Category: Etüden

Sammelleidenschaft

Krabbler, der Worte spendet.

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter. Diesmal interim mit Extraetüden.
Die Wortspenden stammen hier von Olpo Olponator und mir.
Ich beteilige mich immer sehr gerne an dem Schreibprojekt.
Fünf der folgenden Worte sind zu verwenden:n:

Katamaran, großspurig, totschweigen
Zeitplan, schlimm, fallen.

Ein weiterer Text:

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Reichtum kann man sehr verschieden definieren.
Für manche besteht er aus Geld oder Status. Aus äusserem Reichtum eben.
Für andere vielleicht ist es die Anzahl von Bekannten oder Freunden.


Beim U&D sagte mal eine Frau: „Ich gehe Musik schauen.
Was sie meinte, war, mit ihrer Familie auf dem Festivalplatz viele ihrer Freunde zu treffen, Musik war Nebensache, ob da 3 oder 5 auf der Bühne waren, darüber konnte man großspurig hinweggehen.

Eine Bekannte rühmt sich auch immer insgeheim ihrer vielen Kontakte, meist Kulturschaffende. Ihre eigentliche Motivation dabei wurde totgeschwiegen.

Dieses immense Heer an Kontakten zu managen, war schon eine Aufgabe für sich, verbunden mit einem sorgsamen abgestimmten Zeitplan. Man traf sich im Theater, Ballett, Kino, Konzert, bei einer Lesung, beim Beatabend oder sogar mal beim Basketball. Oder lud sie zu sich ein.
Kurios war es dann oft, wenn verschiedene Freunde (unabgesprochen) gleichzeitig im Theater zugegen waren. Wem denn die Aufmerksamkeit schenken und in welcher Gewichtung und Reihenfolge?
Die Kulturkontakte durften jedenfalls keinesfalls abreissen, ständig musste man dafür sorgen, daß das mächtige Netz erhalten blieb.

Jetzt fehlt dieser Reichtum manchen Leuten massiv. Es fällt schwer, über längere Zeit darauf zu verzichten. Richtig schlimm fühlt sich das für echte „Freundesammler“ an. Also sucht man Wege, wieder daran anzuknüpfen. Aber wie?

Ich war nie jemand, der viele Kontakte suchte. Zwar freute ich mich über manch besondere Verbindung, aber versuchte diese dann nicht krampfhaft aktiv zu halten. Wenn sie blieb, war es schön.

Wer bin ich denn ausserdem, daß mich viele Leute kennen sollten?!

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Was darf ich im Garten?

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter. Diesmal interim mit Extraetüden.
Die Wortspenden stammen hier von mir und Olpo Olponator.
Ich beteilige mich immer sehr gerne an dem Schreibprojekt.
Fünf der folgenden Worte sind zu verwenden:

Katamaran, großspurig, totschweigen
Zeitplan, schlimm, fallen.

Ein weiterer kurzer Text:

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Mein Zeitplan sah vor, noch schnell ein paar kleine Efeuzweige am Zaun einzupflanzen. Die konnten sich am Maschendraht hochranken, falls sie überhaupt anwachsen würden.
Der Nachbar sah das, wollte das partout nicht totschweigen und holte seine Frau.

“Du weist doch, daß unser Schlafzimmer dort drüben liegt!”, meinte sie entrüstet, als sie in ihren Garten kam.
Wohl 10 – 15 m lag dieses Schlafzimmer entfernt.
“Ich will da kein Viehzeug drin haben!”.
Ich war ganz baff, fiel fast vom Stuhl, wenn ich gesessen hätte.

“Die Gänseblümchen da bei Dir bekommen doch genügend Insekten!” kam als Nächstes, als ich gesagt hatte, daß der Efeu für Bienen und Wespen im Winter sei.

Sie selbst hatten einen völlig klaren Rasen ohne Irgendetwas.
Ob sie etwa allergisch gegen Insekten ist? Das kam leider nicht zur Sprache.
“Ich werde Dir schon erzählen, wenn da was kommt”, meinte sie zum Schluss großspurig!

Schlimm war das, in diesem Augenblick!
In dem Part, der an ihr Grundstück reicht, ist ohnehin weiter hinten nur ein Apfelbäumchen und auch etwas Keramik hie und da. Und ein paar verstreute armselige Gänseblümchen.
Wie dem auch sei: Der Vorfall ist vergessen, Schwamm drüber. Aber darüber erzählen wird man doch auch dürfen?!

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Der Pub

Krabbler, der Worte spendet.

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von mir.
Ich beteilige mich immer sehr gerne an dem Schreibprojekt.
Folgende Worte sind zu verwenden:

Zeitplan
schlimm
fallen.

Ein weiterer kurzer Text:

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Der Reiseführer von NY hatte den sagenumwobenen Pub hier ausgewiesen! Aber wo war er? Ich suchte das Gelände auf und ab. Nicht zu finden! Ums Verrecken nicht! Das konnte doch nicht sein!

Mein Zeitplan für diesen Tag hatte noch das Guggenheim vorgesehen. Schliesslich war ich nur für 6 Tage in NY und wollte möglichst viel schaffen.

Meine Sohlen schmerzten auch schon schlimm! Dieses Herumlaufen, die ständige Verwechslung von Nord und Süd, Ost und West bei den Strassen, das hatte viel Zeit gekostet.

Ich lies mich auf eine Parkbank fallen.

Plötzlich sah ich ein kleines Häuschen, fast an eine Gartenlaube erinnernd. Ich war mehrmals daran vorbeigelaufen.
Und jetzt sah ich auch: Alles war verriegelt, bis auf ein kleines verstaubtes Fenster, durch das ich so etwas wie eine Inneneinrichtung im Dunkel erahnen konnte.

Geschlossen! Nicht mehr! Von anno dazumal.
Mein Reiseführer war gute 4 Jahre alt und der Beitrag von dem heißen Pub war vielleicht schon 6 Jahre alt. Wer weiß!?

Jetzt war ich hundemüde – und Guggenheim musste bis morgen warten.
Immerhin: Den heißen Pub hatte ich gefunden!

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Die schlimmen Zeitpläne

Buchkrabbler, der all die Worte vorgab

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von mir.
Ich beteilige mich immer sehr gerne an dem Schreibprojekt.
Folgende Worte sind zu verwenden:

Zeitplan
schlimm
fallen.

Ein kurzer und ganz schnell abgefasster Text diesmal:

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Immer diese feisten Zeitpläne, Tag für Tag!
Von früh bis spät Pflichten, Ruhe als Rentner mitnichten, abends ins Kino, Theater oder Ballett, der Bildung , der Erbauung und des Mitredens wegen.

Ein richtiges “Abfüllen” war das, richtig schlimm.

Nun kann man sich ja eigentlich in diesen Tagen in den Sessel fallen lassen – oder doch nicht?

Nein, anderes lässt sich finden: Es wird gelesen viel, quer und bunt, Videos werden angeguckt oder auch nicht, aufgeregt wird man, aufgeschaukelt, durchgewirbelt.
Da hilft dann nur noch Natur und ein Blick auf das Kleine zwischen Blüten und Blättern (oder Buchseiten).

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