Allseits beliebte Wolfsmilch

Im Juni stellte ich einige der GĂ€ste auf der Wolfsmilch in unserem Garten vor, u.a.

Die schwarzfĂŒssige Schmalbauchwespe :

Die RosenbĂŒrstenhornwespe

Wie ich mittlerweile bemerkte, sind auch andere Wolfsmilcharten der Renner:

Etwa die kanarische Wolfsmilch, ein Kaktus.

Die folgenden Fotos nahm ich mit dem Handy auf, nicht mit dem Makro.

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WAS genau ist so interessant an der Wolfsmilch, in all ihren Variationen, fĂŒr die Insekten?

Befragen kann man die Insekten kaum. Offenbar muß es ihnen dort besonders schmecken. Und offenbar erzeugt die Wolfsmilch einen Nektarsaft, der “durch die Bank”, also bei all den Wolfsmilcharten einen gewissen Charakter hat. Den sie vielleicht seit Jahrmillionen hegen, wer weiß.


Euphorbia cooperi, ein weiteres WolfsmilchgewÀchs auf den Kanaren:

Betrachtungen zu Gegenwartskunst

Das folgende Foto von Myriade in ihrer neuen Folge der Impulswerkstatt lies mich an so manche Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst denken.

Vorab zu sagen: Ich bin Gegenwartskunst grundsĂ€tzlich zugetan, habe so manches Interessante in den letzten Jahren sehen dĂŒrfen.

Das Foto oben lĂ€sst mich an ein Magazin zu aktuellen Trends in der Keramik denken. Da schaue ich ab und an rein und bin bisweilen verblĂŒfft ĂŒber so manche Versuche der Neudefinition von Keramikkunst. Dieses Leinwandwerk oben jedenfalls wirkt wie eine Skizze zu einem solchen Werk.
Ein umgedrehtes, möglicherweise hohles U ist mit farbiger Struktur ĂŒberhĂ€uft, möglicherweise wie aufgedruckt. Als wĂ€re das nicht genug, ist diese Form “verkleistert” mit einem blĂ€ulichen Gewebe, das offenbar sogar links ein Vergrösserungsglas einschliessen mag.
So weit so gut.
Keramisch liese sich so etwas konstruieren. Mit Metallresten und Paperclay als “Klebemittel”.
Die Frage ist nur: Zu welchem Zweck? Was soll das Werk transportieren, was will es sagen? Will es Kunst negieren oder das ZufÀllige zur Kunst erheben?! Die Idee dahinter sollte zwar nicht unbedingt unmittelbar, aber dennoch auffindbar sein.

“Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“

Mit Kunst ist es genau so. Nicht jede Kunst erschliesst sich, oft braucht es zusÀtzliche ErklÀrungen, um sie einzuordnen und ihre Intention zu verstehen.

Manche neuzeitliche Plastik auf PlÀtzen habe ich schon verschmiert oder sogar beschÀdigt gesehen.
Stellt man einen David auf, wie von Michelangelo in Florenz, da stört sich wohl niemand, da er naturalistisch gefasst ist. 
Dagegen ist Gegenwartskunst in vielen FĂ€llen erklĂ€rungsbedĂŒrftig. Manches “Experimentelle” erschliesst sich nur einem ausgewiesenen Kunstkenner, deswegen frage ich mich manchmal, wieso man solche ehrgeizige Kunst öffentlich auf einem Platz zeigt.

Letzthin war ich in der Schirn und sah die wahrlich großartige Videoshow vom John Akomfrah. So durchgerĂŒttelt war ich selten von einer PrĂ€sentation. Das war politische Kunst. Eine in Teilen Ă€sthetische Schau, auch mit erschreckenden Bildern anbei und zugleich eine Geschichtsstunde. Eine Saga ĂŒber die Menschheit an sich.
Das Gezeigte war im Grunde selbsterklĂ€rend. Aber das hies keinesfalls, daß danach nicht intensive Diskussionen zum gezeigten Material folgten.

Danach sind wir noch in ein weiteres Museum gegangen, die gĂŒnstige Tageskarte verleitete dazu.

Was wir aber da zu sehen bekamen, ebenfalls Gegenwartskunst, hatte augenscheinlich weit weniger Gewicht. Das meiste wirkte willkĂŒrlich. War es natĂŒrlich nicht, konnte es nicht sein, aber es fiel ab. HĂ€tten wir John Akomfrah davor nicht gesehen, wĂŒrden wir vielleicht mehr als das eine oder andere Werk entrĂ€tselt haben. So aber sind wir enttĂ€uscht aus diesem Museum gegangen.

Kunst muss vorranschreiten, sie kann nicht stehen bleiben, sonst wird es langweilig. Ewig alte Meister “anbeten” kann es nicht sein. Dennoch mĂŒssten m.E. neue EntwĂŒrfe direkt anregen können, ohne eine lĂ€ngere Interpretation zur Hand nehmen zu mĂŒssen.

Aber ich merke, auch diese letzte Definition von lesbarer Gegenwartskunst greift nicht völlig. Was gute Gegenwartskunst ist, wird wohl immer Streitpunkt bleiben.


Ein schöner Plan

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte mĂŒssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Krisenmodus
faul
empfehlen

Seit lÀngerem war Horst im Krisenmodus, es gefiel ihm nicht mehr im Land. Die Nachrichten machten ihn irre. Er sog das Negative sozusagen auf. Alles schien sein Urteil zu bestÀtigen.

Er maulte und schimpfte, er konnte sich bald selbst nicht mehr leiden.

Seitdem er Rentner war, spekulierte er mit dem Ausland.

Ein Freund hatte ihm die Kanaren empfohlen. Nach seinem 67ten Geburtstag wollte er nicht mehr lÀnger faul sein und kaufte ein Apartment dort. NÀgel mit Köpfen sozusagen.

Seinen Lebensabend bei guten Temperaturen und freundlichen Menschen verbringen, das hatte mĂ€chtig Anreiz ausgeĂŒbt. Es blieben ihm sicher noch ordentlich viel Jahre. Da war er sich sicher.
Das wĂŒrde ein wahres Fest werden. Ein wahnsinnig guter Traum.

Er sah sich zum Schluss all dieser kommenden, wunderbaren Jahre auf seiner Veranda sitzen, von wunderbarer WĂ€rme gestreichelt und langsam hinĂŒberdĂ€mmern.

Zuhause ist zuhause

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer Einladung zum Schreiben.
Drei Worte mĂŒssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Krisenmodus
faul
empfehlen

“Wenn du mit so einer Laune kommst, kannst du gleich wieder nachhause fahren!”

Erika meinte das ernst. Rolf war am Freitag direkt nach dem BĂŒro zu ihr gefahren, 150 km. “Ich hĂ€tte das auf Samstagmorgen verschieben sollen”, dachte er jetzt.

“Und in dein Handy schaust du auch immer. WP, Whatsapp und Ă€hnliches?! Wo ist deine Aufmerksamkeit fĂŒr uns eigentlich ?!”

Recht hatte sie. Aber schon wieder Krisenmodus, obwohl das Wochenende doch erst angefangen hatte!! Er war auch zu faul gewesen, ihr Blumen mitzubringen. Das GeschĂ€ft war zu, einen Umweg ĂŒber den Bahnhof wagte er nicht, war eh spĂ€t dran. Dabei hatte ihm ein Freund empfohlen, nie Blumen zu vergessen.

“Mein Chef war heute nicht auszuhalten. Er hat mir sogar eine Arbeit fĂŒr zuhause aufgetragen.”

“Dann mach das schön zuhause, dafĂŒr brauchst du mich nicht !”

Widerspruch half da nicht, also packte er sein BĂŒndel.