Tagesgedanken XLII

Ende November scheint jetzt wieder die Sonne ab und an, aber es ist für die Kleinen unter uns meist zu kalt:

Diese Mistbiene hat sich gestern in eine Blatthülle begeben. Da ist sie wenigstens etwas geschützt.

*

Die Tage zuvor fotografierte ich in all der Nässe einen Zapfen, der von Pilz befallen war.

Dies erinnerte mich an eine TV-Sendung dieser Tage über invasive Pilze.
Man kann durchaus im Einzelfall daran erkranken, wenn Sporen eines bestimmten Pilzes auf Wunden und in Atemwege gelangen.
Das Entscheidende dabei ist, und das ist bemerkenswert, daß durch Düngung von Feldern Antibiotika nicht greifen, weil es sich um in etwa den gleichen Wirkstoff handelt. D.h. es kommen so resistente Pilze in den Umlauf.
Also immer neue Aufgaben für die Menschheit.
*

Dieser Tage merkte eine Hobbykeramikern an, daß ihre Objekte von kaum einem gewürdigt werden.
“Das ist ganz normal”, sagte ich.
Ihre Objekte sind sozusagen aufgeladen durch persönlichen Bezug, durch ihre Idee. Für andere ist das nicht spürbar, dazu müssten sie sich erstmal einlassen.
Wenn ein Objekt ästhetisch ist und nicht allzu gefällig, findet es wohl mehr Zuspruch.
Ich selbst habe auch erlebt, daß Freunde, wenn sie meine Objekte sehen, meist nichts dazu empfinden, darauf auch nicht Bezug nehmen. Für mich ist das o.k. Auch wenn es etwas schmerzt.
Primär mache ich ja meine Objekte für mich.
Dabei entstehen manchmal merkwürdige Dinge – an denen wenig Ästhetisches ist.
Solange ich Spaß an plastischem Formen habe, mache ich so weiter.

18 thoughts on “Tagesgedanken XLII

  1. Zu loben und gelobt zu werden ist eine komplizierte Sache. Ich glaube, das Internet mit seinen vielfältigen Kontaktmöglichkeiten und gewissermaßen vorformulierten Möglichkeiten, Lob und Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, haben hier einiges verändert.

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  2. Die Idee, die einen beschäftigt, muß Form finden. Ob jetzt einer komponiert, Texte schreibt, malt… egal. Das ist gut und schön. Wenn etwas von der Idee durch das entstandene mitgeteilt wird, allgemeinverständlich wird (vordergründig hat es der mit den Wörtern hier leichter, aber das kann täuschen) darf man von Kunst sprechen. Denn, sehr frei nach Platon, ist es noch keine Kunst, ein Pferd zu formen. Es muß auch die Idee des Pferdes enthalten sein.

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      1. Der Gorilla ist selbstgenügsam. Zumindest nehmen wir das an. Er sagt nur und das recht freundlich: “Störe meine Kreise nicht!” Will das der Störenfried nicht lassen mag es sein, dass er eine aggressive Seite des so ruhigen Wesens kennenlernt.

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  3. Das ist schon manchmal schmerzlich, wenn das kreative Tun von Freunden ignoriert wird. Sie müssen ja nicht in Schwärmerei ausbrechen, auch heftige Kritik kann Anerkennung sein, da sie bedeutet, dass man ernst genommen wird. Aber totschweigen kränkt, nicht wahr? Vor allem ist wichtig, nie zu vergessen, dass alles, was wir tun, für uns selber ist. Das Herzeigen via Internet kann auch zu einer Sucht nach Anerkennung werden, die die innere Motivation zerstört.

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    1. Das Herzeigen im internet dient bei mir meist dem Aufzeigen meiner Aktivitäten, sozusagen einem Protokoll gleichend.
      Meine Träume, meine Gedanken zu Gesellschaft und Politik, meine Vorlieben, Ausstellungen, die ich besucht hatte ect.
      Meist erwerben Freunde etwas von mir, weil sie mich mögen. Nicht weil sie die Sachen besonders toll finden.
      Danke, Ule!

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  4. Ja, man muss schon Freude am künstlerischen Schaffen haben. Wenn das Werk am Ende von anderen nicht verstanden wird, kann das die Begeisterung ein wenig dämpfen, aber sollte nicht dazu führen, seine kreativen Ideen anderen zu Liebe zu ändern oder gar ganz aufzugeben. Viele liebe Grüßen aus Kanada!

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  5. Es ist nunmal Herbst, sehr bald auch schon Winter, Gerhard und das wechselhafte Wetter bringt nicht nur die Pflanzen- sondern auch die Tierwelt, also Flora und Fauna ziemlich durcheinander. Was wir auch schon das ganze Jahr über beobachten konnten und letzte Nacht gab es über den immer öfter an Getreidesorten auftretenden Pilz, den ansonsten auch bekannten Mehltau, einen sehr interessanten und empfehlenswerten Bericht bei einer meiner Lieblingssendungen TERRA X, von Harald Lesch im TV.

    Töpferkunst sowie auch andere handwerkliche Kunst zeigen bzw. drücken eigentlich immer in erster Linie den Künstler selbst aus, der dahintersteckt und nicht jeder ist beim betrachten damit auch auf gleicher Wellenlänge. Was ja auch gut, individuell wie die Werke selbst und somit berechtigt ist.
    Meine Schwester mochte manche meiner Töpfereien sehr und bat mich deshalb öfter mal darum, ihr das Gleiche auch für Haus oder Garten zu Töpfern. Was für mich aber nie so möglich war, weil auch immer die momentane Stimmung ausschlaggebend für das Ergebnis ist und sie freute sich ja trotzdem immer sehr über ihr somit ganz persönliches Geschenk, was ja auch das Wesentliche dabei war und ist.😉
    Liebe Grüße, Hanne

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    1. Angehörige sind ja eigentlich per se zugeneigt. Mit meinem Bruder nebst Frau besuchten wir sogar mal einen Töpfermarkt an zwei Tagen.
      Unsere Nachbarn aber haben noch nie einen Blick in unseren Garten oder unserer Sammlung geworfen. Wir könnten genauso gut Schokoherzen herstellen oder eine Zeitung verlegen, es würde keinen Unterschied ausmachen.

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      1. Na ja, so ist es auch wieder nicht, weil zumindest meine Geschwister genau wie ich eigentlich immer ihre ehrliche Meinung sagen, auch wenn es erstmal bissl weh tut und so sollte es ja auch sein.
        Eure Nachbarn haben wahrscheinlich völlig andere Interessen, wenn überhaupt Sinn für Kunst, sind es gewohnt, dass immer wieder neues bei euch im Garten steht und hab ja auch keine Ahnung in welchem Verhältnis ihr zueinander steht.
        Aber ist im Grunde ja auch nicht wirklich wichtig, weil ihr das alles ja in erster Linie für euch und wirklich interessierte Menschen macht, denke ich.

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  6. düngen ist gift für insekten und pflanzen. Aber den bauern ist das egal… auch das ganze felder umgegraben werden, völlig steril, damit man zb. mais säen kann

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  7. Oh, bei dem kalten Wind, der zumindest bei uns derzeit häufig weht, würde man der Biene am liebsten ein warmes Zuhause anbieten. Selbst die ganz Kleinen haben es nicht leicht ohne Dach über dem Kopf.

    Ich halte mich mittlerweile vorsorglich von handwerklichen und bastlerischen Dingen fern (die Nachwelt wird es mir danken 😎), aber die Enttäuschung, wenn andere Menschen Dinge, die einem selbst am Herzen liegen, nicht auch in demselben “goldenen” Licht sehen (können), kann ich gut nachvollziehen. Die persönliche Beziehung, eine damit verbundene Erinnerung, das alles führt dazu, dass das Ganze wirklich mehr ist als die Summe seiner Teile 😊

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