Abendliche Zeichnungen

Fast jedes Mal beim Aktzeichnen spüre ich ein Unbehagen.

Ich vertue mich des öfteren mit Längen , Proportionen werden falsch erfasst und dergleichen mehr.

Man korrigiert, wenn man kann, Falsches direkt auf dem Papier.

Zuhause schaue ich mir dann die 8 – 12 Zeichnungen nochmal an. Und komme zu einem anderen, gnädigeren Ergebnis.

Eine der Zeichnungen, bei der wenig zu kritisieren ist.

Bei der nächsten Zeichnung konnte man nicht viel falsch machen…oder doch?!😉

Was bleibt ist: Das nächste Mal positiv rangehen und sich Fehler verzeihen.

Ich finde, die Aufgabe, in weniger als 10 Minuten eine perfekte Zeichnung hinzulegen, zwar machbar ist, aber nicht immer leistbar ist.

22 thoughts on “Abendliche Zeichnungen

  1. Der beste Satz hier ist für mich gerade beim Lesen “positiv angehen und sich Fehler verzeihen”, Gerhard.
    Denn deine Zeichnungen sind wieder ganz toll und das auch noch in dieser kurzen Zeit so hinzubekommen verdient wirklich Respekt!
    Liebe Grüße, Hanne

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  2. Ist es nicht wie mit der Symmetrie? Gerade die Abweichungen von der Perfektion (wer legt sie fest?) macht oft den besonderen Wert eines künstlerischen Produkts aus.

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    1. Eine Plastik, die perfekt wäre, könnte genauso gut aus dem Plotter stammen.
      Manche “gebrauchen” einen Akt, um eine dem Akt entsprechende Gestalt zu zeichnen, überbetonen manche Kurven und lassen auch leichte Minimal-Rundungen weg. Das ist auch eine Herangehensweise, die möglich ist.
      Ich persönlich möchte das, was ich sehe, gerade eine minimal andere Kurve als zu erwarten, gerne festhalten. Akribie könnte man das nennen. Über solche Dinge vergisst man die große Kurve.
      Ich habe vor Jahren Gesichtsportraits gemacht und war auch da sehr akribisch. Jetzt allerdings wäre ich zufrieden, wenn ein stimmiges Gesichtsportrait rauskäme, nicht unbedingt eine Kopie des Gesehenen.

      Bei einem guten Modell reizt mich gerade das Gesehene getreu festzuhalten, denn manchmal ergibt sich ein spannendes Ensemble aus Becken, Armen und Schenkel, was es so vielleicht kein zweites Mal so leicht gibt. Es tut dann weh, wenn man es nicht schafft.
      Aber ich spreche von meiner Warte aus, andere haben ein anderes Vorgehen und andere Ziele.

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  3. Eine hohe Perfektion beim Zeichnen anzustreben, bedeutet für mich auch ein inneres Bild des “perfekten/gut gebauten” Menschen, bzgl. Proportionen und Ausbildungen anzustreben, den es, in der Realität ja nur selten gibt !

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