Author: kopfundgestalt

Drabble Dienstag No 10-1

Zum zehnten Mal nehme ich an einem Drabble-Dienstag teil, hier von Puzzle ausgerufen:
*

Ich sitze nicht richtig am Tisch.

Schon färbe ich mir meine Hose und Hemd mit einer rot spritzenden gedünsteten Cocktailtomate!

Wann lerne ich das endlich? (Diesen Satz verwendete ich übrigens genau so im letzten Drabble, da ging es allerdings um die bei mir längst fällige Unterscheidung von Hummeln.)

Manches lerne ich halt nie. Typisch Mann eben! Ojeh!

Nein, das nehme ich gleich zurück, so kann man es nicht sagen, es gibt ohnehin viel zu viel Verallgemeinerungen in der Welt.
Damit, mit derlei Zuspitzungen, ist niemandem geholfen, nur explizit den Parteien. Die brauchen so etwas, um Wähler für sich zu gewinnen.

Netzwerken

Das, was hier auf den Maschen herumklettert und offenbar geschickt,
ist eine Platanennetzwanze.
Es hat netzartige Strukturen auf dem Mittelteil und in den Flügeln
und fühlt sich vielleicht deswegen im Pulli wohl.
Wir verbinden uns ja auch immer mit Leuten im Netz, die uns gut tun.

Wie ist es denn genau richtig?!

Im Laufe des Lebens kommt man dahin, sich verschiedenen Communities anzuschliessen, zu diesem oder jenem Thema.

Sei es Musik, Fotografie, Spiritualität, Sprache, Schach, Kunst, Wissenschaft, was auch immer.

Egal was genau die Klammer einer Community ist, man stösst recht schnell auf Kriterien, ob man dazu gehören kann/darf oder nicht!

Beispiele:

In einem spirituellen Blog durfte ich meine Bewunderung für Wissenschaft nicht äussern. Der Bloginhaber kriegte sich nicht ein! Wurde beleidigend. Meine Ende in diesem Blog.

In einem wissenschaftlichen Blog geschah dasselbe, weil ich – diesmal – spirituelle Argumente einbrachte. (Schliesslich gehört “Spiritualität” im Grunde zu meiner (späten) Sozialisierung.).

In einer Fotocommunity fragte man zuerst nach meiner Ausrüstung. Ich habe aber nur EINE Kamera, KEINE Ausrüstung! Kann also technisch nicht mitreden. Und gehöre eigentlich somit nicht dazu.

Im Bund Naturschutz darf es keine Bevorzugung von KI geben. Wozu gibt es Bestimmungstabellen, wozu gibt es Authorities, die man jedes Mal fragen sollte, bevor man vorschnell eine Art bestimmt, noch dazu mit KI?!

In Musik , in der ich an sich sehr bewandert bin, kann ich nicht mitreden, weil ich keine Noten kenne und etwa verschiedene Bläserarten mit ihren Spezifika nicht kenne.

Im Schach bin ich sehr bewandert, aber einzelne flotte Kommentierungen im Netz gehen m.E. manchmal an der jeweiligen Sache vorbei, ich halte da aber lieber meinen Mund.

Bin kein Weinkenner, niemand soll mich fragen, welche Note in einem speziellen Wein zu bemerken ist. Ich verweigere da eine nähere Äusserung. Sollen die nur unter sich bleiben!

Was Filme anbelangt, interessiert mich Action wenig und liebliche Weiblichkeit auch nicht. Authentische Charakterstudien umso mehr!
Umwerfende Frisuren und gravitätische Mimik können mir gestohlen bleiben.

Kunst kommt von Können, von Handwerk, sie muß ästhetisch sein. Am besten vom vorletzten Jahrhundert. Das erstickt m.E. Kunst. Tausendfach Gesehenes, auch wenn gut gemacht, macht für mich nur noch Sinn in geschichtlichen Aspekt. Ansonsten langweilt es mich meist.

Und was ist mit Politik? Was ist mit Essenskultur? Was ist mit Lesekultur? Mit Gartenpflege?!
Man hat nun mal Affinität für einige wenige Sparten, aber allzuschnell stösst man an Grenzen:
Member or no member?!
Kennt ihr auch Ausschlussverfahren?!

Nicht nur…

Nicht nur Schwebfliegen können schweben, sondern auch Töpferwespen.

Nicht nur Menschen können denken, sondern auch Bienen.
Das sagt, sehr verkürzt, Lars Chittka in seinem neuen famosen Buch” Im Cockpit der Biene”.

Was Chittka hier aufblättert, sind mindestens 200 Jahre an Forschung. Und eine Unmenge an spannenden Experimenten, die aufzeigen, daß Bienen keine seelenlosen Roboter sind.