Was uns nicht umbringt…

Stephen Joseph, ein Koordinator an der University of Nottingham, der seit über 20 Jahren Traumabetroffene betreut, hat jüngst das Buch “Was uns nicht umbringt” geschrieben, das einen Aspekt zum Thema Trauma-Bewältigung ins Spiel bringt, der zunächst sehr verblüfft:
Er meint, in einem Trauma läge auch die Chance zum Wachstum!

Zunächst rollt er die Geschichte der Trauma-Bewertungen auf. Noch vor wenigen Jahren zählte man  bestimmte Erfahrungen nicht zu traumatischen Erfahrungen, die heute selbstverständlich dazugezählt werden. Auch hat man gelernt, daß Traumata sehr individuell entstehen können, z.b. bei bestimmten Menschen sogar allein durch Gewaltdarstellung im TV.
Entscheidend für ein individuelles Trauma ist, ob die Stressreaktion des Organismus nach spätestens einem Monat abklingt oder nicht.
Ist der Mensch durch ein Trauma geschädigt und der Patient im Kampf mit den psychischen Traumafolgen, dann kann es trotzdem sein, daß so etwas wie ein Licht am Firmament entstehen kann, nämlich eine Neubewertung der Welt, die eine realistischere ist als zuvor. Es können zudem positivere Einstellungen zum Leben heranreifen.

Ein Therapeut sollte also sowohl seinen Fokus auf die richtige Bewältigung des Traumastresses richten als auch auf das, was das Trauma letztlich an positiven Neuerungen im Leben des Opfers anschieben “möchte”.

Ein hoffnungsgebendes Buch.

 

4 thoughts on “Was uns nicht umbringt…

  1. Hallo Gerhard !

    Ich würde sagen, echte Volksweisheiten: Was uns nicht umbringt, dies macht uns nur stärker oder Nur die harten kommen durch.

    So hat man populär versucht seelische Verletzungen zu kurieren. Manches mal ist dies schwer “in die Hose gegangen”. In einer vorsichtigen Therapie kann man wahrscheinlich aus Traumas Stärke gewinnen.

    Gruss schlagloch.

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    1. Stephen Joseph hat auch von Frauen berichtet, die durch das Geburtserleben traumatisiert worden sind. Nicht selten bekamen sie zu hören: “Ich weiß garnicht was Du hast? Andere Frauen müssen da doch auch durch”. Heute ist man da schon, so denke ich, ein Stück weiter. Man hat Kriterien an der Hand, um persönliches Erleben einordnen zu können.

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