Während ich das Ampelmännchen

formte,
machte ich aus Tonresten einen kleinen Frauenkopf.

Der kann an weiteren Diskussionen wie zum Jahresende 2024 teilnehmen.
Category: Kreatives sonst
Während ich das Ampelmännchen

formte,
machte ich aus Tonresten einen kleinen Frauenkopf.

Der kann an weiteren Diskussionen wie zum Jahresende 2024 teilnehmen.
Heide vom Puzzle-Blog wollte wissen, wie ich meine hohlen Skulpturen der letzten Zeit aufbaue.
Nun nahm ich mir vor, das in etwa aufzuzeichnen.
*
Hohl müssen diese Objekte sein, damit sie nicht beim Brand platzen. Meines Wissens sind etwa 3 cm Tondicke bei “normalem Ton” das Maximum.
Als Beispiel für mein Vorhaben schnitt ich ein selbst kreiertes Ampelmännchen aus einem Karton aus:

Umfang etwa 150 cm.
*
Hier nun also einige Bilder des Aufbauprozesses des Ampelmännchens am Tag 1.
Zunächst werden 4 Bahnen eines Hubels Ton abgeschnitten.
–>

Diese 4 Bahnen werden verbunden. Umdrehen der entstandenen Tonfläche dabei nicht vergessen.

Danach Auflage des Kartons:

Nun werden die Konturen mit einem Messer ausgeschnitten:

Entfernen der Innenteile:

Das ergibt Abfall, der ordentlich zusammengeschlagen muß, um weiter verwendet werden zu können.
Das Ampelmännchen muß zweimal gemacht werden!
Als Boden und als Deckel.
Vermessung:

Das Teil wird abgemessen:
Das Rund bedeutet 145 cm Stegfläche, die Binnenstruktur 153 cm Stegfläche. Mindestens.
Anbau des 1. Stegs auf Ampelmännchen 1

Am Schluß sieht das so aus:

Die Stege müssen möglichst gleich hoch und senkrecht stehen. Keine 2mm Differenz.
Ich hatte für mindestens 3 m Stege gesorgt. Die nach und nach aneinander gebaut wurden.
Hilfreich und notwendig dabei ist das Benässen und Aufkratzen des Tons an den Kontaktflächen, Nutzen Schlicks (weicher Ton) und Werkzeuge wie ein Padel.
Nun am Schluß die Umrundung mit Stegen. Hier verwendete ich 4 Stege a etwa 40 cm Länge. Diese müssen aneinander sauber verbunden werden.
Zum Schluss, nach einer längeren Pause, kommt vorsichtig die schon leicht zähe Deckform darüber. Vorher müssen die jeweiligen Kontaktstellen beidseits aufgeraut und mit Schlick versehen werden.

So sieht das Ergebnis nach etwa zweimal 2,5 h direkter Arbeit aus.

Das Versäubern dieser ganzen Struktur passiert dann am Tag 2 und evtl. noch an Tag 3, je nach Perfektionswunsch.
Für Tag 2 muß die die Struktur in Tücher und Plastikfolie gepackt werden, sonst trocknet sie davon.
Dieser Tag 2 ist meist aufgeteilt in viele Arbeitsschritte. Das Objekt muß aus jedweder Richtung aufgestellt, beurteilt und dann bearbeitet werden.
Ich nehme an, daß über den 2. Tag verteilt nochmal ingesamt 4 h reine Arbeitszeit anfallen werden.
Also vom Aufstehen bis Mitternacht.
Ich sprach heute mit einem guten Freund 30 Minuten über meine Ausstellungserlebnisse 2024.
Und das aus gutem Grund:
Hatte ich doch, verteilt über mein Leben, einige grandiose Ausstellungen erleben dürfen, von denen ich immer noch zehre, auch wenn sie schon 35 Jahre zurückliegen.
2024 schloß daran an.
Akomfrah in der Schirn Frankfurt im Januar war GEWALTIG!
Und Dieter Stein setzte in Würzburg im November/Dezember den Schlusspunkt.
Dieter Stein malte in der Mitte seiner Karriere recht komplexe Werke, siehe folgend:

Ab den 2000ern, also ab seinem etwa 80ten Lebensjahr malte er “Bagatellen” wie das folgende:

In der Ausstellung sind, meiner Erinnerung nach, 13 solcher “Bagatellen” zu sehen.
Für mich sind solche Werke kein Widerspruch zum Gesamtwerk.
Der Ausdruck ist zur Ruhe gekommen.
Für mich persönlich ist Stein auch deshalb wichtig, weil er auf eine Weltkarriere, die ihm zustand, offenbar bewusst verzichtet hatte.

Dreimal Ausblick – noch ganz roh.
Gut Ding will Weile haben.