Category: Persönliches

Das innere Auge

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt

Augen, nichts als Augen…
Ein Gehirn verarbeitet äussere Sinneseindrücke, etwa die seiner Augen.
Augenleistungen können sehr verschieden sein: Insekten nehmen ein anderes, ein von uns verschobenes Farbspektrum wahr – da spielt Rot keine Rolle, dafür aber Ultraviolett. Diesem besonderen Spektrum dienen Blütenpflanzen zu.

Manche Insekten haben einen elektrischen Sinn, Bienen und Hummeln etwa. Sie merken an dem Ladezustand einer Blüte, ob sie gerade von einer anderen Insekt besucht wurde. Dann müssen sie nicht mehr hin.
Auch der Magnetsinn ist allgemein bekannt. Auch da können wir Menschen nicht mithalten.

Wenn man von den Sensoren spricht, die all diese Dinge wahrnehmen (können), muß man auch auf die sogenannte innere Verarbeitung, das Nach-Innenschauen zu sprechen kommen. Dies mag das Bild von Myriade andeuten, mit dem dritten Auge.
Jedes Tier verarbeitet innere Impulse und Wahrnehmungen, so wie wir.
Da man schon herausgefunden hat, daß Bienen wohl träumen können, muß man annehmen, daß sie da Futterwege memorisieren.
Für uns Menschen ist “innere” Verarbeitung essentiell.
Im Grunde zählt unser Inneres mehr als die äusseren Sensationen.
Im Innenleben findet das Leben statt.
Dabei spielt die Vergangenheit immer auch eine essentielle Rolle.
Die verlieren wir nie aus den Augen.

Don’t judge

… a book by its cover

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt


Ich sprach unlängst mit jemandem privat über meine Bundeswehrzeit.
Andere studierten, ich diente. Oha!

Ich lernte durchaus auch einiges während diesem Dienst. Etwa:
Ein verlotterter dürrer Mitsoldat, kaum mehr Zähne habend und offenbar Alkoholiker und Vielraucher, leihte sich bei mir ab und an 20 Mark.

Diese 20 Mark bekam ich immer zurück!
Dieser Mensch war, trotz seines Aussehens, ein nobler Mensch: In seinem Verhalten und seinen Gedanken.

Frauenbildnis

Zu einem Bild aus Myriades aktueller Impulswerkstatt

Diese gebückt da sitzende alte Frau strahlt eine wache Intelligenz aus.
Was allerdings kontrastiert, ist der Rosenkranz an ihrem Stock.

Dieses Wache ist aber nicht eindeutig. Das linke Auge strahlt Wissen und Verstehen aus, das rechte eher Stumpfheit.
Ich denke, diese Diskrepanz ist hier der Abbildung zuzuschreiben, war also von der Malerin nicht so gewollt.

Der Stock sagt: Face it, das Leben ist eine Bürde. Nimm das an!!

Als Frau sowieso: Da ist der dienende Part includiert.

Allerdings. Wer ausser Frauen kann es schaffen, in der Not Beistand zu leisten? Nur wenige Männer können das wohl. Noch immer sind es Frauen, die “erste Hilfe leisten”, wenn alles den Bach hinuntergeht.

Zwar kenne ich in meiner Generation Männer, die einem depressiven Menschen zuhilfe kommen, zumal, wenn sie eine Beziehung zu ihnen hatten. Doch immer noch ist es wohl so, daß Frauen diesen Part übernehmen.

Ich mag diese knochigen Hände der Alten. Se braucht auch die Berührung der einen zur anderen Hand. Das ist so liebevoll zu sich.

Was mir auch auffällt ist der Umhang der Alten. Also ist sie des öfteren unterwegs, in einer Art Mission.
Sie will die Leute erinnern, daß alle in Christus geborgen sind. Da sie seit Urzeiten das Gebet beherzigt, ist das kein abwegiger Gedanke.

Die Alte war vielleicht früher ein richtiger Feger. Das ist sie natürlich nicht mehr. Somit zeigt das Bildnis auch, daß ein Leben diverse Phase beinhaltet und somit frühere Phasen fast nicht mehr existent sind. Was bedeutet, daß ein Leben sehr sehr lange andauern kann. Und somit reich ist. Es ist nicht per se ein langweiliger Akt, dieses Leben, sondern beinhaltet womöglich ganz verschieden Phasen, was es, das Leben, sozusagen in die Länge zieht. Und somit voll macht.

Das Kopftuch ist merkwürdig hoch angelegt. Sicher hat die Frau nicht volles, üppiges Haar darunter.
Das üppig Kopftuch macht so keinen Sinn. Sicher ein technische Fehler der Malerin. Ich kann mir sonst keinen Reim darauf machen.

Die Frau wirkt reichlich breit, der Stock ist zentral. sie hat ihre Ruhe im Stock gefunden. Ich kann verstehen, daß der Stock in mehrfacher Hinsicht eine Stütze ist. Ihre Stütze und ihr Fundament.

Noch mehr könnte man zu diesem Gemälde sagen, aber ich lasse es mal dabei bewenden.

Tagesgedanken XL

Immer mehr von dem immer Gleichen?!

Jetzt, Ende Oktober, scheint eine Zeit erreicht, in der man als Naturfotograf im Bereich Insekten immer noch eine Fülle von Aufnahmen machen kann, aber die “Darsteller” scheinen nunmehr immer die gleichen zu sein: Schwebfliegen, Fliegen, Bienen und Wespen. Ab und zu auch Marienkäferchen, aber die gehören ja ohnehin immer dazu.
Der Fotograf wird müde.

In der Kunst, so scheint es, wiederholen sich auch die gezeigten Dinge. Auf diesen Gedanken könnte man bisweilen kommen.
In der Gustav Metzler Ausstellung in Frankfurt sah ich einen Videoraum mit 7 Paneelen. Schon oft so gesehen.
Das zunächst einzig Interessante war, daß diese Schau ursprünglich genau so in den 60ern entstanden ist.
Auf den Paneelen spielten sich elementare Prozesse ab wie etwa ein sich ausbreitendes Fluidum.
Eine Führung rückte dann diesen Raum mehr ins Konkrete:

Die Installation besteht aus Projektoren, von denen ein jeder einen Objektträger mit Flüssigkristallen enthält.
Die Projektoren sind mit rotierenden Polarisationsfiltern sowie einem Kühl- und Heizsystem versehen, die die Flüssigkristalle entweder verflüssigen oder gefrieren lassen.
So entstehen psychedelische Effekte mit sich ständig ändernden Formen und Farben.

Die Flüssigkristalle beziehen sich auf die damalige Erfindung für Bildschirme.
Das ständige Kommen und Vergehen bezieht sich auf die Zeit und unsere Lebensspannen.
Was kommt, ist nie (ganz) das Vorhergehende, wenn es auch so scheint.