Die Last mit der Anstrengung

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Im Zuge des anstehenden Vorruhestandes hatte ich vor knapp 2 Jahren beschlossen, es wieder mit dem Schachspiel in einer Mannschaft zu versuchen. In der Runde 2016/2017 absolvierte ich 6 Partien für die Lohrer Schachfreunde. In der aktuellen Runde sind es nun bisher 5 Partien. Es werden noch 4 weitere in diesem Jahr folgen.

In Würzburg stand für meine Mannschaft gestern wieder ein Rundenspiel an.

Es war schön, dabei einige alte Kameraden aus meiner Würzburger Zeit wiederzutreffen. Ganze 37 Jahre liegen dazwischen: 1980/81 spielte ich für die Würzburger und nach meinem Gefühl war das eine besonders gute Mannschaft – mit ganz hohen Ambitionen.

Was mich gestern im Nachhinein betroffen machte, war, daß ich trotz meines Einzelsiegs in der Mannschaft danach überanstrengt  war. Ich kam gar nicht mehr “runter”. Zwar kenne ich solche Zustände schon immer, denn 4 – 5 Stunden angestrengte Konzentration geht nie spurlos an einem vorüber, aber gestern empfand ich den Grad der Anstrengung schon besonders.
Den ganzen restlichen Abend hatte ich damit zu tun. Auch die Nacht bescherte mir keine ordentliche Ruhe. Ich war ganz aufgewühlt, was ich besonders an meinen Träumen merkte.

Schach ist seit jeher ein wichtiges Eck-Element in meinem Leben und ich gebe es natürlich nicht auf.
Bloß war die nervliche Erschöpfung , die auf die gestrige Partie folgte, alles andere als positiv.
Wie gehen andere Sportler mit Erschöpfung nach einem Wettkampf um? Gibt es hier Patentrezepte?

11 thoughts on “Die Last mit der Anstrengung

  1. Seitdem ich das gelesen habe, überlege ich an einer Antwort herum. Es ist schwierig, da zu wenig weitere Faktoren bekannt sind. Nach einem Wettrennen bin ich vor allem körperlich erschöpft und gebe also dem Körper die notwendige Regeneration (aktiv und passiv). Das Adrenalin, das sich vor dem Start in mir angesammelt haben mag, treibt die körperliche Anstrenung dann wieder raus, so dass ein diesbezügliches Herunterfahren nach dem Zieleinlauf nicht mehr nötig ist. Bin ich erfolgreich oder ärgerlich erfolglos, so bin ich vielleicht länger aufgedreht und finde deshalb nicht gleich Ruhe. Kann aber auch sein, dass ich bestimmte Situationen gedanklich noch einmal “nachspiele”. Das Nervensystem “spielt” dann quasi auch noch mal mit, wird unter Umständen erneut in Erregung versetzt, wodurch sich die Regeneration hinauszögern mag.
    Aber sorry, das sind natürlich wilde Spekulationen, die keinen Deut mit Dir zu tun haben müssen! So möchte ich das auch nicht verstanden wissen. Aber ich denke, Du kannst das in etwa einordnen. Wollte doch auch was beigetragen haben. 🙂

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    1. Dank Dir!
      Tja, ich habe mit den Mannschaftskollegen getweetet, die leiden auch darunter, ob erfolglos oder mit Erfolg..
      Fakt ist, daß ich das Ganze niemals aufgeben werde, sondern an dem Wie arbeiten sollte. Das Tiefe-Atem-Züge machen zwischendurch könnte durchaus etwas beruhigen und das Ganze herunterdämmen.

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  2. Ob es ein Patentrezept gibt, das glaube ich eigentlich nicht, aber mir fiel sofort ein, dass hier vielleicht der Ehrgeiz sehr groß ist und somit auch eine schnellere Überanstrengung eintritt? Vielleicht hilft ja immer wieder einmal bewusst die Anspannung auszuatmen, sich kurz zurückzulehnen und die Distanzen etwas zu verändern, um gelassener Schach zu spielen?!
    Herzliche Grüße, Ulli

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    1. Mein Ehrgeiz ist groß, das stimmt.
      Aus dem Turnierraum gelegentlich rausgehen und wenn möglich, tiefe Atemzüge machen, das könnte hilfreich sein. Ist ja auch bei Angst ein probates Mittel.
      Da würden schon 2 Minuten hilfreich sein.
      Danke!

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  3. Hallo Gerhard, ich denke, dass man Schach z.B. mit Laufen oder anderen Sportarten, bei denen die Muskeln und Gelenke mehr beansprucht werden, nicht direkt vergleichen kann. Die Regeneration erfolgt auf einer anderen Ebene. Aber sie ist auch hier wichtig, gerade wenn man so stark, so lange konzentriert sein musste.

    Und da geht es dem Gehirn genau so wie den Muskeln. Je älter wir werden, desto anstrengender wird es. Das muss nicht zwangsläufig bei jedem gleich sein, kann es aber und ist normal. Ich kenne Leute in meinem Alter, die laufen fast jeden Tag. Das wäre mir zu viel. Vermutlich deshalb, weil ich erst sehr spät damit angefangen habe.

    Ich kann dir sagen, wie ich nach einem anstrengenden Lauf regeneriere. Z.B., erstens Beine in eiskaltes Wasser tauchen, dann eine schöne Sauna, Gelenke mit einer Sportsalbe oder Arnika einreiben und Füße hochlegen. Jeden Tag etwas leichte Gymastik und nach zwei bis drei Tagen wieder langsam loslaufen, locker, nicht anstrengend!

    Leider kann ich dir aber nicht sagen, was nach einem anstrengenden Turnier das Beste für dich bzw. deinen Kopf ist. Aber ich könnte mir vorstellen, dass du nach so einem Tag (wie oben beschrieben) wieder eine Schachpartie machst und zwar eine leichte, ohne große Anstrengung für den Kopf. Vielleicht hast du einen Schachcomputer, bei dem man den Schwierigkeitsgrad einstellen kann. Dann machst du eine leichte Partie. Das lenkt von deinem letzten Turnier ab und dein Kopf wird wieder frei. Denk mal darüber nach.

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    1. Deine Anmerkungen haben mir gut geholfen, danke!
      Also auch Du legst eine Pause ein. Regenerierst aktiv!
      Ich könnte ähnliches durch einen langen Spaziergang danach oder einer Dusche probieren. Da gibt es sicher noch nicht ausgereizte Möglichkeiten.
      Ich werde auch jemand aus meiner Mannschaft fragen, der um einiges älter ist.
      Danke!

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      1. Natürlich lege ich Pausen ein. Ich trainiere höchstens jeden zweiten bis dritten Tag. Vor einem Wettkampf mache ich eine Woche wenig bis gar nichts. Damit der Körper am Tag X heiß aufs Laufen ist.
        Die Idee mal einen Mannschaftskameraden zu fragen ist naheliegend. Tu das. Ich sage immer; man muss mit den Leuten reden und schon ist man im Gespräch! 🙂

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  4. Da hast du, lieber Gerhard, ein wichtiges Thema angeschnitten. Im Allgemeinen kann man sagen, jeder Sport auch der geistige Sport wie Schach bringt Erfrischung und Erholung für Körper und Geist, solange man es nicht übertreibt. Vier oder fünf Stunden der Konzentration scheinen mir als ein Zuviel. Dann darfst du nicht vergessen,dass mit ansteigendem Alter das Konzentrationsvermögen nachlässt. Ich habe in den langen Wintermonaten hier in Kanada gerne Schachgespielt, habe auch an Tournieren In Calgary teilgenommen. Aber das war in den 70iger Jahren und spiele jetzt nur noch selten Schach. Du weisst wie der Spruch geht: Wer rastet, der rostet.

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    1. Danke Peter!
      Ich habe eigentlich nie mit dem Schach aufgehört. (Kürzlich sogar mal durchgerechnet, wieviel Tage am Stück zusammengerechnet ich wohl gespielt hatte)
      Es gibt deutlich ältere Spieler, z.b. Mannschaftskameraden aus meiner Würzburger Zeit, die auch gestern spielten.

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