Month: March 2021

Immer nachts

Quelle: Pixabay; Bearbeitung von Christiane

Für zwei Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von wortgeflumselkritzelkram.

Strickjacke
trügerisch
entdecken.

*

Sie lag lange schon.

Wenn die Nacht kam, löste sich manchmal das Schicksal des Krankenbetts auf.
Sie träumte da meist den immer gleichen Traum:

In ihrer weiten Strickjacke ging sie mit ihrem Mann eine Allee entlang. Wunderbar das, dieses innige Zusammensein. Sie entdeckte auch immer neue Seiten an ihm – wie reich er in seinen Gedanken und Empfindungen war. Warm und zugewandt.
Obwohl sie wusste, daß es ein Traum war und ihr Mann schon lange lange tot, war das Zusammensein des Nachts mit ihm kein trügerisches.
Es wirkte so real wie sonst etwas.

Diese wunderbare Frische, dieser Frühling und der Händedruck ihres Manns, wie schön das war!!

Wenn sie dann aufwachte und der Alltag im Bett wieder begann, war sie wie durchwirkt von diesem Traum.
Er trug sie durch alle Unbill und sie wusste, “die Allee” würde wiederkommen.
Sie war nicht allein.

*

Nach Gehörtem in einer Sendung von Domian vor vielen Jahren.



Life on planet Cube

Eine ältere Kritzelei…

Ich zeichnete das damals, weil ich etwas an den konformen Wegen, die uns (vermeintlich) aufgebürdet sind, verzweifelte.

Heute spricht die Zeichnung mehr von der Einsamkeit des modernen Menschen.

Er hat Platz, Lebensraum, dennoch fehlt etwas.


Auf dem Felde

Quelle: Pixabay; Bearbeitung von Christiane

Für zwei Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von wortgeflumselkritzelkram.

Strickjacke
trügerisch
entdecken.

*

Als kleiner Bub bin ich oft Richtung Hecke gegangen.
Ein Bauer in seiner Strickjacke bemerkte mich, rief mir halb launig zu: “Pass auf, die Russen kommen!”

Das saß tief und erzeugte eine Angst, die nicht vergehen wollte.
An meine Eltern damit heranzutreten, kam nicht in Frage. Was, wenn sie die Gefahr bestätigt hätten?! Wenn ich hätte entdecken müssen, daß etwas Unheimliches nahezu unabwendbar war?
So wusste ich nie, ob meine Angst eine trügerische war.
Mindestens 10 Tage schleppte ich das mit mir rum.

Was für eine Erleichterung, als eine Nonne im Religionsunterricht ganz unvermittelt aussties: “Gottseidank ist die Gefahr vorbei!”.
All die Anspannung floss von mir ab. Und es bestätigte sich, daß die Gefahr also doch eine reale gewesen war.

*