Heinzens Geräteschuppen

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Susanne vom Blog books2cats.
Ich beteilige mich immer sehr gerne an dem Schreibprojekt.
Folgende Worte sind zu verwenden:

Geräteschuppen
kupferfarben
feiern.

*

“Diese Haare! D i e s e Haare!”, dachte Heinz.
Kupferfarben leuchteten sie an diesem Frühlingstag, jede Strähne reinste Magie.
WAS … für eine besondere Frau – WAS für eine Frau! Wie nicht von dieser Welt!!
Ihre Art sich zu bewegen, ihre Mimik, ihre A u r a auch – all das schien noch mehr zu strahlen wie dieser Farbton.
Feiern und jubilieren wollte Heinz, springen, hüpfen, Purzelbaum schlagen, all das und noch viel mehr.
“Soviel Glück und das mir”, pochte es in ihm heftig.

Aber er hatte sie ja noch nicht.

Was konnte er bieten? Ausser seinem feinen Geräteschuppen, in dem er allerlei elektrische und sonstige Geräte für den Garten untergebracht hatte, war erst mal wenig – oder auch viel, je nachdem.

“Was meinst Du, wieviel Geräte ich für meinen Garten habe”? fragte sie ihn.
Nun, da konnte Heinz schlecht raten.

“Null”, sagte sie keck, “denn ich habe gar keinen Garten!”

Da war er baff. Auf Garten legte sie also keinen Wert.
Aber das war nicht schlimm, denn sie brachte ja genug sonstige Werte mit. Gerade esoterisch war sie bewandert, sie wusste soooo viel!

Tage und Wochen zogen ins Land. Wochen und Tage.

Er kam nicht an sie ran. Manches, was er versuchte, schlug glatt ins Gegenteil um.
In seinem Garten fand er ab und an Ruhe, Ruhe, die sein musste, denn er konnte nicht von ihr lassen. Er war … krank!

Sie stellte ihn ihrer Freundin vor. Bei Kaffee und Kuchen sassen sie alle nett draussen zusammen. Es wärmte das Herz so wunderbar! ACH wie schön!!
Doch nach dem Nachhausefahren wollte sie plötzlich alleine sein.

Zuhause begriff Heinz allmählich, daß sie ihn nur bei ihrer Freundin vorführen wollte.

Es kam bald darauf zum Knall, viel zu spät.

Wie ein langer, böser Traum war das gewesen – den Heinz ohne sein Wissen zudem offenbar kräftig unterhalten hatte.

Das Jahr war rum, richtig rum! Ausser Blessuren nichts gewesen.
Der Garten war nicht mehr so rund wie einst. All die Geräte, sie waren ihm nichts mehr wert.
Da stand er nun, in seinem Grün. Farben waren da keine.

*

29 thoughts on “Heinzens Geräteschuppen

  1. Och, der Arme. Er hätte sich nicht in kupferfarbenen Haare verlieben dürfen …
    Aber leicht gesagt, denn solche Dinge passieren eben.
    Was war es denn für ein Knall, der ihm endlich die Augen öffnete, Gerhard?

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  2. Ein bisschen tragisch, aber Gärten sind fantastische Therapeuten und Heinz wird sicher bald gesunden. Vielleicht hilft ihm ja auch, seine Gerätesammlung noch um das ein und andere Stück zu erweitern und er trifft dabei eine Gartengeräteverkäuferin und sie leben bald zusammen glücklich und froh und mit vielen hübschen Gartengeräten.

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          1. Ja, das stimmt. 🙂 Mein Gartenschuppen ist aber ein ziemliches Chaos, das Geräteheinzen sicher schon beim bloßen Anblick einen Schock versetzen würde, so dass es gut ist, wenn sie sich fernhalten. 😉

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            1. Weiss ich nicht, ob Heinz da einen Schock erlitte.
              Er würde vielleicht staunen über manches Gerät von Dir und mit Dir gerne über Gärtnerisches philosophieren. Aber ich denke, er braucht noch etwas Zeit, um sich zu ordnen und seine Dinge wieder so zu würdigen wie er es einst tat. 😉

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                1. Hmm. Dann macht er was falsch, glaube ich. Aber darüber kann er ja nachdenken, wenn er den Geräteschuppen aufräumt und die Geräte pflegt. Denn es steht zu vermuten, dass der Pflegezustand seines Gerätemagazins erstklassig ist. Eine Putzteufelin wäre vielleicht passend für ihn. Teufelchen sind zwar auch rot, aber nicht kupferrot, sondern feuerrot, und das mag für einen Geräteheinz passend sein.

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  3. Ach die liebe Liebe…. eine weitere Illusion? Wenn eine solche zerstört wird tut das weh – oh ja…. alle kennen wir das…. und esoterisches Wissen garantiert auch keine Irrtümer und macht keinen integren Menschen aus ihm.

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  4. Wirklich eine schöne Geschichte, und sie scheint sogar fast wahr zu sein. Man könnte es sich zumindest vorstellen, daß sie sich so abgespielt hat, so echt ist sie erzählt und so rührend. Ein gutes Ende scheint nicht in Sicht.

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  5. Menschen vorzuführen, als wären sie besonders interessante Insekten – nicht mein Fall. Aus LIEBE ja, vielleicht, aber davon war wohl zu keinem Zeitpunkt die Rede.
    Ich hoffe, dass dein Heinz keinen schlimmen Schaden genommen hat. Und ja, bevor du es sagst, er hätte klüger sein können, aber wer ist das schon in so einer Situation … 😦
    Liebe Grüße
    Christiane 😉

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