Category: Etüden

Alles sofort

2020_0607_1_300

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Alice.
Ich beteilige mich gerne an dem Projekt, nun schon in der dritten Etüden-Ausgabe des Jahres:

*

Knuddeln könnte ich mich!
Wohl Grippe gehabt?
Mit Flüssigseife des Lokals den Soßenfleck an der Hose anzugehen?
Nun ist sie dort gebleicht.
Nie kann ich warten, alles muß sofort gelöst werden.

*

31 Wörter.

 

 

 

Das Pokalspiel

2020_0405_1_300

Quelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, nun in der zweiten Etüden-Ausgabe des Jahres:

*

Beim hiesigen Schach-Einzel-Pokalturnier:
Die Züge meines Gegners hier zeigen keinerlei Schärfe, sie treffen die Stellung einfach nicht. Eins ums andere Mal!

Offenbar ist er doch ein Papiertiger. Ich weiß nicht, wer von seinen Erfolgen erzählt hatte, mich vor ihm gewarnt hatte.
Klasse zeigt er hier jedenfalls eindeutig nicht, seine Züge scheinen belanglos.

Die Partie plätschert so vor sich hin.

Mein Vorteil ist mittlerweile richtig groß, so groß mittlerweile, so übergroß, daß ich nur noch den Sack zumachen muß. Einige Züge machen noch, dann muß er aufgeben.

An diesem Sonntag hätte ich einen Spaziergang machen können, es scheint die Sonne!!! Herrlich! Draussen lugt sie um die Ecke 🙂
Stattdessen sitze ich hier in einem winzigen Clublokal in einem ungemütlichen Keller, langweile mich.
Öde. Öde!!

Noch ein Zug. Ich gehe aufs stille Örtchen.

Komme zurück, merke dass ich einen Fehler gemacht hatte. Einen richtigen Bock, aber noch nicht spielentscheidend. Aber er hat Blut geleckt und spielt mich ab da plötzlich präzise aus. Und ich lasse meinerseits deutlich nach. Schwache Züge, einer nach dem anderen, diesmal aus meiner Hand.

Nun hat ER den Sack zugemacht und ich muß alsbald aufgeben.

Wie ist das denn gekommen, frage ich mich?!?!
Draussen ist mittlerweile Abend, von der Sonne des Tages keine Spur mehr.
Und ich genarrt und frustriert.

*

 

211 Wörter.

Der Belesene

2020_0405_1_300

Quelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, nun schon in der zweiten Etüden-Ausgabe des Jahres:

*

Eins ums andere Mal verblüffte er mich mit seinem Sachwissen.
Wenn ich einen mir erst seit kurzem bekannten Vers zitierte, sagte er  “Ja, sehr fein! Gewiss eines der Schmuckstücke des Dichters!”.
Er schien wirklich alles und jedes zu kennen!!

Belangloses Gerede schätzte er nicht. Gleich schob er Goethe, Schopenhauer, Schiller oder Novalis vor.
Die alten Griechen kannte er auch sehr gut.
Einmal zeigte er mir sogar mal ganz kurz seine Probierstube. Ich staunte ehrfürchtig ob der Bände an der Wand.

Manchmal war er im Beisammensein plötzlich ganz ruhig, die Minuten plätscherten dann dahin. Es war schön, so mit ihm dazusitzen. Seine Aura machte mich ruhig. Es war fast so, als würde ich ein wenig an seiner Weisheit nippen.

Ein alter ehrenwerter Freund aus Schultagen, Prof. XYZ besuchte mich eines Tages auf der Durchreise. Ich hielt irgendwann eine Lobrede auf meinen besonderen Freund. Das musste sein!

Er lachte laut auf: Weisst Du nicht, daß das ein Papiertiger ist?
“Vor ein paar Jahren geriet ich mit ihm, als er in meiner Stadt wohnte, in einen Disput und da zeigte sich, daß all sein angebliches Wissen nur heilloser Wirrwar war. Um nur ein Beispiel zu nennen…”.

“Das kann nicht sein! Unmöglich! Ich glaube das nicht! Niemals!…Nein!

Ich klappte zusammen. All die Jahre….ich hatte ihm vertraut, meinem Freund mit der Probierstube.
Nun zeigte sich, daß rein garnichts an seinem Wissen dran war.
Wie ist so etwas nur möglich??

*

Eine rein fiktive Geschichte.

 

 

 

Der etwas andere Urlaub

2020_0203_2_300

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

*

Wieder mal hatte ich meine Hörhilfen nicht an. Ich hasse die Dinger. Ausserdem höre ich dann weniger, wenn mich Trude kommandiert.
Das tut immer so weh in den Ohren, richtig weh!

„Loass uns dei Skiurlaub buche“

„Joa, bin dabei“. Trude weiß schon, was gut ist.

Als wir am Urlaubsort ankommen, war weit und breit kein Schnee zu sehen!

„Trude, wo ist der Schnee?!“

„Wozu Schnee, wenn wir hier Tai-Chi machen?!“

Ein mickriges Lächeln entsprang meinem Mund.

„Ok, Tai-Chi ist sicher besser als Skifahren. Hatte eh keine Lust zu“.