Category: Gesellschaftliches

Im Garten

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Unterwürfigkeit
verschuldet
verjubeln.

Die Worte sind von Werner Kastens.

*

Ich sah Horst im Garten den Baum schneiden. Er unterbrach diese Arbeit, um mit mir ein paar Worte zu wechseln. “Die ganze Zeit konnte ich wegen dem Regen hier nichts machen. Meine Frau erinnerte mich daran, daß das noch zu tun ist”.
“Und, ist sie zufrieden mit dem Resultat jetzt !?”.

Horst: “Sie ist niemals zufrieden!…Das muß ich auch mal so sagen, weil es wahr ist”.
“Und was entgegnest Du, wenn sie nörgelt?”
Horst: “Ich sage nichts.”.

“Ist das nicht eine Form von Unterwürfigkeit?”.
Horst: “Ich verjubele doch nicht meine Zeit, indem ich dagegenhalte. Ich mache halt, was sie möchte. Man verschuldet nur endlosen Streit. Ich möchte meine Ruhe und tue, was nötig ist. Nicht unbedingt sofort, aber ich tue es.”

Also wieder einer! Aber ich denke, das ist gelebte Weisheit. Denn viele machen es so.

Tagesgedanken XXXV

Über das Zuhören.

Es wird nicht richtig zugehört. Und es wird in Aussagen etwas hineininterpretiert, was gar nicht Bestandteil des Gesagten war. Nicht mal als unterbewusste Message.
Es gibt wahrlich so manche Tücken in der Kommunikation, trotz gelegentlich starker Bemühungen, es richtig zu machen.
Es gibt Versäumnisse, und man drückt etwas nicht aus.
Man steht nicht Rede und Antwort für das Gesagte, ist nicht zu erreichen.
Man kennt seine eigenen Motivationen und Hintergründe nicht, auch nicht die des Gegenüber.
Man reisst etwas aus dem Zusammenhang und baut darauf seine Kommunikation auf.

Menschlich, allzumenschlich, so könnte man das Tohuwabohu menschlicher Kommunikation bezeichnen. Aber kann man sich mit “Ist halt so” zufriedengeben?!

Bukowski

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Unterwürfigkeit
verschuldet
verjubeln.

Die Worte sind von Werner Kastens.

*

Hans begehrte immer auf, er lies kaum was gelten. Jedes Argument warf er mit Donner zurück. Aus gegebenen Zahlen machte er viel grössere, um das Versagen der Regierung zu brandmarken!
Er kannte stattdessen nur eine einzige Unterwürfigkeit in seinem Leben und das war dem Alkohol gegenüber.
Seine Gesundheit hatte er schon verjubelt, aber verschuldet war er nicht. Als ihn ein Kumpel zum Poker überreden wollte, mit “Magst?!”, da hatte er nur Zähnefletschen für übrig.

So billig lies er sich nicht kaschen! Obwohl, einmal, als er mitspielte, setzte er alles auf eine einzige Karte und ausgerechnet die kam! Alle schüttelten den Kopf: Wie kann man mit leerer Hand so ein Risiko eingehen?! Bekloppt! Aber Hans war einfach unberechenbar. Zog das Geld ein und ging heim zu seiner Flasche.

Er hatte ja ein Vorbild und das war Bukowski, der große Charles! Zwar hatte Hans kein Talent für Geschichten (“Kaputt in Hollywood”) wie Bukowski, aber er hatte ein Foto von ihm in seiner Stube hängen. Bukowski ganz in Rauch gehüllt, denn Bukowski war ja auch ein starker Raucher. Und er kannte sehr wohl das Wettspiel, das war seine dritte Sucht.
Von weiteren Süchten mag ich jetzt nicht reden.

Sinnestäuschungen

Das letzte der 4 Fotos, die Myriade in ihrer neuen Folge der Impulswerkstatt vorstellte.

Ein Wasserglas auf dem Holz eines Tisches, das ein optisches Verwirrspiel mit dem Tisch und dem Inhalt des Glases treibt.
Wir hinterfragen ja gewöhnlich nicht, was uns unser Auge (an)liefert, wie etwa die doppelt abgebildete Zitronenscheibe.
Gelegentlich kommen wir trotzdem ins Schleudern: Ich kann mich mindestens an 3 Fälle erinnern, in denen ich optisch etwas wahrnahm, das eigentlich nicht sein konnte:

  1. Einmal bin ich in der Dämmerung über eine Brücke gegangen, als mir aus einem Busch am Rand des Brücken-Gehwegs etwas entgegen zu kommen schien. Spontan wich ich aus. Zuhause wurde mir klar, daß verstärkter Tränenfluss diese Täuschung hervorgerufen hatte.
  2. In einem Tierpark schien mir das Wasser in einer Zementwanne nicht waagrecht zu ruhen, sondern schief. Mir wurde spontan schwindlig. Es zeigte sich, daß Linien in der Wanne diese Schieflage implizierten. Diese linienförmige Spuren waren auf einer Seite höher gelegen.
  3. Unlängst hatte ich auf einem abschüssigen Gehweg in der Stadt plötzlich das Gefühl, ich laufe auf ein Brett zu. Ich bückte mich instinktiv. Eine Farbe eines Werbebanners zu meiner Rechten hatte das offenbar begünstigt.

Aber auch andere Sinne können falsche Informationen liefern.
So vermeinte ich als Kind jemand mit einem Stock im Haus herumlaufen zu hören. Aber ich war ja alleine. Also floh ich rasch aus dem Haus.
Auch da wurde mir später klar, daß es sich um das Pochen des Bluts bei mir gehandelt hatte.

Auch der Geruchssinn kann täuschen. Vor geraumer Zeit nahm ich ab und an einen gewissen Geruch wahr, der signifikant war und den ich schwer zuordnen konnte. Es war klar, daß es diesen Geruch in der aktuellen Situation nicht geben konnte.

Weitere Beispiele könnte ich anführen, will es aber damit bewenden lassen.