Tagesgedanken XXVI

Das Leben auskosten…was versteht man darunter ?!
Wenn jemand in seinem Leben alles erdenkliche ausprobiert hat, alle möglichen Erfahrungen gemacht hat, dann gilt das Leben gemeinhin als “ausgekostet”. Dann ist man gottseidank “lebenssatt”.
Es gibt aber Leute, deren Hunger und Durst hört nie auf. “Aus”-gekostet ist in so einem Fall das Leben nie, es bleibt immer ein Rest.


Und was ist das auch für eine Einstellung, daß das Leben unbedingt “ausgeschöpft” sein muß?

Eine recht gängige Vorstellung, wie mir scheint. Es wird daher viel gereist, man will bestimmte entlegene Stellen auf der Erde gesehen haben, das hat man dann auf dem persönlichen KONTO, wenn es körperlich nicht mehr gehen soĺlte. Man lehnt sich dann wohl wohlig zurück, denn diese Orte hat man quasi intus.

Wird es so sein?

lch glaube eher nicht.

*

Bergmolch in Not

Unter einem Gartenschlauch lugte ein Bergmolch hervor.

Er war mir auf dem Gartenweg sofort aufgefallen, auch wenn er sehr klein war.

Ein Freund von mir, im Naturschutzbund tätig, hatte gebeten, diese Tierchen sicher in unseren Teich zu geleiten. Das machte ich auch im folgenden:

Dieses Tierchen auf ein Stück Pappe zu lotsen, war nicht einfach. Aber ich konnte es dann vor dem Teich absetzen.

Nicht auszudenken, wenn ich es nicht gesehen hätte.

Nun sind wohl alle Molche in Sicherheit. In dem Wasserbottich unterhalb des Wasserhahns sah ich jedenfalls nicht mehr solche Tiere.

Geld in die Hand nehmen

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

*

Es kam wie es kommen musste: Ernst war da gewesen und hatte Gudruns Keller moniert. Da könnte man doch was draus machen anstelle Gerümpel aufzubewahren. Das war wie ein Vorbote des Kommenden.

Eine Woche später kam er mit Rudolf an, einem Innenarchitekten. Der meinte, bevor man da ranginge, müsste man Heizungsrohre in die Wände legen, die die Feuchtigkeit darin minimieren.

“Da brauchst Du nichts zu ersetzen, einfach von der Heizung Rohre ableiten. Das muß allerdings vorher geklärt werden, ob das die Heizung kann.”

Ui, ui, das klang nach Geld in die Hand nehmen, dachte sich Gudrun. Wieso habe ich Ernst meinen Keller gezeigt gehabt? Und: “Wie hasse ich abgrundtief mein Unbedarftsein!”. Ich rieche den Braten nicht, ich merke nichts, ich bin einfach zu schlicht für diese Welt.

“Wegen der Heizung spreche ich mit Ulli, der kann evtl. die Heizung dafür bereit machen”.

Das wird ein wunderbarer Raum für unsere Skartrunde, Gudrun, meinte der Ernst. Da dein Mann Philipp ja das Kartenspiel hasst, wären wir hier gut aufgehoben. Er kann dann oben den Tatort gucken.”

“Ja, für Philipp wäre das eine klasse Lösung”, meinte Gudrun.
Im Grunde war das eine gute Idee, dachte sie sich..

*

194 Worte.

Schach zu Früher Stunde

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Vorbote
abgrundtief
ersetzen.

*

Die Spieler trafen sich wie immer samstags in der Kneipe zum Schachspielen. Erwin brachte das Spiel und die Uhr mit. Zwei wurden ausgelost und begannen eine 5-Minuten-Partie. Der Verlierer musste den Platz räumen und der nächste rückte nach. Manchmal blieb einer so 4 oder 5 Partien als Sieger an seinem Stuhl kleben.

In der Kneipe wurde viel geraucht. Das kümmerte die Passionierten aber nicht.
Nur reinreden war nicht erlaubt, das störte doch sehr. Erwin meinte manchmal: “Die Stellung verträgt keinen Hauch!”.

So wurde es später Abend.

Erwin hatte noch nicht genug, lud den Rest der Leute zu sich nachhause ein. Zwei folgten der Einladung. Sie dachten wohl an eine weitere Stunde, aber Erwins grimmiger Ausdruck war Vorbote genug, daß es länger werden würde.

Da zockten sie nun zu dritt in Erwins Studierzimmer noch einige weitere Stunden. Erwin wurde immer stärker, die anderen zwei spielten zum Teil abgrundtief schlecht. Zu ersetzen war nun mal mangelnde Frische nicht, auch nicht durch besonderen Kampfgeist.

Kurz vor 7 Uhr raschelte es draussen.

Erwins Frau kam rein. Statt dem Nudelholz brachte sie aber Kaffee und Kuchen.

Auch der Kaffee verhalf den Zweien nicht zu besserem Spiel und so gingen sie um 9 Uhr nachhause.
Erwin hatte dafür Verständnis.

*

205 Worte.