Schlehengeleit

Diese Stelle am Rand einer Wiese berückte mich:

Ein schmaler Pfad führte durch zwei schneeweisse Schlehenhecken.
Wie eine Verheißung von besseren Zeiten.
Hoch thronen die weissen Blüten, wie zum Geleit.

Durchgehen hätte ich sollen, als Ritual. Als Weisswaschung, als Klärung, als Reinwerden.

Morgen sollte ich diese Stelle erneut aufsuchen und mit aller Intensität und Hingabe genau das vollziehen.
Dabei von Düften umwoben, vom strahlenden Weiss gekitzelt , erhoben und zur Ruhe gebracht.

Foto vom 12.04.2021

32 thoughts on “Schlehengeleit

    1. Reinwaschen von aktuellem Zorn, Kümmernissen und Verdruss, um vielleicht rituell als ein anderer rauszugehen. Das hat mit dem damaligen Pfarrer nichts zu tun, ist “heutig” sozusagen.

      Im übrigen: Der Pfarrer hat Reue nie geleistet, der war bis zum Schluss hochgeehrt.

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      1. Das war ja bei vielen so und wird meist erst viel später – zu spät – aufgedeckt, wie man ja auch an den aktuellen Diskussionen sieht. Früher gab es auch nicht diese Sensibilität bei den Betroffenen, z.B. den Eltern. Schulische Misshandlungen wurde von vielen Eltern gedeckt.

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  1. Ach, das erinnert mich an “meine” Schlehen hier, die sie abgesägt haben. Einen Rest gibt es ja noch, der hat seit über einer Woche Knospen, will aber einfach nicht “auf” machen 🙂 Die Sträucher warten wohl auf Wärme. Eine Weißwaschung, was für ein bildlich-passender Ausdruck. Ja, mach das. Es macht den Kopf sicherlich leichter. Schlehenleicht 🙂

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