Säulen des Glücks

Als ich ein junger Mann war, fand ich für mich, daß mich zwei massive Säulen des Glücks sicher mein Leben lang verwöhnen werden:
Die eine war „Joggen “, die andere „Schach“.

Joggen, das war wie „Waten in Gold“ – ich empfand das einfach köstlich, meine Schritte den Berg hoch einzeln wahrzunehmen – es war wie Baden in einem glasklaren Gebirgssee.

Schach lernte ich autodidaktisch und auf gewohnt zähe Weise und erlebte dann auch zweimal einen signifikanten Sprung im Verständnis dieses Wissenschafts-Objekts.

Nun, ich dachte also lustvoll: „DAS KANN MIR KEINER NEHMEN!“.

Leider erfuhr ich alsbald, daß das zu kurz gedacht war und daß einem natürlich NICHTS sicher ist.
Ich musste zunächst das Joggen aufgeben – für meine Gelenke, speziell linkes Knie und rechte Hüfte, erwies sich das Joggen plötzlich als doch nicht tragbar.
Ein paar Jahre später musste ich auch mein zweites Standbein aufgeben – weil ich unglücklich verliebt war in eine Frau meiner Spielgruppe.

Jetzt schaue ich wohlwollend und verständnisvoll auf den jungen Gerhard zurück.
Ich habe gelernt: Nichts bleibt. Aber ich habe auch mittlerweile gelernt: Es gibt unendlich viel Anlaß zur Freude, es muß nicht das „eine“ sein.

8 thoughts on “Säulen des Glücks

  1. NIchts bleibt … das ist so wahr. Manches Mal stellt sich erst später heraus, dass damit Raum für etwas frei wurde, das vielleicht sogar noch erfüllender ist. Aber traurig ist man meist ja doch erst mal, wenn etwas vergangen oder verloren ist.

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