James Rosenquist über sein Künstlerleben

James Rosenquist spricht über sein Leben…

 

Ich finde ihn als Mensch und Künstler gleichermassen interessant.

Eine Episode zu einem seiner Bilder:

MASQUERADE OF THE MILITARY INDUSTRIAL COMPLEX LOOKING DOWN ON THE INSECT WORLD 

http://www.jamesrosenquiststudio.com/artwork/9222-masquerade-of-the-military-industrial-complex-looking-down-on-the-insect-world

Rosenquist arbeitete am Times Square an einer riesigen Reklameschrift und konnte von der Höhe, in der er arbeitete, sehen, wie sich ein Auto am Broadway näherte und eines von der 45ten. Er sah, daß sie wohl zusammenstoßen würden und das taten sie dann auch! Er konnte nichts dagegen tun. So kam er zu der Idee der Namensgebung für obiges Gemälde.

Ich weiß nicht, wieso (oder doch: Ich weiß es) mich dieser Künstler so nachhaltig interessiert:

Er wirkt uneitel. Er ist ein politischer Künstler. Er hat viel erlebt. Er ist tief human.
Seine Kunst ist tief durchdacht. Er ging durch viele “Changes” in seinem Künstlerdasein:
Heutzutage ist auch aufgrund seines Engagements ein Künstler OFT besser gestellt als damals.  KUNST ist ihm wichtig, kein Spaß. Er stand und steht voll im Leben.
Vielleicht ist es genau das: Künstler sein und dennoch VOLL ein Mensch. Kein Nerd. Kein Extraterristischer. Ein Mensch wie Du und ich, mit einer Message. Und dennoch ein Buddy, mit dem man ein Bier trinken kann.

Ich denke, ich werde noch länger dranbleiben.

12 thoughts on “James Rosenquist über sein Künstlerleben

  1. Lieber Gerhard, es ist eine Feststellung, keine Wertung. Ich sah kürzlich bei Blütensthaub die Selbsterzählung von Max Ernst, wo er u.a. auf den Gegensatz zwischen DaDa und Pop Art (die sich fälschlicherweise für das neue Dada halte) zu sprechen kommt. Die einen waren ein verzweifelter antisystemischer Aufschrei der europäischen Intelligenz, die anderen griffen Systemeigenschaften auf (ob nun Coca Cola oder Kriegsgemetzel, egal, beides als Ware) und vermarkteten erfolgreich ihre so geschaffenen Kunstprodukte. Rosenquist ist Pop Art.

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        1. Popart klingt für mich nach Warhol.

          Gegenfrage: Wie würdest Du etwa Kienholz einordnen? Oder Jasper Johns und Rauschenberg?
          Die letzteren zwei werden Popart zugeordnet, was bei Johns in meinen Augen ein Hohn ist .
          Man müsste andere Kriterien ansetzen. Ein Genrename dafür ist mir aber nicht bekannt. Aber deswegen kommen sie – bei mir – nicht in diese Schublade Popart.

          Daß Rosenquist ab Ende der 70er Erfolg hatte, nach Jahren der Depression, das ist natürlich kein Kriterium für irgendetwas.
          Ich hatte über sein Schicksal berichtet.
          Auf alle Fälle wirkte er uneitel und war kein Sefmade-Millionär.
          Spät, so um 2010, brannte sein Atelier völlig runter. Alles war weg: Drucke, seine jüngsten Arbeiten, alles. Da dachte ich ein wenig an Dich.
          Er begann alsbald neu, nutzte einen Schuppen, der nicht abgebrannt war.

          Wir können uns weiter darüber unterhalten.
          Du schnittest

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          1. Lieber Gerhard, ich gaube, deine Antwort ist abgebrochen? egal. Ich bin wahrhaftig keine Expertin in amerikanischer Kultur und Malerei, also kann ich auch keine gediegenen Antworten zu deinen Fragen geben. Pop Art ist für mich keinesfalls ein Schimpfwort, sondern eine sehr interessante typisch amerikanische Kunstrichtung, der eben auch Rosenquist angehörte. Das bedeutet ja nicht, dass er dieselben Ausdrucksformen wie Warhol oder Lichtenstein hatte. Auch er verwischte die Grenzen zwischen Reklame und Kunst, indem er mit den Kunst-Mitteln der Reklame arbeitete (plakativ, ikonographische Anlehnung an Reklame, starkfarbig, starke Farbkontraste) . Das trifft, soweit ich das beurteilen kann, wohl auch, wenn auch weniger, für Jasper Johns zu, der alltägliche Symbole als Sinnträger ins Bild setzt (zB die Fahne). Rauschenberg hat eine viel breitere und dunklere Palette, und Kienholz arbeitet, soviel ich weiß, vor allem mit weggeworfenen Materialien, machte Assemblages.
            Aber nun, es ist mir auch nicht so wichtig, wie die einzelnen Künstler eingeordnet werden. Meine Bemerkung “he is so american” halte ich dennoch aufrecht. So wie die Brückemaler “so German” waren, oder die Impressionisten “so French”… .
            Ich wünsche dir noch einen angenehmen Tagesausklang.

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            1. Jetzt wird es allmählich klarer. Ich danke! 🙂

              Ich muß zugeben, daß ich kein unbedingter Fan von Popart bin.
              So wie ich auch nicht mehr “Brücke”-Fan bin.
              So ändert sich alles.
              Übrigens an dieser Stelle:
              HANS HARTUNG in Bonn!! Da muß ich hin.

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