etc. und auch jeder Schlager schleicht auf diesen Wegen von dem manfrau dann sagen wird er sei wie “ein Ohrwurm”..weil er sich innerlich ( manche sagen in der Seele) festsetzt, wie “der große Gott den wir loben”.

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  4. You succeeded! I showed this to my husband, who also had a Catholic childhood, and he likes it very much – he understands! I don’t think people are aware of how much damage can be done by some Catholic schools and authorities. In the US people joke about it all the time but the effects are deep and long-lasting. This is a good way to deal with that – making an expressive sculpture.

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  5. Your Catholic childhood doesn’t look as enriching than what I had to experience either.
    But the pastor’s expression seems like two drops of water to me.

    The work is, in my opinion, very well done by you.

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  6. Sehr ausdrucksstark! Was für eine leidvolle Erfahrung wohl dahinter steckt. Es berührt mich stark, ja erschreckt! Da ist nix mehr von der kindlichen Lebensfreude geblieben! Schlimm, wenn diese auch noch im Namen Gottes ausgetrieben wird! Schlimm, wenn Duckerei und Enge eingebläut werden. Da bist du jetzt aber weit entfernt von! Gott sei Dank! Liebe Grüße, Petra

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  7. Ich empfinde es so:
    Die Über-Macht dieses Pfarres muss wohl sehr pr#gend gewessen sein.
    Bedenkt man auch, dass diese Skulptur 2o10 entstanden ist.
    Und du Gerhard noch immer sehr “beeindruckt”, bedrückt, niedergedrückt davon warst.
    Diese skulptur spricht Bände!
    Alles Liebe dir und eine Herzensumarmung! M.M.

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  8. Unserer hat mir fuer’s Gynbasium geholfen – und das war schon foerderlich. Allerdings habe ich da dann einen Religionsunterricht gehabt, den ich zwar wirklich genossen habe, der mich aber letztendlich an der katholischen Lehre hat zweifeln lassen.

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