Was tun, wenn es regnet…

Ich hatte Vorgesternachmittag eine plastische Arbeit begonnen.

Ausgangspunkt war eine Zeichnung, die ich schon vor ein paar Tagen angefertigt hatte. Dann hatte ich sie auf Zeichenkarton übertragen und ausgeschnitten.

Ich merkte während des Tuns, daß die bloße Form zu plan werden würde. Also fügte ich ein Relief hinzu, das man hier eingezeichnet sieht.

Aus Tonplatten (je 3) schnitt ich die Grundform zweimal aus. Zudem schnitt ich Stege aus dem Tonmaterial aus, die die zwei Formen verbinden sollten. Ich berechnete etwa 1,80 m Stege.

Noch am späten Abend setzte ich die Stege auf einer der Grundformen auf. De facto kam ich mit 1,65 m Länge aus.

*

Zum Mittag des nächsten Tages setzte ich die fast lederharte 2. Grundform auf die 1. Grundform mit Stegen auf. Erstaunlich immer dabei, wie ungenügend die Passform manchmal ist. Da ja eine Schrumpfung stattgefunden hatte, war im Grunde auch nichts anderes zu erwarten gewesen.

So sieht jetzt die Arbeit aus:

Was in mehreren Arbeitsphasen zu tun war, war das Objekt zu versäubern.

Es muß aus jedweder Richtung betrachtet richtig geformt sein. Dellen, Risse, Unebenheiten und Schiefausrichtungen sind nach Möglichkeit zu beheben.
Da durch das Schwinden des Wassers verstärkt Unebenheiten entdeckt werden, könnte man diese Säuberungsarbeit “bis ins Unendliche” weitertreiben. Was man aber kaum macht 😉

Auch die Rückseite verdiente ein Motiv.

Sollte nach dem Brennen noch ein Detail stören, kann ich etwa mit einem Schleifstein nachhelfen.
Auch immer beim Stand. Denn man möchte ja nicht den Tisch zerkratzen.

Tagesgedanken XXVIII

Sich nicht ein X für ein U vormachen lassen.

Ich habe seit 6 Jahren ein neues Thema für mich, das sind die Insekten.
Obwohl ich fast täglich dran bin, kann es sein, daß ich etwas aus der Insektenwelt falsch deute. Das mag sein!

Ich hätte mich vor 6, 7 Jahren versteifen können, eine schon lange bestehende Leidenschaft noch weiter auszubauen. Dort, in diesem Feld, kann mir tatsächlich kaum einer ein X für ein U vormachen.

Aber es war für mich damals interessanter, ein weiteres Feld aufzumachen.

Ich finde das richtig.
Ich kenne einen Doktor der Biologie, der sich neben anderem nun intensiv der Physik widmet und zwar hardcore.

Einer meiner Leidenschaften ist auch Musik. Gerade in letzter Zeit greife ich das einst intensiv beackerte Feld wieder auf.

Gerda meinte einst lakonisch – und sinngemäss: “Dann ist man in keinem Feld richtig Experte“.

Das mag stimmen.

Aber was ich schon vor Jahrzehnten zu wissen meinte, ist, daß man, um eine weitere Tiefe in einem bestehenden Feld begehen zu können, man unverhältnismässig viel Energie reinstecken muß. Ich denke, das stimmt nachwievor.

Vor Jahren portraitierte ich hier auch ein, zwei, drei Leute, die in völlig verschiedenen Feldern “Meister” waren: Sport, Literatur und Kunst etwa.
Heute wäre ich nicht so scharf darauf: Man muss nicht etwa Boxer sein, Lyriker, Wissenschaftler ,Koch und Gartenexperte.
Darauf käme es nicht an. Nicht Experte in völlig disparaten Feldern. Aber offen sein für manches andere – neben seinen bisherigen Vorlieben.

Tu was Gutes!

Mein Weg führt mich oft an einer Regentonne auf einem Grundstück vorbei.

Dort finde ich des öfteren kleine Insekten, die sich nicht mehr befreien können. Sie rudern wie wild, aber alles vergebens.

Einige befreite ich mit einem Spreisel, den ich unter sie schob:

Diese musste sich erst wieder einigermassen sortieren.

Dieses Flieglein hier bedankte sich, indem es auf meinen Fingernagel lief.

Ich nehme an, daß diese Insekten nicht wissen, daß der Auftrieb aufgrund ihres geringen Gewichts so gut wie nicht vorhanden ist, sodaß sie im Wasser stecken bleiben. Aber selbst Hornissen schaffen das nicht.

Und Münchhausens Trick, sich am eigenen Schopf aus dem Wasser zu ziehen, kennen sie auch nicht.