Die äusseren Zimmer

Ein in meinen jungen Jahren oft wiederkehrender Traum begegnete mir vor Monaten erneut.

Ich hatte im Haus ein voll eingerichtetes Zimmer. Alles war auf dem neuesten Stand und wirklich vorzeigbar. Gemütlich, einladend und inspirierend sogar. Bestenfalls konnte man dort die Einrichtungsgegenstände neu anordnen, wenn man einen neuen Pfiff wollte.

An das Zimmer schloss sich ein weiteres an, durch eine Tür an der Längswand rechts hinten erreichbar.
Dieses Zimmer nun war etwas bieder eingerichtet, muffig fast.
Es war kaum eine Ergänzung des ersten Zimmers – eher eine Art Gästezimmer, ohne ein solches sein zu wollen.
Hier hatte ich also noch Arbeit vor mir. Es sollte doch das erste Zimmer eigentlich  fortführen, ergänzen, einen spürbaren Mehrbetrag, etwas Neues liefern. Stattdessen Biedermeier und schwere Betten!

Durch dieses Zimmer gelangte man an der gegenüberliegenden Stirnwand durch eine Tür rechts zum nächsten Zimmer.

Dieses Zimmer nun wirkte schäbig. Es standen verstreut einzelne Möbel drin. Tapeten mussten erneuert werden.
Wie eine Behausung! Da gab es viel zu tun. Gleichzeitig hatte ich große Lust, mich gestalterisch darin auszuleben. Nur musste diese Ausgestaltung umfassender sein als nur anderes Mobiliar hineinzuschaffen. Es bedurfte einer großen Hand.

An dieses Zimmer schloss sich nun ein weiteres an – unheimlich geräumig dieses, einem rauhen, groben, dunklen und dumpfen Lagerraum ähnelnd, mit verschiedenen durch Stufen oder schiefen Ebenen getrennten Flächen. Hier musste das Zimmer komplett neu geschnitten werden, Balken verkleidet, Löcher und Verletzungen in Wand und Boden geflickt werden. Es musste rundrum saniert werden. Wenn so etwas überhaupt möglich war. Aber es war bestimmt möglich!
Die Größe des Zimmers und sein merkwürdiger, unregelmässiger Schnitt bot ungeheure Möglichkeiten – man konnte es sicher wie eine eigene Lebenswelt gestalten.

Mich schauderte fast ob der vielen Arbeit und ich wusste gar nicht, wo anfangen. Mit dem zweiten Zimmer war ich ja auch schon nicht zufrieden! Am liebsten wäre ich in allen drei unfertigen Zimmern gleichzeitig tätig geworden. Jedes dieser Zimmer brauchte aber eine andere Herangehensweise.

In diesem letzten Zimmer führte wiederum rechts hinten an der Längsseite eine kaum geschlossene Stofftür niedriger Höhe … überaschenderweise auf eine Theaterbühne, wo offenbar gerade eine Probe in Vorbereitung oder im Gange war.

Damit schloß der Traum.

 

 

 

 

 

 

16 thoughts on “Die äusseren Zimmer

  1. EIn wunderbarer Traum – wie schön, dass Du ihn mit uns geteilt hast! All diese Innenräume, die noch mit Leben erfüllt werden können. Wärest Du Zuschauer oder Akteur auf der Bühne?
    Nach einem Traum dieser Art wache ich meist voller Sehnsucht auf … manchmal gepaart mit unterschwelligem Tatendrang.

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      1. Oh ja, das ist auch meine Lieblingsrolle: Zuschauer. Doch ab und zu habe ich auch gerne einen mehr oder weniger großen Auftritt. Ein bisschen Applaus belebt (mein Ego)! 🙂

        Liked by 1 person

  2. Du hast noch viel vor und bist innerlich noch nicht zur Ruhe gekommen. Voller Tatendtrang würdest du am liebsten alles auf einmal machen, was ja nicht sinnvoll ist, denn der Weg der kleinen Schritteführt zum Ziel.
    Gutes Gelingen wünsche ich dir 🙂 .

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