Beuys bin ich erstmals 1991 in Düsseldorf begegnet, anlässlich der Ausstellung in der Kunsthalle am Grabbeplatz.
Bis dato war ich zwar mit manchen Kunstströmungen vertraut, auch solchen einer offensichtlichen Ästhetik fernen wie Informel, aber Beuys war damals mit seiner Herangehensweise Neuland für mich und blieb für mich unverständlich.
Nun ist ein Beuys-Film, 31 Jahre nach seinem frühen Tod, im Kino angelaufen. Dieser Film zeigt sehr schön einige Ideen von Beuys auf. Ihm ging es um das Aufbrechen der Kunst, um einen (deutlich) erweiterten Kunstbegriff. In der heutigen Zeit sind seine Positionen zwar noch nicht allgemein geläufig, aber doch nicht mehr ganz so fremd wie einst.
In dem besagten Film von Andreas Veiel ging es u.a. um ein Werk, in dem aus einem alten VW-Bus bepackte Schlitten ausbrachen wie ein Rudel Wölfe. Man stritt sich damals um den Wert einer solchen Plastik, fragte provozierend, ob man nicht auch Kinderwägen anstelle der Schlitten hätte nehmen können.
Beuys war, so zeigte es der Film jedenfalls, unagressiv und stellte sich solchen Fragen immer wieder.
Nach allem was ich so weiß aus seiner Vita, war er ein ganz bedeutender Mann, vielleicht ähnlich wie im Filmmetier Rainer Werner Fassbinder. Ein unermüdlicher Arbeiter, der sich verbrannte, für seine Studenten und seine Ideen.