Pietätlos

Ist das folgende Foto einer winzigen toten Fliege pietätlos?

Gefangen

Das winzige Tierchen konnte nicht nach draussen gelangen, weil die Fliegentüre das verhinderte. Der Abstand der Sparren ist gerade mal 1,2 mm.

Das Foto nahm ich am 1.7.2019 auf.

Hier die Frage: War ich pietätlos, weil ich zusätzlich Vorsatzlinsen auf mein Makro aufsetzte, um (immer noch aus der Hand) präzisere Aufnahmen machen zu können?
Eine normale Makroaufnahme hätte etwa nur die Hälfte an Details geliefert, wenn überhaupt.

Das Veröffentlichen dieser Aufnahme zögerte ich lange hinaus (siehe Datum).

Sind meine Überlegungen lächerlich oder berechtigt?

17 thoughts on “Pietätlos

  1. Ich las vor ein paar Tagen, dass Schmetterlinge (ich weiß nicht, welche Art es war) in Afrika überwintern. Sie überfliegen die Alpen. Ich habe es irgendwo gelesen und mit großen Augen zur Kenntnis genommen.

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    1. Die kleinen doofen Insekten.. man lernt dieser Tage recht heftig hinzu.
      Insekten, so las ich vor einiger Zeit, können über einen elektrischen Sinn (ähnlich der Hörhaare in unserem Ohr) vermittels ihrer Behaarung ausmachen, wo in diesem elektrischen Feld der meiste Nektar zu holen ist. Gut vorhandener Nektar zeigt sich elektrisch an.

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    2. Auch bei den Schmetterlingen gibt es Wandervögel, pardon, wollte sagen Wanderfalter 🙂 Ich denke, du meinst den Distelfalter, der vor dem Frost bis in Süden Europas und sogar bis nach Afrika flüchtet.

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  2. Lächerlich ist deine Überlegung schon deshalb nicht, weil auch diese Fliege zu den Kreaturen zählt, die unsere Welt bevölkern. Damit will ich nicht sagen, dass mein Umgang mit Insekten besonders rücksichtsvoll wäre. Es gibt nur wenige Arten dieser Spezies, die ich bewundernswert finde. Allerdings sehe ich Insekten generell seit einiger Zeit mit anderen Augen. Ich finde es bedrückend, wie stark ihr Aufkommen im Vergleich zu früher ™ reduziert wurde. Ich weiß nicht, ob ich den statistischen Aussagen glauben kann. Mir ist auch aufgefallen, dass die Scheibe bei Autobahnfahrten in den letzten Jahren ganz anders ausschaut als dies früher der Fall war. Dieses Indiz werden die meisten auch nachvollziehen können. Dieses Jahr scheinen mehr Wespen unterwegs zu sein. In unserer Gegend jedenfalls. Sehr wohl fühle ich mich damit zwar nicht, weil ich sie nicht leiden kann. Meine Frau fängt die Biester mit dem Handtuch ein, wenn sie sich in unserer Wohnung verirrt haben und bringt sie über den Balkon nach draußen. Auch das zeigt, dass sich – dass wir – uns vielleicht verändern. Hoffentlich.

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    1. Danke Dir, Horst,
      Ich nutze im Gegensazu zu Deiner Frau eine leere CD-Trommel und ein Stück Pappe, um Tiere nach draussen zu bugsieren.

      Manchmal ist gähnende Langweile auf Wiesen: 90 % der Blüten werden nicht besucht – und dann meist von immer den gleichen Insekten.
      Ein alter Lehrer sagte mir kürzlich, daß das Artensterben schon vor den Mitachzigern bekannt war. Jetzt legt man eben konkrete Zahlen vor.
      Ich freue mich immer sehr, wenn ich mal eine mir neue Art vor die Linse bekomme. Noch passiert das ab un an.
      Ich denke, die robusten Arten haben wenig Einbuße, dagegen die Speizialisten unter den Insekten z. Teil drastische. Da glaube ich an die 80 – 90 %.

      Nun, man wacht allgemein auf, es hat ordentlich Zeit gebraucht, viele Jahrzehnte. Die Frage ist, ob das Momentum jetzt zu etwas Greifbarem führt.
      Kürzlich schaute mich mir zwei Videos von 2008 und 2009 an, eines von Dürr und Helmut Schmidt, rein zufällig. In einem ging es um das Umweltproblem. Dürr begrüsste die Aktivität der Jungen, die sich gerade zeige. Schmidt sprach über die Stellung der Deutschen.
      Nur waren die Videos eben schon 10, 11 Jahre alt.

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  3. Die Gelegenheit zu nutzen, ein ohnehin schon verunglücktes Tier näher zu betrachten, ist für mich nicht pietätlos, solange es nicht die Gedanken sind. Dass man ein solches Bild zeigt muss es folglich auch nicht sein.

    Die begleitenden Wort steuern den Unterschied zwischen Bewunderung für die anders nicht zu beobachtenden Strukturen der Natur, nachdenkliche, gleichnishafte Phantasien oder aber boshafter Häme bei.

    Pietät mit dem Tier kann man empfinden, Mitleid mit dem einen oder anderen abgestossenen Betrachter auch, aber – das Thema hast du ja nicht zum ersten Mal aufgegriffen – eine freiwillige Selbstzensur und Verzicht, deine Bewunderung für die kleinen Wunder der Natur mit einem solchen Bild auszudrücken, wo doch jeder Leser deines Blogs das nach dem Lesen mehrere deiner Beiträge wissen könnte, dass es eher einer Würdigung gleicht als einer Grausamkeit, finde ich ebenso überflüssig, wie den Lesern mit der Frage in den Kopf zu setzen, dass sie darüber mitzubestimmen hätten, was du zeigen darfst.

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  4. Nun ja, man bringt solche Insektengitter ja an, damit zB Fliegen nicht durchkommen. Da macht es dann aber keinen Sinn darüber nachzugrübeln ob ein Foto pietätlos ist. Auf jeden Fall ist es ein fantastisch detailreiches Foto

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    1. Die “Nähe” dieser Fliege zum Menschen ist mir bei diesem Befund ins Auge gesprungen.
      Sie ist auch eine Kreatur. Sie ist gefangen und hat sich eingekotet, man könnte vermuten – aus Angst.
      Durch dem, was ich über Tiere in den letzten Jahren gelesen habe, sind selbst solch gemeinhin einfach zu bezeichnenden Tiere nicht als kleine simple Roboter anzusehen, sondern sind in sich einigermaßen komplex.,

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