Diese Redewendung kommt mir immer wieder mal in den Sinn.
Ihre überraschende Herkunft ist in folgendem Artikel erklärt:
Ich verstehe sie persönlich immer so:
Da ist nichts zu ändern, da ist nichts daran zu rütteln.
Und woran ist nicht zu rütteln?
In meinem persönlichen Fall eine Neigung zu Zwangshandlungen, englisch kurz “OCD” benannt.
Schon als kleines Kind begleitete mich diese Verfassung fest verbunden und machte mir bisweilen sehr zu schaffen. Ständige Erstickungsängste z.b. führten dazu, daß ich aufgrund fehlender Leistungen eine Klasse wiederholen musste.
Ich beklage mich nicht – es ist eben ein Fakt:
Zwangshandlungen und Zwangsgedanken “reden bei mir mit”. Und gelegentlich ist auch ein Durchwehtwerden von abstrusen Gedankenfetzen und Gefühlen bemerkbar.
Gestern erst hatte ich den Gedanken, daß es allgemein eine weitverbreitete Mär ist, daß der Mensch völlig rational sein könne.
Ich denke, selbst den grössten Denkern begegnete Irrationales in sich. Unsere Gehirnorganisation ist eben derart, daß sie in der Lage sein kann, große Klarheit durch Nachdenken zu finden, aber sie lässt auch viel Widersprüchliches, Unausgegorenes, Verworrenes und Inkohärentes zu. Auch das findet seinen Wiederklang und Platz im neuronalen Gewirr. Zweifellos.
Einen Ausrottungskampf gegen das Irrationale im Menschen wird so zu einem Sisyphos-Kampf. Den sollte man getrost vergessen.

heilende musik, die kannst du im hintergrund laufen lassen, oder vor dem einschlafen. beruhigt. tut gut. vielleicht hilft es dir ein wenig.
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Danke für den Tip! Am Handy kann ich es grade nicht aufrufen, aber ich werfe einen Blick drauf.
Wie gehst du mit etwaigen Irrationalitäten um ?
Gruß gerha
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Mit Zwang habe ich nicht zu tun, mit Ängsten sicherlich manchmal. Was ich dann mache? Unterschiedlich. Bewegen. Ruhig atmen, ganz bewusst (!) und das Wissen, das alles nur vorübergehend ist und sich wieder wandeln (und beruhigen) wird. u.a.
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Das letztere ist sicher sehr hilfreich! 🙂
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ja.
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ach so – richtig und bewusstes atmen ist aber genauso wichtig und hilfreich. 🙂
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Ich hatte das mal in einer akuten Angstphase ausprobiert, mit Erfolg! Also gebe ich Dir recht!
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by the way – die o.g. redewendung mit der maus und dem faden, habe ich noch nie verstanden. 🙂
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…ist mir irgendwie in Fleisch und Blut übergegangen 🙂
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Das Irrationale finde ich so spannend wie das Rationale. Ausrotten lässt es sich sowieso nicht und das ist doch gut so.
Lieben Gruss,
Brigitte
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Die beiden Pole der menschl. Existenz, die miteinander schwingen…
Lieben Gruß, Gerhard
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Ich bin sicher, unter gewissen Zwängen, mehr oder weniger ausgeprägt, leiden wir alle.
In diesem Sinne
herzliche Grüße
Anna-Lena
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Das nehme ich auch an.
Liebe Grüsse!
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@K&G: Danke für diesen Artikel (von Zwängler zu Zwängler). **Den** Zwang gibt’s ja nicht. In einer entsprechenden Spezialklinik traf ich die unterschiedlichsten Ausprägungen, von der klassischen Trichotillomanie (zwanghaftes Haareraufen) über Menschen mit wahrhaft kosmischen (aber nicht: komischen) und zudem sexualisierten Zwangsideen bis hin zu der Person, die an keinem Bild nur **einmal** vorbeigehen konnte: Es musste schon zwei-, dreimal sein, notfalls legte sie in vollem Lauf den Rückwärtsgang ein, um nur ja “richtig” an dem Wandbild vorbeizugehen (Wobei vollkommen egal war, was auf dem Bild zu sehen war. Es ging nicht um Content, sondern um Form.)
Generell geht es beim Zwang (laienhaft gesprochen) immer und ausschließlich um Form, in einer Ausschließlichkeit, die Außenstehenden sehr viel schneller “irre” (d. h. unheimlich, evtl. bedrohlich) vorkommt, als selbst die tiefste Depression. Traurig war schließlich jeder schon mal, und depressiv sein bedeutet dann eben einfach eine Steigerung von Traurigsein. Kann man irgendwie nachvollziehen. Aber die völlig sinnlose Wiederholung völlig sinnloser formaler Ordnungsvorgänge über Minuten, Stunden, ja halbe Tage – das ist ganz sicher vollkommen “verrückt”, das kann doch kein “normaler” Mensch nachvollziehen, oder?
Vor ziemlich genau einem Jahr hab mal ein Stück Musik namens “Zwangsgedanke” komponiert, es passt gut in diesen Zusammenhang: https://wp.me/p1MYy1-69l
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Danke für den umfangreichen Kommentar – und danke für das Einstellen eines thematischen Musikstücks von Dir! Ich kenne es bereits, es mag den einen oder anderen einen guten Eindruck des inneren Geschehens vermitteln!
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Toll, dass du eine gewisse Zwanghaftigkeit mit so viel Kreativität verbinden kannst.
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Sagen wir mal so: “Der Zwang” schränkt mich in der Kreativität selten ein.
Danke Dir für die Antwort.
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Lieber Gerhard, ich glaube, dass es gut ist sich mit allem so anzunehmen, wie man ist, auch mit dem Gedankenwirrwarr oder den einen und anderen zwanghaften Handlungen, ich muss zum Beispiel immer schnell aufräumen, weil ich Chaos um mich herum nur schlecht ertrage…
herzliche Grüsse,
Ulli
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Ja, das “Unbedingt etwas so haben wollen” hat etwas Zwanghaftes, aber die richtig Zwangskranken, wie es oben Stefan Hetzel sehr schön beschrieb, haben diese Veranlagung noch mal “eine Kurvenwindung dicker”. Mir liegt jetzt nicht daran, meine manchmal kuriosen Zwänge, wie ich sie in ganz schlechten Zeiten hatte, einzeln aufzulisten. Das kann man nachlesen, es gibt nichts was es nicht gibt hier.
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