Schach WM / Chess WC

schach

Die folgenden Noten schrieb ich vor der 12. und letzten Partie der Schach-WM.
Danach gab es ja einen Entscheid im “Schnellschach”.

In dem Moment, in dem ich das schreibe, steht die 12. von insgesamt 12 Partien der Schachweltmeisterschaft zwischen dem 27-jährigen Champion Magnus Carlsen und dem Herausforderer Fabiano Caruana bevor.
Es steht nach 11 Remispartien unentschieden.

Beide Topspieler haben fast das gleiche Alter: Caruana ist 26, gerade 16 Monate jünger als der fast 28-jährige Carlsen.
Gemeinhin gilt dieses Alter als besonders günstig für das Erreichen eines WM-Kampfes. Bobby Fischer war 29, als er 1972 Weltmeister wurde.
Genau dieser WM-Kampf 1972 führte dazu, daß ich mich erstmals stark für Schach interessierte. So stark, daß ich auch zwei WM-Kämpfen in London und NY beiwohnte.

Die bisherigen 11 Partien des diesjährigen WM-Kampfes sahen einen sehr ausgeglichenen Wettkampf. Beide Spieler verstehen das Spiel sehr technisch*, dies letztlich ein Einfluss von Schachprogrammen, die ab den achtziger Jahren immer mehr an Einfluß gewannen. Diese Programme zeigen manche Positionen als spielbar, die ein Großmeister der 60er oder 70er aus ästhetischen Gründen niemals  angestrebt hätte.

Man sagt für die 12. Partie heute ebenfalls ein Unentschieden voraus.

Dann würden Schnell-und Blitzschachpartien entscheiden, ein ungünstiger Entscheid in meinen Augen. Irgendwie wirkt das auf mich so, als würden 800m Weltrekordler David Rudisha und 100m Weltrekordler Usain Bolt zu einem letzten Zweikampf auf 200m antreten.

*Das “Technische” hat eine eigene Faszination für mich, weil diese Spieler sehr nahe an der Wahrheit spielen und die Feinheit und Genauigkeit auf die Spitze treiben. Beiden genügt ein infinitesimaler Vorteil, den sie dann sehr präzise weiter zu verdichten wissen, bis die sogenannte Remisbreite, also der Punkt, an dem die Partie als theoretisch gewonnen zu betrachten ist, überschreiten – oder es gelingt ihnen nicht. Schach ist ein sehr resourcenfreundliches Spiel.

 

5 thoughts on “Schach WM / Chess WC

  1. ich empfinde die Entscheidungsfindung über Schnellschach bzw. Blitzschach gar nicht einmal so schlecht. Damit wird die Länge aus Wettbewerb genommen, der sonst noch ewig dauern könnte und damit eigentlich langweilig würde.

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