Category: Persönliches

Tagesgedanken XXXVIII

Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiß, aber unter welchem Stein liegen sie?

Ein Satz von Kafka in seinem Tagebuch.

So, wie es aussah, lag unter keinem Stein etwas. Aber hatte er alle geprüft?!
Der Gedanke, Kraft seines Geistes all die Untiefen in sich meistern zu können, ist verlockend, aber zum Scheitern verurteilt. So viele hatten schon ähnliches versucht.

Am besten ist: Man hat keine Probleme.

*

Freut mich und macht mich traurig, denn ich habe nichts.

Ein Gedanke von Kafka, der eine Einladung von Robert Musil zu einem Literaturmagazin bekam.

Der Gedanke, nicht zu genügen , ist mir aus meiner eigenen Kindheit bekannt. Als mein Kunstlehrer häusliche Arbeiten von mir sehen wollte, überfiel mich ähnliches Grauen.

Tagesgedanken XXXVII

Der Chaot

Zwei Klassenkameraden bezeichneten mich so. An die Geschehnisse vor 50 Jahren, die dem zugrunde lagen, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.

Ein weiterer Klassenkamerad hatte dazu eine Idee: Ich bekam in Mathematik einst eine Zwei. Verdient hätte ich laut Lehrer eine Eins, da ich eine besondere Lösung ad hoc ersann, die aber nicht die gewünschte und im Unterricht vorgeführte war.

Offenbar hatte ich Mathematik nur mit halbem Ohr verfolgt. Auch bei Deutsch war das wohl so.

Meine Geschichten wurden sogar öffentlich vorgelesen, aber grammatikalisch war ich wohl nicht so gut. Auch in Textanalyse nicht. Da folgte nach den Einsen eine Fünf.

Tagesgedanken XXXVI

Zusammenführen

Im Haus habe ich an verschiedenen Orten Dinge, die zusammengeführt werden sollten – oder könnten.

Das sind Fotos. Das sind Artikel. Das sind Bücher. Und dann auch Zeichnungen. Und Kleinkeramik.

An Zeichnungen habe ich diverse Stösse, diverse Formate. Denkbar wäre da ein Zeichenschrank, wie ihn mein Freund Rudy besitzt. Aber selbst ein solcher würde kaum ausreichen. Zu divers sind die Arbeiten.

Bei den Artikeln habe ich schon angefangen, diese auszudünnen. Vier Stösse liegen jetzt vor, thematisch ein bunter Haufen meiner Interessen.

Was ist mit den Fotos? Die hatte ich schon vor Jahren erfolgreich ausgedünnt. Alle Auftragstaschen wurden damals entsorgt. Nur Großformate und Fotoalben besitze ich noch.

Die Kleinkeramik kann über das ganze Haus verteilt bleiben. Da mache ich nichts daran.

Nun bei den Büchern: Da entdeckte ich etwa ein Dutzend Bücher zum Mikrokosmos und Nanokosmos. Damals wie wild gekauft und kaum je angeschaut. Typisch! Gerade weil es doch aber mein Thema ist: Wie setzen sich Strukturen fort ins Allerkleinste? Da sollte ich jetzt wirklich mal reingucken!

Tagesgedanken XXXV

Über das Zuhören.

Es wird nicht richtig zugehört. Und es wird in Aussagen etwas hineininterpretiert, was gar nicht Bestandteil des Gesagten war. Nicht mal als unterbewusste Message.
Es gibt wahrlich so manche Tücken in der Kommunikation, trotz gelegentlich starker Bemühungen, es richtig zu machen.
Es gibt Versäumnisse, und man drückt etwas nicht aus.
Man steht nicht Rede und Antwort für das Gesagte, ist nicht zu erreichen.
Man kennt seine eigenen Motivationen und Hintergründe nicht, auch nicht die des Gegenüber.
Man reisst etwas aus dem Zusammenhang und baut darauf seine Kommunikation auf.

Menschlich, allzumenschlich, so könnte man das Tohuwabohu menschlicher Kommunikation bezeichnen. Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!