Tagesgedanken XXXIX

“Chess is meaningless”.
Das sagte ausgerechnet einer der besten Grossmeister im Schach.
Recht hat er. Aber was genau meinte er damit?

Wenn Schach “meaningless” ist, dann ist es wohl auch Musik.
Wer braucht Musik zwingend?
Nun, Musik aktiviert, sie tut dem Menschen (meist) gut. Sie kann Emotionen wecken.
Sie bewegt, das kann man auch messen.

Auf Musik will man nicht verzichten, aber man könnte es.

Eine meiner Lieblingsaktivitäten

… ist die Rettung kleinster Wesen.

Dieses winzige Dingelchen unten, Tromatobia ovivora, Weibchen, hatte gewagt, aus dem Bottich zu trinken und geriet so in die
für es zähe, syrupartige Masse des Wassers, aus der es kein Entrinnen gab.

Mit einem schmalen welken Blatt hob ich es aus dem Wasser. Das Wasser gab dabei nur zäh nach.

Noch vollkommen zugekleckert mit Wasser muß es sich nach und nach sortieren.

Das brauchte erhebliche Zeit.
Wieso es aus dem Wsser-Schlamassel kam, interessierte das Tierchen sicher nicht mehr.
Erstmal wieder Flugfähigkeit herstellen.

Ich trug es mit einer kleinen Keramikscheibe zu einem Cocktailtisch.

Dort setzte die niedliche Schlupfwespe ihre Reinigung fort.

Bald flog das Tierchen davon.
Gefahr vorbei, das nächste Mal ist es vorsichtiger!
Denn es hat eine Aufgabe hier auf Erden.

Drabble Dienstag – Der Pechvogel

Nun schon zum fünfzehnten Mal nehme ich an einem Drabble-Dienstag teil, hier von Puzzle ausgerufen.
*

Er wusste, daß er alleinig schuld an seiner Lage war. Was musste er also noch gestehen?

Er hatte seine Gesundheit verraten. Hatte immer geackert und geschuftet und es war dennoch meist nicht genug.
Wie verzweifelt er oft war. All der immense Einsatz und dann ein blödes Detail, das seine Bemühungen zunichte gemacht hatte.
Zuletzt hatte er wie gewünscht ein Papier ausgearbeitet, es war wunderbar, hatte es aber aus Versehen nicht abgeschickt. WLAN war schuld.
Es war ja nach 3 Uhr gewesen, zuviel Alk.

Am nächsten Abend rief ihn sein Chef wutentbrannt an.
Statt eines Lobs eine Standpauke.
Wahrlich dumm gelaufen.

Das Bad

Das Tower MMK Frankfurt zeigt eine Retrospektive des Künstlers Gustav Metzger,
der kein Künstler im herkömmlichen Sinne war.

Als eines der ersten Bilder stösst man auf eine Darstellung des Bads eines
kleinen Jungen durch seine Mutter.
Dies ist ein sehr frühes Werk von Metzger.

Der Junge erscheint hier fast durchsichtig.

Am Schluss der Serie an Kleinformaten stösst man auf eine Interpretation
des weltbekannten Rembrandt-Bildes “Familienportrait”.

Die dargestellten Personen sind ausgeschwärzt.

*

Diese Serie verweist auf das Schicksal von Gustav, der als kleines Kind nach England geschickt wurde und seine Eltern nicht mehr wiedersah.