Zusammensitzen

Für zwei Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von Wortman.

Affe
neu
blockieren.

*


“Du Affe” und danach bald “Du Blödel”, so titulierte ein Spieler sein Gegenüber, immer wieder mal.

In der verrauchten Kneipe fiel das nicht weiters auf. Den so Angesprochenen kümmerte das auch wenig.
Der kleine alte Herr wollte nur spielen.

Manchmal kamen dem Jüngeren auch neue Schimpfworte in den Sinn.
Es war im Grunde gleich.

War der alte Herr blockiert? Wieso juckte ihn das nicht?
Vielleicht war es einfach so, daß er froh war, einen Spielpartner zu haben. Andere hatten keine Lust dazu, aber dieser hier war immer geneigt. Das war allemal besser, als daheim zu sitzen.
So könnte es sein.

Der Kaffee schmeckte schlecht. Aber was sollte man trinken? Das Flaschenbier schmeckte auch nicht.
Der Rauch wallte durch die Örtlichkeit, dummdösig war das. Wie auf einem Genrebild, man müsste es zeichnen.

24 thoughts on “Zusammensitzen

    1. Es ist schon so mancher umgekommen auf diese Weise 😉

      Ich habe mal vor fast 50 Jahren beobachtet, wie ein Spieler dem anderen in einem Mannschaftskampfdie die Hand reichte.
      Das bedeutet gewöhnlich Aufagbe.
      Als der vermeintlich aufgebende beim Handshake sagte: “Also Remis!” hat sein Gegenüber fast einen Herzkasper bekommen.
      Nur durch gutes Zureden des Rests der Mannschaft lies der Witzbold davon ab und gab sich geschlagen.

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  1. Ein schön beschriebenes Bild.
    Wobei das Fluchen und Beschimpfen eines Mitspielers ich aus anderem Kontext kenne: ich fluche gern mal bierkutscherinnenmäßig und beschimpfe den mir Liebsten beim Brettspielen zu Hause auf Unflätigste. Spiel ist eben Spiel und wir machen uns halt einen Spaß daraus.
    Liebe Grüße
    Ines

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      1. *lach*
        auch, manchmal ist es befreiend, schimpfen zu können. Wichtig ist, dass das Gegenüber genau weiß, wie es zu verstehen ist. Einen Fremden würde ich beim Spielen nicht beschimpfen.
        Beim TV hast Du ja das Glück, dass Dein Gegenüber die bösen Worte nicht hören kann; aber genau in dem Falle wünschte man sich ja eher, Gehör zu bekommen bzw. der Sprecherin/dem Sprecher bildlich an die Gurgel zu springen…
        Liebe Grüße
        Ines

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  2. Ach, ich kenne solche Kneipen auch. Nur wurde da eher selten (Schach?) gespielt.
    Keine heitere Atmosphäre, echt nicht.
    Danke für die Etüde, sie zieht einen rein.
    Morgenkaffeegruß 😁🌥️❄️☕🍪👍

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