Category: Kreatives sonst

Auf dem letzten Drücker

So ein Garten wie der unsrige ist wohlgeordnet.
Klar und übersichtlich.

Die meisten Insekten kennen die Neigung des Halms an der Ecke neben dem Hochbeet.
Nun sagst Du, auf “meiner” Schulwiese sei das doch genauso mit den Halmen.
Sicher ändert sich auch da das Bild nicht völlig, aber ein durchlaufendes Tier verändert die Struktur, auch im Minimalen. Ebenso ein Sturm: Der schiebt, was oben auf war, schnell mal geknickt nach unten.
Im Garten findet sich wenig davon. Alles ist geregelt.
Insekten können sich so fast wie in einem Zoo fühlen, wennauch einem großzügigen.
Aber Halm bleibt eben Halm. Und hängt immer an der gleichen Stelle.

Die Schulwiese ist dagegen chaotisch. Da blüht alles durcheinander, noch dazu ganz Zartes, das wohl nie einen Besuch erhält. Üppig, füllig, ein Zuviel fast.

Auch heute war ich wieder dort.
Meine Funde an Kleinstlebewesen der Wiese war noch nicht ganz komplett, ich hätte sie gern dreistellig gehabt. Dazu fehlte nicht viel, im Grunde die kleinste ganze Zahl.
Und dieser Fund gelang mir, wenn man der Bestimmung glauben kann:

Von hinten, nicht schick:

Der Braunbinden-Wellenstriemenspanner – Scotopteryx chenopodiata

Wenn er es nicht war, dann konnte er es gut verstecken.
Auch sich. Man muß froh sein, eine solche Aufnahme machen zu können, so schnell er sich fliegend/flatternd ins Unterholz begeben hat.

Das war mein letztes Foto heute. Mich drückte es.

Drabble – Streitlage

Sich fügen, das hatte er gelernt. Hugo glaubte, nichts mehr wirklich beitragen zu können: Der heftig schwelende Streit zwischen den Schwestern im Haus lies sich nicht beilegen. Die Männer anbei hatten nichts zu sagen.

Man teilte den Raum im großen Haus. Nur mehr 4 Parteien wohnten noch drin.

Wuchtig wirkte es, hatte es der Vater doch groß angelegt.
Wuchtig waren auch die Verwerfungen!
Hugo fühlte sich machtlos. Gerne würde er neu vermitteln, aber das hatte nie gefruchtet.

Auf ihn wirkte dieser ewige Streit vollkommen niederschmetternd. Gleichzeitig war ihm seine Heimstatt lieb – seit jeher.
Einigung wäre greifbar, Vater’s Vision zuliebe.



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93 Worte

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Zum xten Mal in diesem Jahr nahm ich somit an einem Drabble teil, hier von Puzzle initiiert.
Ich finde das nachwievor eine wunderbare Übung, etwas möglichst bündig und dennoch verständlich rüberzubringen versuchen.


Nachtmusik

In letzter Zeit pflege ich wieder spätabends Musik zu hören – und auch ein wenig dazu zu zeichnen.

Ich erinnere mich: Vor etwa 25, vielleicht auch 30 Jahren sammelte ich nicht nur Interpreten, sondern beleuchtete auch deren Netzwerke. Zeichnete sogar die Verbindungen, die Kollaborationen.

Wer spielt mit wem? Wo sind die kreativen Cluster?

Oren Ambarchi spielte in dem Album, das ich gestern hörte, mit Johan Berthling und Andres Werliin zusammen. Nun kann man weiter forschen…

Ähnliche Stile, wenn man klassifizieren will, werden einem heutzutage bequem per Spotify zugespielt. Da werden einem flugs durchaus passende Produzenten zugespielt.

Vor 10 Jahren gab es noch die manuelle errichtete Datenbank/Software Everymusicatonce ( gibt es immer noch, aber eingefroren). Die wies schon damals 7 Millionen Komponisten auf. Das wird sich mittlerweile bestimmt verdoppelt haben.

Auf ein Wiedersehen

Die letzten zwei Abende hörte ich Musik von Oren Ambarchi.

Eins seiner Alben hies “Ghosted”.

Ich schlug das Wort nach – und fand in meinem Leben schon Fälle des Geghostetseins vor, aber “nur” von männlichen Freunden.
Einem Freund ging das aber mit einer Partnerin so – er kennt den Grund bis heute nicht.

Was wissen wir schon von dem