
Im Jahr 2020 geht es dank Christiane munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeitler.
Ich beteilige mich gerne an dem Projekt.
Folgende Worte sind zu verwenden:
Rumpelkammer
mutvoll
zehren.
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Wir alle tragen eine Art Rumpelkammer unserer Kindheitsprägungen mit uns rum. Wenn wir mutvoll drangehen, können wir aus dem, was wir mit etwas Beharrlichkeit und Ängsten vorfinden, zehren.
Das sagt man zumindest so, seit es Freud (und Vorgänger) so dargestellt haben.
Was anderes bleibt uns aber auch nicht möglich, denn wie kommen wir sonst an die dunklen Geheimnisse, die uns am hellichten Tag so dreist bestimmen?!
Immer neue Ideen kommen diesbezüglich auf.
Vor mehr als 20 Jahren war es die pränatale Psychologie, die mich damals in den Bann zog.
Wurde man bei der Geburt mit der schon oft thematisierten Umschlingung durch die Nabelschnur gequält, war das Vorwärtsdrängen mit grossen, existentiellen Ängsten verbunden. Insofern war man dann auf Erden später sehr zögerlich, Entscheidungen anzugehen. Vermied sie, weil sie immer grosse Ängste auslösten.
Das ist zumindest eine plausible Erklärung.
Manche Therapeuten verfielen auf die Idee, den Geburtsvorgang des Klienten nachzustellen und ihn diesen als diesmal angstfrei erlebbar zu machen.
In jedem Fall ist es aber so, unabhängig von therapeutischen Ideen, daß wir ohne jegliche Kenntnis unseres Innern es schwer haben, das Leben gut zu meistern.
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