Bei solchen Makroaufnahmen von mir schwanke ich immer, ob ich sie gut finden soll oder nicht.
Hier ist alles perfekt: Das satte Rot, die symmetrische Anordnung der fleischig wirkenden Blättchen, der “gestauchte” Kern, in dem alles nochmal dichter und fester präsentiert wird.
Überreich und schlichtweg Fülle.
Gerade deshalb, weil diese Blüte so mächtig daherkommt, so aufdringlich schön, so grazienhaft, gerade deshalb ist so etwas nicht mein bevorzugtes Motiv.
Mir fehlt das Unregelmässige (wennauch es hier schon im Detail vertreten ist), die Abweichung von der Norm. Wenn etwa jede Ebene der Blätter ein anderes Gestaltungsprinzip hätte. Ein Spiel der Farben, unregelmässig, unerwartet.
Diese Blüte tut mir aber nicht den Gefallen. Sie hat ein Organisationsprinzip, das ehern auf Regelmässigkeit ausgelegt ist. Das Unregelmässige liebt und schätzt wohl nur der Mensch. Er braucht Spannung, er braucht das Besondere. Er möchte Muster entdecken können, ohne sie explizit vor die Nase gehalten zu bekommen.
So in etwa könnte das passen.



