Einen sechsten Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Geheimkünstler sperrig suggerieren
enthalten.

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Heinz, Du Geheimgünstler!
Nutzt die Stunde, um dich günstig zu bereichern, was?! So günstig kommt man ja nicht zu praktisch neuen Geräten!
Heinz:
“So sperrig, wie die Sachen zur Sperrgutabfuhr an der Strasse rumliegen, da lohnt sich schon mal ein Blick. Aber bereichern tue ich mich an diesen Sachen nicht.
Was die Leute alles so wegwerfen: Eine Kaffeemaschine, die an einer Stelle leicht abgeschabt wirkt, aber ansonsten tiptop. Ein feines Tablet, bei dem der Akku nicht mehr so zündet. Oder 2 Jahre alte Handys, weil brandneue Modelle rauskamen.
Wer suggeriert eigentlich den Leuten, daß sie ständig ein neues Modell brauchen?”
Und was machst Du nun mit all den Geräten, Heinz? Verkaufst Du die?
Heinz:
“Iwo. Ich baue damit gerade eine Kunst-Installation auf: EGALM, “Elektrogeräte am laufenden Meter“, heisst die. Seitdem ich das mache, ist schon eine Wand 2m hoch und 180 m lang entstanden. Alles Ware aus unserem Stadtteil. In einer spiraligen Schnecke umlaufend.
Das Blöde an der Installation auf dem alten Industriegelände ist, dass mir die Behörden jetzt auf den Leib rücken. „All das Zeug gehört entsorgt, auf ganz normalen Weg und soll nicht unsere Umwelt verschandeln, auch wenn das hier ein ehemaliges Industriegebiet ist.”
Echten Ärger habe ich damit. Sie finden das asozial, was ich da mache. All den Müll einfach so komprimiert herzuzeigen.
Vermutlich rücken sie bald an, mit ihren Müllautos . Ich filme dann das Ganze, da brauchen sie Tage dafür. Wäre sozusagen das nächste Kunstprojekt und kommt dann als Filmdoku raus.




















